Startup StudyDrive: E-Learning-Community für Studenten
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Das Lern- und Lesepensum an den Universitäten ist hoch, Hausarbeiten und Klausuren stehen jedes Semester an und dann müssen sich viele Studenten auch noch neben dem Studium mit Jobs über Wasser halten – manch einer ist da überfordert, alle Mitschriften, Zusammenfassungen und Lernmaterialien zusammen zu bekommen, um sich auf die Prüfungen richtig vorbereiten zu können. Das mittlerweile in Berlin ansässige Startup StudyDrive bietet für Studenten eine kostenlose Plattform, auf der Studenten untereinander Materialien austauschen können und alle notwendigen Wissensinhalte der Universität zusammentragen.

StudyDrive bietet einen Austausch von Wissensinhalten mit monetären Anreizen

Ob Dokumente oder Videos – in der StudyDrive-Community tragen engagierte Studenten ihre Mitschriften, Rechenbeispiele oder auch Spickzettel für die anstehende Klausur zusammen und helfen damit nicht nur anderen Kommilitonen bei der Vorbreitung auf ihre Prüfungen, sondern sammeln zudem Punkte für Prämien, die sie unter anderem gegen Liferando- oder Amazon-Gutscheine sowie Spiele oder sogar ein iPad eintauschen können. Punkte erhalten User für geteilte Dokumente, neu angelegte Kurse, Downloads der eigenen Materialien und die Akquise weiterer Studenten.  Unternehmensinformationen zufolge sind bereits über 30.000 Nutzer an rund 50 Universitäten registriert.

Jeden Tag verbringen Studenten unzählige Arbeitsstunden mit dem Komprimieren von Wissen aus Lehrbüchern, Vorlesungen oder Seminaren. So entstehen täglich weltweit riesige Mengen an hilfreichen Lernmaterialien – und verstauben anschließend in Ordnern oder auf Festplatten.

Sagt Philipp Mackeprang, Mitgründer von StudyDive. Auf der Wissens-Plattform würden diese Informationen für die jeweiligen Veranstaltungen gebündelt zusammengetragen werden, wovon auch spätere Studierendengenerationen profitieren könnten. Mehr als 17.000 individuell aufbereitete Lernmaterialien seien bisher auf der Plattform geteilt worden, die auch via App für iOS und Android verfügbar sind.

Rekrutierungsprinzip mit Benefit für Studenten und Unternehmen

Der Dienst soll für Studenten auch in Zukunft kostenlos bleiben. Die Kosten tragen Unternehmen, die sich über die Plattform als Arbeitgeber positionieren und Studierende zielgerichtet ansprechen können und Anzeigen platzieren. Fleißige Studierende helfen so nicht nur durch ihren Beitrag Kommilitonen, sondern arbeiten indirekt auch an ihren Jobeinstiegschancen. Zu den StudyDrive-Partnern zählen bislang unter anderem die Allianz, Deloitte, Roland Berger, KPMG oder die Deutsche Leasing. Angesichts der rasanten Entwicklung von E-Learning rechnen die Gründer mit steigender Nachfrage. Ziel sei es, so Mackeprang, das Netzwerk unterhalb der Studenten und Universitäten auszubauen, mehr Content anzubieten und weitere Unternehmen für die Wissen-Community zu gewinnen.

In naher Zukunft wolle man zudem Investoren für StudyDrive finden. Die Aufbauphase der Plattform wurde seit der Gründung 2013 mithilfe eines Stipendiums des Europäischen Sozialfonds sowie durch die Unterstützung von hub:raum Accelerator, der Inkubator der Deutschen Telekom, bewältigt. Alleine im Sommersemester 2014 habe sich die Nutzerzahl verfünffacht. Seitdem trägt sich StudyDrive über seine Partner und wirtschaftet momentan im mittleren fünfstelligen Bereich, heißt es auf Unternehmensseite.

Screenshot von der Benutzeroberfläche bei StudyDrive

Arbeitsoberfläche StudyDrive

Die Idee ist aus dem eigenen Studienumfeld geboren

Kennengelernt haben sich drei der heute vier Gründer von StudyDrive während ihres Business-Studiums in Maastricht. Da sie selbst immer Schwierigkeiten hatten, ihre Uni-Materialien zusammenzuhalten, kam ihnen die Idee eine Art Cloud für Studenten zu schaffen, in der Studenten ihre Materialien hochladen und teilen können. Statt Hausarbeiten und Übungen auf der Festplatte verstauben zu lassen, sollten sie in der Cloud wieder für andere Generationen nützlich werden. In Anbetracht einiger unausgereifter oder komplizierter Verwaltungssysteme der jeweiligen Universitäten, schafft eine Wissens-Community über die Grenzen des eigenen Campus ein europaweites und vielleicht auch bald weltweites Netzwerk für Lern- und Studieninhalte. Selbstorganisierte Gruppen auf Facebook zu bestimmten Veranstaltungen aber auch konkurrierende Plattformen mit anderen Geschäftsmodellen wie stuvia beweisen, dass im Bereich E-Learning die Nachfrage weiterhin wächst.

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