Startup-Interview

Strahlensichere Boxershorts: Kronjuwelen im Interview
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Ob Handystrahlung negative Folgen hat, dazu gibt es zwar unzählige Studien aber keine eindeutigen Ergebnisse. Für Männer, die ihr Smartphone in der Hosentasche tragen und auf Nummer sicher gehen möchten, hat das Startup Kronjuwelen eine strahlensichere Boxershorts entwickelt.

WebMagazin: Erklärt uns doch bitte das Prinzip von Kronjuwelen, wie funktioniert Eure Idee?

Berno Delius: Als Kronjuwelen GmbH haben wir – Peer-Boy Matthiesen, Daniel Herter, Nick Piepenburg und ich – zusammen mit einer Textilweberei bei Stuttgart eine Boxershorts aus einem speziellen Stoff entwickelt. Das Besondere an dem Stoff: Er hält nachweislich verschiedene MHz Wellen ab, vor allem Handystrahlung und ähnliche Frequenzen, darunter auch WLAN. Aus diesem Stoff, der durch eine bestimmte Webtechnik und den Zusatz von Silber so besonders wird, haben wir eine Boxershorts hergestellt, die Mode und Sicherheit kombiniert.

Die Idee hat uns schon lange umgetrieben. Bereits seit 2006 gibt es in Deutschland mehr Mobilfunkanschlüsse als Einwohner und heute entfallen statistisch auf jeden Menschen in Deutschland fast 1,5 SIM-Karten. Erstmalig haben wir im Studium darüber nachgedacht. Bis zur Umsetzung hat es dann doch sieben Jahre gedauert. Aber das Thema ist und bleibt weiter wichtig und vor allem unbehandelt.

Sowohl Kritiker als auch Befürworter der Mobilfunktechnik überwerfen sich mit Studien und wissenschaftlichen Erkenntnissen, die entweder Gesundheitsrisiken aufdecken oder Unbedenklichkeit bescheinigen. Einvernehmlich weisen jedoch fast alle Studien auf den eingeschränkten Untersuchungshorizont hin.

Unter dem Namen Kronjuwelen produzieren und vermarkten wir heute die Boxershorts. Mit dem Produkt schließen wir eine Angebotslücke im Bekleidungssegment. Kronjuwelen spricht ganz gezielt modebewusste Männer an, die bequeme Boxershorts suchen, die neben optischen Vorzügen auch noch Sicherheit für die Zeugungsfähigkeit bietet.

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©Kronjuwelen

WebMagazin: Was macht Kronjuwelen besonders, wer sind Eure Mitbewerber und was unterscheidet Euch vom Rest. 

Peer-Boy Matthiesen: Eine ausgeprägte Konkurrenzlandschaft gibt es bislang nicht. Es gibt und gab immer mal wieder kleinere Unternehmen, die einen ähnlichen Strahlenschutz versprechen. Aber die Kombination aus Mode und nachgewiesener Funktionalität bringt uns einen guten USP.

Kronjuwelen Boxershorts richten sich an alle Männer, die sich schon einmal die Frage gestellt haben, ob das ständige Tragen des Handys in der Hosentasche dauerhafte Schäden beim Mann hinterlassen kann. Es ist ein Produkt für alle, die auf die folgenden Fragen keine 100%ige Antwort haben: Ist Handystrahlung schädlich? Fördern Handys das Risiko der Erkrankung an Hodenkrebs oder gefährden sie die Zeugungsfähigkeit des Mannes?

Die Boxershorts sprechen jeden an, der diesem potentiellen Risiko entgegenwirken möchte.

Die primäre Zielgruppe sind junge Männer, die sich auf der einen Seite bewusst mit den Themen Gesundheit und Familienplanung auseinandersetzen und auf der anderen Seite modeinteressiert sind und gerne stilvolle, modische und vor allem bequeme Boxershorts suchen und gerne tragen.

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©Kronjuwelen

WebMagazin: Auf welcher Entwicklungsstufe befindet ihr euch gerade bzw. wann seid ihr live gegangen? Wie werdet ihr finanziert?

Berno Delius: Bisher sind wir komplett eigenfinanziert. Wir haben so schon einige Prototypen durchlaufen. Mitte 2014 haben wir uns auf dem richtigen Weg gesehen und haben uns entschieden, eine GmbH zu gründen. Der Stoff stand zu dieser Zeit schon fest, das ist unsere Basis. Das Zertifikat der Deutschen Bundeswehr Universität zum Strahlenschutz hat uns bestätigt.

Von hier haben wir weiter gedacht und entwickelt, und haben viel Mühe in das Design und den Tragekomfort der Shorts gesteckt. Anfang des Jahres waren wir soweit und konnten unsere erste Produktion starten. Eine kleine Serie, quasi eine Beta Version zum testen durch Freunde und Familie. Mit dem Feedback sind wir sehr zufrieden gewesen.

Nach wie bei unserer Kickstarter Kampagne leider nicht das Ziel erreicht haben, verkaufen wir nun die ersten Modelle über Amazon. Wir planen unsere erste Groß-Serie zu verwirklichen. Die Produktion in Deutschland und der Silberanteil ergeben vergleichsweise hohe Produktionskosten. Über Kickstarter können potenzielle Käufer sich ihre Shorts vorbestellen bis wir eine Mindestbestellmenge erreicht haben und die Produktion angehen können.

WebMagazin: Was sind die Grundpfeiler Eures Monetarisierungskonzeptes, wie verdient Ihr Geld?

Peer-Boy Matthiesen: Nach einem erfolgreichen Abschluss der Kickstarter-Kampagne und der Aufnahme der Produktion, liegt der Fokus im ersten Schritt auf der Vermarktung der Boxershorts über einen Online-Shop. Die Vermarktung ist ab Ende 2015 vorerst nur für den europäischen Markt angedacht. Der Online-Shop ermöglicht unserem Kunden eine bequeme Bestellung von zuhause und einen schnellen Versand. Im zweiten Schritt werden wir unsere Erfahrungen aus der Modebranche nutzen und die Boxershorts auch stationär im deutschen Markt etablieren und über den Einzelhandel selektiv vertreiben.

 WebMagazin: Wie seid Ihr auf die Idee von Kronjuwelen gekommen und was habt Ihr vorher gemacht?

Berno Delius: Als wir im Rahmen des gemeinsamen Studiums in München einen Businessplan erarbeiten mussten, brachte Daniel 2006 erstmalig die Idee einer strahlensicheren Boxershorts auf. Aufgrund der Komplexität des Vorhabens und mangels Erfahrung, entschloss man sich damals dagegen und präferierte die Erarbeitung eines „ready-to-cook“-Konzeptes mit kochfertig portionierten Lebensmitteln – ein Konzept wie es 2 Jahre später mehrfach umgesetzt wurde und heute deutschlandweit verbreitet ist.

Acht Jahre später und nach mehrjähriger Berufserfahrung in den verschiedensten Bereichen ist der Respekt vor den damaligen Umsetzungsbarrieren verloren gegangen. Der Sinn für ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell ist geblieben. Frei nach dem Motto „einfach mal machen“ wurde ab Anfang 2014 an der Konzeption, Erarbeitung und Finalisierung des Produktes gearbeitet. Ende 2014 wurde die Kronjuwelen GmbH geboren und Anfang 2015 das Produkt bis zur Marktreife gebracht.

WebMagazin: Und zum Schluss, wo seid ihr zuhause und wo sitzt eure Firma?

Peer-Boy Matthiesen: Wir wohnen aktuell alle in unterschiedlichen Städten – Berno wohnt in Hamburg, ich bin ein norddeutscher Jung und ziehe gerade nach Amsterdam, Daniel wohnt in München und Nick ist in Düsseldorf zuhause. Da Nick der Geschäftsführer von Kronjuwelen ist, haben wir haben wir uns entschieden unser Unternehmen in Düsseldorf zu beheimaten.

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