Startup Interview

Smart Fashion: Startup Antelope erklärt seine intelligente Sportbekleidung
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Hose und T-Shirt, die den Träger beim Sport unterstützen – Antelope haben genau das entwickelt und mit ihrer Idee beim Pitch von Startups@Reeperbahn den ersten Platz belegt. Die Gründer erklären uns im Interview, was die smarte Sportbekleidung alles kann.

WebMagazin: Erklärt uns doch bitte das Prinzip von Antelope, wie funktioniert Eure Idee?

Antelope ist die erste mobile leistungssteigernde Sportbekleidung der Welt. Unsere Innovation stimuliert durch elektrische Impulse die Muskulatur des Trägers und macht dadurch jedes Training effektiver. Grundlage ist ein in die Textilie integriertes Elektro-Muskel-Stimulations-System (EMS). EMS ist eine höchst effektive und durch viele Studien verifizierte Trainingstechnologie, die aus der Medizin und Reha stammt. Mit Antelope können beispielsweise Kraft, Ausdauerfähigkeit, Koordination oder Schnellkraft verbessert werden. Unsere Produktpalette reicht von einem kompletten Anzug bis hin zu verschiedenen Teilprodukten.

ANTELOPE Suit_front

©ANTELOPE Club

Alle Textilien bestehen alle aus einem speziellen Kompressionsgewebe, in das modernste Elektroden integriert sind. Aufgrund der extremen Dehnfähigkeit des Stoffes passt sich die Textilie dem Körper perfekt an. Durch den Kompressionseffekt der Kleidung wird sichergestellt, dass die Elektroden auf der Haut nicht verrutschen. Auf der Innenseite eingearbeitete Stromkabel passen sich zudem der Elastizität des Stoffes an. Die elektrischen Impulse werden von einer smartphonegroßen Elektronikeinheit – dem Antelope Booster – ausgelöst. Reguliert wird dieser per App über Smartphone oder Tablet. Die App beinhaltet verschiedene Trainingsprogramme und Einstellungen unter anderem für Frequenz, Intensität und Trainingsdauer. Alle Produkte unserer Serie sind auch ideal einsetzbar zur Regeneration nach Wettkämpfen oder in der Rehabilitation bei Verletzungen.

WebMagazin:  Was macht Antelope besonders, wer sind Eure Mitbewerber und was unterscheidet Euch vom Rest?

Da wären auf der einen Seite die Hersteller klassischer EMS-Systeme, die in speziellen Fitnessstudios und in der Physiotherapie  genutzt werden. Allerdings sind die Geräte sehr teuer – ab 10.000 EURO aufwärts – und das Training ist stationär gebunden. Dann gibt es noch Systeme, mit denen sich lediglich einzelne Muskelgruppen lokal stimulieren lassen. Diese sind aber nicht dafür geeignet, damit ein sportartspezifisches Training zu absolvieren. Im Gegensatz zu den bisherigen Systemen ist Antelope mobil einsetzbar, egal ob Outdoor, im Fitnessstudio, auf Reisen oder Zuhause. Antelope lässt sich zudem in jede Sportart integrieren und beispielsweise mit Ausdauersportarten verknüpfen. So erzielt man in einem noch kürzeren Zeitraum eine noch höhere Leistungssteigerung – und das nur noch zu einem Zehntel des Preises eines herkömmlichen EMS-Geräts. Unsere Produkte sind ideal für jeden: Profi, ambitionierter Freizeitsportler aber auch Anfänger oder gar Sportmuffel. Auch Alter, Geschlecht oder der allgemeine Fitnesszustand spielen keine Rolle mehr. So wird auch Gesellschaftskrankheiten wie Übergewicht, Arthrose oder Rückenschmerzen der Kampf angesagt.

WebMagazin: Auf welcher Entwicklungsstufe befindet Ihr Euch gerade bzw. wann seid Ihr live gegangen? Wie werdet Ihr finanziert?

Wir haben gerade die finalen Prototypen fertiggestellt. Jetzt wird die industrielle Produktion vorbereitet. Wir haben von der Hard-, über die Software bis hin zur Verkabelung alles selbst entwickelt. Auch das komplette Design sowie die Funktionalität der Textilien haben wir entworfen. Die Anfangsphase haben wir mit Eigenkapital finanziert. Als es ins Eingemachte ging, haben wir weiteres Kapital von privaten Investoren und Business Angels eingesammelt.

WebMagazin: Was sind die Grundpfeiler Eures Monetarisierungskonzeptes, wie verdient Ihr Geld?

Vor allem verkaufen wir unsere Antelope Serie direkt und über ausgewählte Partner an Endkunden, darüber hinaus bieten wir direkt im Zusammenhang mit Antelope stehende Dienstleistungen an.

WebMagazin: Wie seid Ihr auf die Idee von Antelope gekommen und was habt Ihr vorher gemacht?

Unser Gründer Kay ist ein EMS-Pionier der ersten Stunde. Er hat vor fünf Jahren die erste EMS-Studio-Kette im Rhein-Main-Gebiet etabliert. Mittlerweile sind es sechs Studios. Philipp, unser zweiter Gründer und Vollblut-Unternehmer, war sein allererster Kunde – beide von EMS begeistert. Kay und Philipp lernten wiederum Patrick kennen, der neben seinem Sportstudium als Personal Trainer einen verletzten Basketballspieler per EMS vor dem Rollstuhl bewahrte und zum Comeback verholfen hat. Allen drei war klar, dass die Evolution von EMS noch lange nicht beendet ist und dass EMS, in ein sportartspezifisches Training integriert, noch effektiver sein wird. So wurde die Idee für die Antelope Serie geboren.

WebMagazin: Und zum Schluss, warum Frankfurt? 

Wie zuvor schon erwähnt, Kay hat eine EMS-Studiokette im Rhein-Main-Gebiet und stammt aus der Nähe von Frankfurt. Das gibt uns den Zugang zu Testpersonen, die bereits Erfahrung mit EMS haben und unser System daher gut beurteilen können. Wir haben unsere Prototypen auf diese Weise mit hunderten von Kunden testen und weiter entwickeln können. Und Frankfurt ist einfach eine tolle Stadt und hat ein enormes Startup-Potenzial – auch wenn es einem auf den ersten Blick nicht so vorkommt.

antelope_1

©ANTELOPE Club

 

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