Lokale und kostenfreie Instant Messaging-App

Startup-Interview: App speakfree hilft NGOs und Flüchtlingen
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Ursprünglicherweise sollte es die Instant Messaging-App speakfree den Nutzern ermöglichen, mit Menschen in ihrer Umgebung zu kommunizieren. In Anbetracht der Flüchtlingskrise im Sommer 2015 wurde der Funktionsumfang der App erweitert. Sie sorgt jetzt auch für eine schnelle und einfache Kommunikation zwischen NGOs und Flüchtlingen.

Anonyme Konversationen und Datentransfers mit Leuten in der Umgebung – das war die eigentliche Grundidee der Instant Messaging-App speakfree. Aber angesichts der Flüchtlingskrise 2015 entschlossen sich die Gründer dazu, den Funktionsumfang der App zu erweitern und NGOs ein Kommunikationswerkzeug für ihre humanitäre Arbeit an die Hand zu geben. Neben dem Abbau sprachlicher Barrieren soll so insbesondere die Koordination zwischen NGOs, Flüchtlingen sowie einheimischer Bevölkerung vereinfacht und beschleunigt werden.

Webmagazin.de hat mit Gründer und CEO Peter Mühlberger (Aufmacherbild Mitte) gesprochen und gefragt, wie sie überhaupt auf die Idee von speakfree gekommen sind, warum sie die App für humanitäre Zwecke geöffnet haben und wie ihre Pläne zur Weiterentwicklung sowie Finanzierung des Projekts aussehen.

WebMagazin: Erklärt uns doch bitte das Prinzip von speakfree, wie funktioniert Eure Idee?

Peter Mühlberger: speakfree ist eine Instant Messaging-App, die es jedem ermöglicht, sich mit Menschen in der direkten Umgebung auszutauschen. Die App ist für iOS und Android erhältlich und kann kostenfrei in den App-Stores heruntergeladen werden. Die Nutzer chatten bei speakfree vollkommen anonym und ohne vorherige Anmeldung.

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Abb. 1: Konversation in speekfree

Initiiert durch die Flüchtlingskrise und die sichtbaren Probleme hinsichtlich lokaler Koordination und sprachlicher Barrieren, wurde das bestehende Angebot im Spätsommer 2015 um ein Feature ergänzt: Hilfsorganisationen können sich – ebenfalls kostenfrei – einen verifizierten Account einrichten lassen. Mittels Instant-Translation-Technologie werden dann Nachrichten unmittelbar in die entsprechenden Sprachen, darunter Englisch, Französisch, Russisch, Arabisch, Dari und Urdu, übersetzt.

Um Gespräche unter den Flüchtlingen oder zwischen Asylsuchenden und Einheimischen zu erleichtern, stehen zusätzlich einzelne Chaträume für die jeweiligen Sprachen zur Verfügung.

WebMagazin: Was macht speakfree besonders, wer sind Eure Mitbewerber und was unterscheidet Euch vom Rest?

Peter Mühlberger: Zugegeben, Kommunikations-Apps gibt es einige und auch Übersetzungs-Maschinen findet man online zu Hauf – eine App die beides schnell, einfach und unkompliziert verbindet und dann zusätzlich einen Fokus auf die Unterstützung von Hilfsorganisationen legt, ist uns derart nicht bekannt.

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Abb. 2: NGO in speekfree

Eine Besonderheit von speakfree liegt definitiv in der Einfachheit der Handhabung: Nach dem Herunterladen der App aus den App-Stores können die Nutzer sofort damit beginnen, mit ihrer direkten Umgebung zu kommunizieren. Eine Registrierung ist nicht notwendig, es fallen keine Kosten an und es gibt auch keine störenden Werbeeinspielungen.

Eine weitere Besonderheit liegt außerdem darin, dass unsere App vor allem bei der Benutzung durch Hilfsorganisationen als einfacher, schneller und sicherer Vermittler zwischen den Kulturen dient.

WebMagazin: Auf welcher Entwicklungsstufe befindet Ihr Euch gerade bzw. wann seid Ihr live gegangen? Wie werdet Ihr finanziert?

Peter Mühlberger: speakfree als Instant Messaging-App gibt es seit März 2015. Die Entscheidung, unsere App auf die Bedürfnisse von Hilfsorganisationen hin zu adaptieren, reifte Ende August. Hier hat es Anfang September dann zwei Wochen gedauert, bis das passende Update zur Verfügung stand. Derzeit liegt unser Fokus erst einmal stark darauf, passende NGOs zu kontaktieren und diese in der Kommunikation mit Flüchtlingen zu unterstützen.

WebMagazin: Was sind die Grundpfeiler Eures Monetarisierungskonzeptes, wie verdient Ihr Geld?

Peter Mühlberger: Der nächste Schritt ist natürlich, für die App langfristig auch Monetarisierungsoptionen zu suchen. Wir können dabei aber auf jeden Fall bereits jetzt ausschließen, dass NGO-Accounts oder die Translate-Funktion in die Monetarisierungsstrategie mit einbezogen werden und jemals etwas kosten werden.

WebMagazin: Wie seid Ihr auf die Idee von speakfree gekommen und was habt Ihr vorher gemacht?

Peter Mühlberger: Die Gründer hinter speakfree sind Unternehmer mit eigenen Businesses in den verschiedensten Branchen. Peter Mühlberger, der Mitgründer und Geschäftsführer von speakfree, führt beispielsweise – neben speakfree – ein Unternehmen im Bereich Luft- und Raumfahrt.

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