eShop Summit

Startups: Standardisierung vs. Globalisierung
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Jährlich versuchen unzählige Startups ihr Glück – manche scheitern bereits im ersten Jahr – andere haben mehr Glück, expandieren international und scheitern dann daran. Schließlich birgt internationale Expansion nicht nur Chancen sondern auch Risiken.

eShop Summit

Auf dem diesjährigen eShop Summit hat Nalla Karunanithy von Rocket Internet eine Session zum Thema internationale Expansion von Startups gehalten. Er selbst steht regelmäßig vor einem zentralen Problem, das internationale Expansion mit sich bringt: Wie passt man sein Produkt an die jeweiligen lokalen und kulturellen Unterschiede an, ohne die Identität seiner Marke zu verfälschen?

Anpassen oder Marke verteidigen?

Kann man den deutschen Markennamen in Indonesien überhaupt aussprechen oder macht es Sinn, den Namen anzupassen? Wenn man seine Dienstleistung oder sein Produkt auf einem fremden Markt etablieren möchte, muss man sich den geltenden Gepflogenheiten anpassen. Wichtig ist aber, das Konzept, das hinter einer Marke steht, zu bewahren.

Marktforschung sowie Ratschläge von einheimischen Branchenkennern sind unerlässlich. Die zentrale Frage lautet: „Warum möchte man sein Startup auf einem bestimmten Markt etablieren? Besteht überhaupt Bedarf und was sind die potenziellen Kunden gewohnt?“

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Nalla Karunanithy ©Software & Support Media

Andere Länder andere Sitten

Andere Länder andere Sitten: das gilt vor allem beim Online-Kaufverhalten. So bieten rund 70 Prozent der polnischen Online-Shops ihren Kunden einen Gastzugang an und setzen somit User Experience noch vor Kundenbindung. Die Briten versenden ihre Ware in 76 Prozent der Fälle kostenlos und zeigen sich im europäischen Vergleich besonders großzügig. Italienische Online-Shops schneiden am schlechtesten ab. Deutschland ist Gewinner in Sachen Rücksendekosten: Stolze 90 Prozent aller Online-Shops übernehmen diese. Das ergab eine Studie von idealo.de.

Keine Angst vor Wettbewerb

Wer mit seinem Startup im wahrsten Sinne des Wortes Neuland betreten möchte, muss davon ausgehen, dass er nicht der erste ist, der auf die jeweilige Geschäftsidee gekommen ist und kann mit Konkurrenz rechnen. Das sollte aber niemanden abschrecken – sondern eher motivieren. Konkurrenz regt die Fantasie an, beschleunigt Innovationen und schärft den Geschäftssinn.

International und Lokal einstellen

Bei der Frage, ob man lieber ausschließlich Mitarbeiter aus dem jeweiligen Land, in das man expandieren will, einstellen soll, scheiden sich die Geister. Nalla schlägt hier einen gesunden Mix aus internationalen und lokalen Mitarbeitern vor. Einheimische Mitarbeiter kennen die Kultur und den Markt – Mitarbeiter, die länger im Unternehmen sind, kennen das Produkt. Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg.

Launch-Prozess Streamlinen

Hat man bereits einen Launch im Ausland erfolgreich über die Bühne gebracht, sollte man anschließend die einzelnen Schritte evaluieren und für künftige Auslands-Launches streamlinen. Die Erstellung von Schritt-für-Schritt-Anleitungen kann sehr hilfreich sein. Allerdings ist hier wieder zu beachten, dass jedes Land unterschiedlich ist. Ein Launch-Protokoll muss demnach jedes Mal neu angepasst und um neue Erfahrungswerte ergänzt werden.

 

Aufmacherbild: drawing world map on a recycle paper via Shutterstock / Urheberrecht: Bennyartist

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