Startup-Interview

SMASHDOCs‘ Lösung für kollaborative Dokumente
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Im Team an einem Dokument zu arbeiten, ist oft anstrengend und ineffizient. Bei den verschiedenen Versionen, die dabei zusammenkommen, verliert man schnell den Überblick über alte und neue Inhalte. Das Startup SMASHDOCs will jetzt Abhilfe schaffen. Co-Founder Christian Marchsreiter erklärt uns im Interview, wie genau das funktioniert.

WebMagazin: Erkläre uns doch bitte das Prinzip von SMASHDOCs, wie funktioniert Eure Idee?   

SMASHDOCs ist eine neuartige WebApp zum gemeinsamen Schreiben und Korrigieren von Dokumenten. Wenn mehrere Leute an einem Dokument arbeiten, entstehen schnell viele Versionen des Ursprungsdokuments. Jede Version enthält unterschiedliche Änderungen, was mit jeder neuen Version zu immer mehr Verwirrung führt. Außerdem verschwendet man viel zu viel Zeit, um Änderungen der Anderen nachzuverfolgen, Korrektur zu lesen sowie Kommentare und Emails zu verwalten. SMASHDOCs vereinfacht und beschleunigt, dank seines völlig neuen Konzepts und der völlig neuen Technologie, den kollaborativen Erstellungsprozess von Dokumenten.

WebMagazinWas macht SMASHDOCs besonders, wer sind Eure Mitbewerber und was unterscheidet Euch vom Rest?  

SMASHDOCs ist eine Anwendung im Bereich Textverarbeitung und Dokumentenkollaboration und konkurriert damit naturgemäß mit Microsoft Word und GoogleDocs. Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass SMASHDOCs von Grund auf neu und speziell für kollaboratives Schreiben und Korrigieren entwickelt wurde und nicht einfach nur, um elektronisch Texte erstellen und damit eine Schreibmaschine ersetzen zu können. Es gibt viele Unterschiede zu den herkömmlichen Lösungen, zwei möchte ich kurz erläutern:

  1. Die Verwaltung von Änderungen: In SMASHDOCs werden alle Änderungen nicht mehr in unterschiedlichen Versionen eines Dokuments gespeichert, sondern Abschnitt für Abschnitt. Ändert ein User also etwas an einem Absatz, entsteht automatisch im Hintergrund eine neue Version des Absatzes. So lässt sich jederzeit die komplette „Entstehungsgeschichte“ jedes Absatzes auf Knopfdruck nachvollziehen. Das geht in keinem gewöhnlichen Textverarbeitungsprogramm – weder online noch offline – und lässt Versionskontrolle endlich zum Kinderspiel werden.
  1. Neue Änderungen erkennen können: SMASHDOCs merkt sich jedoch nicht nur alle Änderungen, sondern weiß auch, welche davon ein User bereits gesehen hat und welche nicht und hebt die neu hinzugekommenen automatisch hervor. Diese Technologie („Automatic Personalized Redlining“) ist weltweit einzigartig und wurde bereits zum Patent angemeldet. Nerviges Vergleichen von Versionen, um herauszufinden, was sich geändert hat, sowie zeitraubendes Korrekturlesen entfallen damit komplett, denn in einem SMASHDOC kann ein User immer erkennen, welche Änderungen neu sind – sogar wenn die Anderen zur gleichen Zeit am Dokument arbeiten.

WebMagazin: Auf welcher Entwicklungsstufe befindet Ihr Euch gerade bzw. wann seid Ihr live gegangen? Wie werdet Ihr finanziert?

Wir sind seit Januar 2015 in einer Beta-Phase und geben SMASHDOCs gemeinsam mit unseren Pilotkunden den letzten Schliff. Im November erscheint dann ein SMASHDOCs 2.0, funktionell erheblich erweitert und mit einer nochmals schöneren Bedienoberfläche. Diese Version wird dann produktiv an unsere ersten Kunden in den Bereichen Verbände, Public Sector und Verlagswesen ausgerollt.

Wir werden derzeit über zwei namhafte, private Investoren finanziert, werden jedoch im ersten Quartal eine Series-A-Runde unter Einbeziehung institutioneller, internationaler Investoren abschließen.

WebMagazin: Was sind die Grundpfeiler Eures Monetarisierungskonzeptes, wie verdient Ihr Geld?  

SMASHDOCs gibt es in drei Betriebsvarianten:

  • als Software-as-a-Service-Lösung, bei der alle Nutzer auf dem gleichen System arbeiten
  • als Managed Private Cloud Lösung, bei der wir SMASHDOCs auf einem separaten Server bereitstellen, zu dem nur der jeweilige Kunde Zugang hat sowie
  • als OnPremise Lösung, die auf einem Server nach Wahl des Kunden installiert wird

Neben dem direkten Verkauf an Unternehmenskunden konzentrieren wir uns auf den indirekten Absatz über strategische Partnerschaften, zum Einen über reine Reseller, die keine eigenen Produkte haben, wie z.B. Unternehmensberatungen, zum Anderen durch Integration von SMASHDOCs in andere „Digital Workplace“ Webanwendungen wie z.B. Dokumentenmanagement, File Sharing oder Social Intranet Lösungen.

Wir realisieren gerade die ersten strategischen Integrationen und werden dadurch SMASHDOCs schnell mit einem Schlag an Millionen von Nutzern ausrollen. Diese können SMASHDOCs dann in einer funktionell limitierten Version kostenlos nutzen, wer den vollen Funktionsumfang haben möchte, lizensiert einfach die PRO-Version.

WebMagazin: Wie seit Ihr auf die Idee von SMASHDOCs gekommen und was habt Ihr vorher gemacht?  

Ich habe in den letzten Jahren schon mehrere Startups gegründet und teilweise auch schon verkauft, z.B. die Deutsche Kautionskasse (Online-Miekautionsbürgschaften), inex24 (Collaboration-Plattform für den Industrieversicherungssektor) oder IZS Institut für Zahlungssicherheit (Risikoinformationen zu Zeitarbeitsunternehmen). Dabei hatte ich jeden Tag mit Dokumenten zu tun, die ich mit mehreren Leuten abstimmen oder verhandeln musste, z.B. Fachkonzepte, NDAs, Verträge, Rechercheberichte usw.

Wir haben natürlich versucht, das mit modernen Lösungen wie Word Online, GoogleDocs, Sharepoint usw. in den Griff zu kriegen, aber schnell erkannt, dass diese Lösungsansätze allenfalls Linderung bieten, aber die eigentlichen Herausforderungen wie einfachste Versions- und Änderungskontrolle, schnelles Nachverfolgen von Änderungen und flexible Kommunikation nicht wirklich gut lösen.

Wir haben uns sehr viel Zeit genommen, um zu überlegen, wie wir es viel besser machen können, ein Konzept entwickelt und überprüft, ob es so etwas schon am Markt gibt. Nachdem das Ergebnis unserer Recherche „nein“ war und wir absolut überzeugt sind, dass Zusammenarbeit an Dokumenten ein Multi-Milliardenmarkt ist, in dem wir mit unserem neuen Konzept und unsere völlig neu entwickelten Technologie eine herausragende Stellung einnehmen werden, haben wir uns entschlossen, eine Firma zu gründen und das Produkt SMASHDOCs zu entwickeln. Investoren waren schnell gefunden, denn diese kannten das Problem von Versions- und Änderungschaos nur zu gut und waren sofort von SMASHDOCs begeistert.

WebMagazin: Und zum Schluss, warum München?

Natürlich weil ich in der Nähe wohne, aber auch wenn ich wählen müsste, wo mein nächstes Startup in Deutschland angesiedelt sein sollte, würde ich München wählen. München ist für mich eine wunderschöne Stadt mit einer einzigartigen, manchmal südländisch anmutenden Atmosphäre, die ich sehr mag. Deshalb wäre München in Deutschland immer meine erste Wahl. Aber vielleicht lockt ja mal San Francisco – auch eine tolle Stadt mit einem ganz speziellen Flair, die ich in den letzten zwei Jahren im Auftrag von SMASHDOCs schon mehrmals besucht habe. Da würde ich auch nicht nein sagen.

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