Rocket Internet: Turbulenter Börsenstart
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Nachdem gestern Zalando an die Börse gegangen ist, zieht heute Rocket Internet nach. Der IPO der Startup-Schmiede ist mit 1,6 Milliarden Euro Gewinn der größte deutsche Börsengang. Trotzdem verlief der Börsengang nicht so erfolgreich wie gedacht, denn die Rakete hatte Startschwierigkeiten.

Rocket Internet Aktie stürzen kurz nach Börsengang ab

Rocket Internet ging heute Morgen mit einem Ausgabepreis von 42,50 Euro an die Börse. Damit wurde das Maximum aus der zuvor festgelegten Preisspanne von 35,50 bis 42,50 Euro rausgeholt. Schon nach kurzer Zeit passierte aber, womit bei aller Euphorie niemand gerechnet hatte: Die Preise für die Rocket-Internet-Aktie brachen ein und stürzten um 13 Prozent auf 36,66 Euro ab. Mittlerweile, ein paar Stunden nach der Erstnotiz, hat sich der Kurs wieder beruhigt und sich bei Werten um die 41 Euro eingependelt. Noch einige Tage vor dem Börsengang wurden die Aktien mit 60 Euro bewertet.

Rocket Internet macht mit IPO 1,6 Mrd. Gewinn

Rocket Internet hatte 37,9 Millionen Aktien ausgegeben und nahm damit insgesamt 1,6 Milliarden Euro ein. Im Vergleich: bei Zalando kamen 600 Millionen zusammen. Nach dem Börsengang wird Rocket Internet jetzt auf 6,7 Milliarden Euro geschätzt.

Insgesamt 24 Prozent der Unternehmensanteile liegen jetzt in Investorenhand. Neben den Samwers sind auch die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik, United Internet, die Investmentbank JP Morgan und die schottische Fondsgesellschaft Baillie Clifford mit von der Partie. Durch den Gang an die Börse werden die Anteile der Investoren etwas verwässert.

Börsengang bleibt unter den Erwartungen

Der Börsengang von Rocket Internet ist wohl nicht so erfolgreich ausgefallen wie erwartet, gab es doch in den letzten Wochen einen ganz schönen Hype um das Unternehmen, der zuletzt mit firmeneigenen Imagevideos noch weiter angestachelt wurde. Einige Händler äußerten sich gegenüber n-tv kritisch und meinten, Rocket Internet und Zalando seien mit enttäuschenden IPOs keine gute Werbung für den Börsenstandort Deutschland.

Kritik gegenüber der Startup-Schmiede

Die Samwer Brüder produzieren Startups wie am Fließband. Vor allem Dienstleister und Online-Shops kommen aus dem Bauch des Inkubators, wie zum Beispiel Flagship-Projekt Zalando, Groupon, Westwing oder EatFirst.

Trotz oder gerade wegen ihres Erfolgs stehen die Samwers oft für ihre Unternehmensstrategie in der Kritik: Rocket kopiert meistens gut funktionierende Konzepte aus den USA und etabliert sie weltweit. Außerdem wurde bemängelt, dass Unternehmen sei zu intransparent und habe durch die verworrene Firmenstruktur keinen Überblick mehr darüber, wo  eigentlich Gewinne und Verluste gemacht werden.

Weltweiter Erfolg mit Startups

Die Strategie scheint trotz der Vorwürfe zum Ideendiebstahls aufzugehen. Bei aller Kritik muss man den Samwers lassen, dass sie es doch geschafft haben, schnell auf die Trends des Marktes zu reagieren und diese auf die verschiedensten Standorte und Gegebenheiten zu übertragen. Mittlerweile hat Rocket Internet 50 Unternehmen auf den Weg gebracht und ist mit 20.000 Mitarbeitern in 116 Ländern aktiv. Mit dem frischen Kapital, das Rocket durch den Börsengang verdient hat, kann nun in weitere Startups investiert werden.

Aufmacherbild: Space shuttle taking off on a mission via Shutterstock / Urheberrecht: Fer Gregory

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