Startup-Finanzierungsrunde

SoundCloud will in den 1-Billion-Dollar-Club
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SoundCloud will in einer nächsten Finanzierungsrunde 150 Millionen Dollar einsammeln. Mit dem Kapital sollen Verträge mit Major Labels geschlossen und ein Freemium-Konzept eingeführt werden.

SoundCloud will 150 Millionen Dollar einsammeln

Das Berliner Startup SoundCloud könnte bald in den Club der 1-Milliarde-Dollar-Startups eintreten. Der Audio-Sharing-Dienst plant, ganze 150 Millionen US Dollar einzusammeln, so berichtet das Wall Street Journal. Mit erfolgreichem Abschluss dieser Finanzierungsrunde wäre das Startup dann 1,2 Milliarden Dollar wert.

Verhandlungen mit Major Labels

Das Geld aus der Finanzspritze soll vor allem dazu verwendet werden, weitere Lizenz-Vereinbarungen mit Major Labels einzugehen. Momentan ist Soundcloud vor allem eine Plattform für kleinere Labels oder noch unbekannte Künstler, die hier ihre Musik teilen und veröffentlichen können. Durch die Deals mit den großen Plattenfirmen würde Soundcloud von seinem bisherigen Konzept abrücken und auch populäre Titel in die Musikdatenbank aufnehmen. Eine Kooperation mit der Warner Musik Group gibt es bereits.

Freemium und Werbeeinnahmen

Die Verhandlungen mit den Labels in Urheberrechtssachen dauern aber schon eine ganze Weile an, denn einige Labels zweifeln noch an SoundClouds Monetarisierungsstrategie. Die Kapitalspritze kann das Startup also gut gebrauchen, um weiter an seinem Businessplan zu feilen. So soll demnächst ein Freemium Modell kommen. Wie bei Spotify wird dann neben einem werbefinanzierten kostenlosen Account noch ein zahlungspflichtiges Abo eingeführt.

Von den Werbeeinnahmen sollen auch die Künstler etwas abbekommen. Die Musik-Streaming-Dienste sind schon seit längerem in der Kritik, den Musikern nur einen Hungerlohn zu zahlen. Durch das Werbeprogramm On Soundcloud sollen Künstler mitverdienen, wenn ihre Tracks gespielt werden. Hierfür benötigt man allerdings einen zahlungspflichtigen Pro Account, was die Frage aufwirft, ob kleinere Künstler überhaupt etwas von den Einnahmen sehen werden.

Nutzen statt besitzen

SoundCloud muss sich gegen starke Konkurrenten durchsetzen. Streaming-Plattform Spotify sammelte schon im letzten Jahr erfolgreich 250 Millionen Dollar Kapital ein und auch YouTube hat kürzlich einen eigenen Streaming-Dienst gelauncht. SoundCloud hat monatlich 175 unique User und stündlich werden insgesamt 12 Stunden Musik auf das Portal hochgeladen.

Im Allgemeinen geht der Trend immer mehr zu Medien-Abonnements und Nutzungsorientierten Plattformen. Neben Musik-Streaming wird auch Film-Streaming immer populärer, was man am Erfolg von Diensten wie Netflix sieht. Aber auch Bücher und Zeitschriften können schon im digitalen Abo erworben werden. Das besondere hier: Der User kauft nicht das Produkt an sich, sondern erwirbt lediglich die Nutzungsrechte – er wird also vom Besitzer zum Nutzer. Sobald er das Abo kündigt, hat er keinen Zugriff mehr auf die Medien.

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