Startup-Inkubator Coca Cola – ein Berliner Beispiel
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Seit dem Boom der Startup-Szene stellen global agierende Großunternehmen mit traditionellen Marken zusehends fest, dass ihnen vor allem der Bezug zu jüngeren Zielgruppe verloren geht. Grund hierfür ist nicht zuletzt die mediale Verlagerung vom Fernsehen zum Internet. Obwohl Marken wie Coca Cola oder McDonalds sich gewiss nicht über mangelnde Bekanntheit beklagen können, erreichen sie doch vor allem Digital Natives nur schwerlich mit den Mitteln des Internets.

Anders als bei Werbespots im Kino oder Fernsehen, die bis zu einer halben Minute die Aufmerksamkeit des Betrachters in Anspruch nehmen, ist das Verhalten im Netz bekanntermaßen deutlich flüchtiger; die Wege, sich Werbebotschaften zu entziehen, à la Adblock und Co. erheblich leichter. Um gezielt ein größeres Publikum im Sinne der Image-Pflege zu erreichen, setzt beispielsweise Coca Cola mittlerweile auf ein komplett neues Konzept: Startups zum Erfolg verhelfen und selbst in neue Märkte einsteigen. 

Coca Cola nutzt den Aufschwung der Startup-Szene – und zieht andere mit

Dabei gehe es laut Coca Cola Founders in erster Linie gar nicht darum, die Marke Coca Cola zu platzieren, sondern sich durch den Erfolg der Startups ganz neue Märkte zu erschließen – gerne auch mit einer neuen Produktpalette. Beide Seiten, der Inkubator wie auch das junge Unternehmen, sollen von der Zusammenarbeit profitieren. Das Startup könne an der Marketing-Expertise und Reichweite des Inkubators partizipieren, wobei der Förderer selbst keinen direkten Einfluss auf die internen Geschäftsstrukturen nehmen will. Die Entwicklung des Startups soll nicht durch Restriktionen gelenkt werden, vielmehr scheint Coca Cola sich gerade eigenständige Wachstumsdynamik der Startups zu nutze machen zu wollen. Inwieweit der Getränkehersteller dabei selbst Anteile am Unternehmen hält, ist nicht einsehbar. 

Erste Startups rund um den Globus haben bereits Coca Cola als Inkubator für sich gewinnen können, darunter auch eines in Berlin.

Das Berliner Startup Home eat Home hat einen einflussreichen Förderer

Home eat Home bietet all denen, die nach der Arbeit weder Lust noch Zeit haben, teuer essen zu gehen oder im Supermarkt Schlange zu stehen, eine App, über die sich gesunde Gerichte bestellen und dann nach der Arbeit bei der Ausgabestelle des Startups mit Rezept die Zutaten abholen lassen, um sie zuhause zubereiten zu können. Das Konzept erinnert an eine Mischung aus der stationären Kette Kochhaus wie auch an die Rocket Internet App EatFirst, die sich vor allem an Arbeitnehmer richtet, die in der Mittagspause nach einer gesunden Mahlzeit suchen.

Gesund, schnell, einfach – Essen für Vielbeschäftigte

Das Berliner Startup wirbt damit, dass die einzelnen Zutaten von regionalen Erzeugern verpackungsfrei zusammengestellt werden. Die Preis beträgt rund zehn Euro für ein Zwei-Personen-Gericht. Der Junggeselle kann sich auch schon für fünf Euro ein gesundes Abendessen zubereiten. Weitere Ausgabestellen sind in Planung, wenn das Konzept weiter aufgeht. Selbst die Mitgründer des Gourmet-Startups für Selbstkocher werden auf der Coca Cola Founders Seite vorgestellt, ihre Schwerpunkte und Interessen beschrieben. 

Umdenken in alt hergebrachten Unternehmensstrukturen

Schaut man sich auf der Homepage von Home eat Home um, sieht man weder Product Placement von Coca Cola noch ließe sich annehmen, dass der Softdrink-Hersteller ein Interesse an der Zielgruppe hegen könnte, die sich offenbar bewusst und gesund ernähren möchte und wohl vorwiegend auf zuckerhaltige Getränke verzichtet. Dass der Konzern offenbar neue Wege sucht, seinen Einfluss auszubauen, neue Märkte und Zielgruppen zu erschließen, kann kritisch gesehen werden oder eben auch als Chance für junge Unternehmer

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