Rasante Entwicklungen im Umfeld der Startup-Förderprogramme
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Die Gründungsszene verzeichnet in den vergangenen Jahren einen starken Zuwachs im Bereich der Inkubatoren und Acceleratoren. Besonders der Standort Berlin steht für das deutsche Startup-Ökosystem und gilt, trotz aufstrebender Startup-Stützpunkte wie Hamburg oder München, als die Gründungshauptstadt und attraktivste Niederlassung für junge Unternehmer.

Das Jahr 2013 wurde schon als Jahr der Corporate Accelerators geschimpft. Gefühlt, eröffnete jede Woche ein Unternehmen ein eigenes Startup-Förderungsprogramm, so auch Venture Village. Das Angebot und die Unterschiede der einzelnen Programme sind demnach vielfältig.

Auch die Europäische Union treibt, durch die von der EU-Kommissarin Neelie Kroes eingeführten Digitalen Agenda, die Gründung von ICT- und Web-Unternehmen in Europa voran. Angebunden an diese Initiative sind mitunter Startup Europe, der Startup Leaders Club, das Crowdfunding Network und die Accelerator Assembly.

Das Jahr 2014 wird weiterhin spannend für die europäische Startupszene. Zumal die Experten des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) dem Jahr 2014 mit Optimismus entgegen sehen. Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone sind gestiegen. Die Weltbank spricht sogar von der Überwindung der globalen Finanzkrise und einer Erholung der Weltwirtschaft. Die ZEW bescheinigt Deutschlands konjunkturelle Lage eine deutliche Verbesserung. In der Startup-Szene in Deutschland haben weiterhin Rocket Internet oder Team Europe die Nase vorn. Startup-Programme von Unternehmen, sogenannte Corporate Incubation Programs, müssen sicherstellen, dass ihre Förderungen die Unternehmenseigenen Interessen vorantreiben. Business Modelle können schnell scheitern und Startups haben im Allgemeinen eine hohe Ausfallquote. Aus diesem Grund wird nicht ausschließlich in Startup Funding Programme, sondern in ganze Company-Builder-Projekte investiert.

Mücke, Sturm & Company hat eine aktuelle Analyse über die Chancen und Risiken von Konzerninkubation hinsichtlich der Wachstumspotenziale, der Innovationsstrategie und der Rentabilität von Inkubatoren als Investition durchgeführt. Demnach spielt die Höhe des bereitgestellten Kapitals für viele Jungunternehmer und für die Weiterentwicklung und Skalierung einer Geschäftsidee eine wesentliche Rolle, allerdings ist auch die Abwechslung im Portfolio entscheidend.

Die Höhe der monetären Unterstützung ist für viele Startups nicht das Hauptaugenmerk bei der Auswahl eines Förderprogramms. Denn besonders die Kontakte zu erfahrenen Gründern, das Netzwerk und die Unterstützung durch die bereitgestellten Mentoren sind Jungunternehmern wichtig, um die eigenen Perspektiven und Ansätze im Entrepreneurship zu erweitern. Allerdings werden die vertraglichen Bedingungen und die ausgehandelte prozentuale Beteiligung als wichtiger Faktor angesehen.

Laut der Untersuchung sind zudem der Freiheitsgrad, das Image des Incubators und der Auswahlprozess sowie die damit verbundene Betreuung für Entrepreneure entscheidend. Hier spielt die, bereits erwähnte, erprobte Umsetzungskompetenz, die bei Förderprogrammen mit einem breitgefächerten Portfolio eher vorhanden ist, mit ein.

Corporate Incubation ist heute ein entscheidender Wachstumstreiber großer Firmen. Bei Integration des Bestandteils innerhalb der Innovationsstrategie, winken eine hohe Investitionsrendite. Durch die Verzahnung von Incubation Programs innerhalb der Unternehmensstrategie können Geschäftsfelder erweitert werden. Neben der Akquise von Technologie werden die Vermarktung von ungenutztem Wissen und bestehender Technologien genutzt, um die Nachfrage zu stabilisieren und das Image und die Attraktivität für Kunden aufzupolieren. Kein Wunder also, dass solche Programme wie Pilze aus dem Boden schießen.

Im August 2013 war auf Venture Beat die Rede von über 200 Programmen weltweit. Aktuell steigt die Zahl von Incubator- , Accelerator- und Company Builder-Programmen weiter stark an. Leider existiert trotz der Digitalen Agenda keine aktuelle oder gar umfassende Liste europäischer Förderprogramme. Der Bund listet unter Startup-Förderung, unter anderen Programme der KfW Bankengruppe, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi, früher Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie), die des Europäischer Investitionsfonds (EIF) und der Europäischen Investitionsbank (EIB) sowie die EXIST-Förderung unter dem Projektträger Jühlich, den Gründerwettbewerb der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH sowie das Programm, der High-Tech Gründerfonds Management GmbH auf. Die Förderprogramm-Liste des Bundes beinhaltet für Startups nicht sonderlich viele relevante Einträge. 

Robin Waters von Tech.eu sprach im November 2013 von bis zu 140 Programmen in Europa, wobei die exakte Zahl schwer zu erfassen sei. Ein anderes Beispiel eines Versuchs, um Startup-Programme in der Europäischen Union aufzuzeigen, ist Startup Factories. Das Projekt entstand 2012 im Rahmen eines Forschungsprojektes der NESTA (National Endowment for Science, Technology and the Arts), einer unabhängige britische Innovationsstiftung. Das Verzeichnis schafft es auf insgesamt 37 Programme. Auf Launch 48 sind 15 Programme unter Europa aufgelistet. Seed-DB, gegründet von Jed Christiansen, einem Mitglied Googles EMEA Channel Sales Team in London, zeigt mit insgesamt 185 Einträgen weltweit eine ebenso wenig annähernd vollständige Liste.

Die Entwicklungen im Bereich sind rasant und kaum einer vermag anscheinend darüber einen Überblick zu behalten. Hier sollte die Crowd Intelligence aktiver werden.

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