Streit um Airbnb: HomeAway verklagt San Francisco
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Letzten Monat hat die Stadt San Francisco einen ersten Schritt zur Legalisierung von Airbnb in die Wege geleitet. Die Rechtsbeauftragten um den Aufsichtsvorsitzenden David Chiu hatten dafür gestimmt, die Vermietung via Airbnb zu erlauben – wenn auch unter Einhaltung bestimmter Regeln.

HomeAway sieht eigene User von Airbnb-Gesetz diskriminiert

Jetzt regt sich Wiederstand, und das nicht etwa von Airbnb selbst, der Hotellerie oder sonstigen Gegnern der privaten Wohnungsvermietung. Es ist Airbnbs Konkurrent HomeAway, der jetzt die Stadt San Francisco verklagt. HomeAway ist der Meinung, dass das neue Gesetz zu sehr auf den Dienst von Airbnb zugeschnitten ist und die eigenen Kunden diskriminiert.

San Francisco will professionelle Untervermietung verhindern

Mit dem „Airbnb-Gesetz“ will die Stadt San Francisco vor allem das professionelle Vermieten der Ferienwohnungen vermeiden. Es sieht vor, dass die Vermieter ihren Erstwohnsitz in der angebotenen Wohnung haben und ihre Räume nur über einen bestimmten Maximalzeitraum vermieten.

HomeAway: Kommerz statt Sharing

Im Prinzip bieten die beiden Startups ähnliche Dienste, unterscheiden sich aber in einem Punkt maßgeblich voneinander. Auch auf HomeAway bieten die User eigene Immobilien als Ferienwohnung an und können sich so etwas dazuverdienen. Im Gegensatz zu Airbnb allerdings, handelt es sich hier meistens um einen Zweitwohnsitz oder zeitweise leerstehende Wohnungen. Es geht also mehr um kommerzielle Vermietung als um den „sharing“-Gedanken wie bei Airbnb. 

Außerdem lässt sich Business-Konzept von HomeAway nicht an die lokale Gesetztgebung anpassen, denn der Anbieter kann nicht, wie Airbnb es tut, über die Gebühren zusätzliche Steuern eintreiben, die durch die neue Gesetzgebung anfallen würden.

Betreibt San Francisco Protektionismus?

Trotz alledem fühlen sich die Macher von HomeAway unfair behandelt und beschweren sich über die bevorzugte Behandlung von Airbnb. Hier handele es sich um einen Fall von Protektionismus – einzelne Unternehmen dürften nicht durch lokale Gesetzgebung bevorteilt werden.

„In a community known for promoting equality and an entrepreneurial spirit, it is shocking the Supervisors passed a law that, in our opinion, stifles opportunity in such a discriminatory manner. In its apparently single-minded goal to ‘legalize Airbnb’, we claim the Supervisors ignored the benefits of responsibly regulating a well-established industry, and embraced an unconstitutional and unenforceable regulation.“ So äußerte sich HomeAway-CEO Carl Shepherd in einem offiziellen Statement

HomeAway geht es bei der Anklage nicht nur um San Francisco. Auch andere Städte könnten sich das „Airbnb“-Gesetzt zum Vorbild nehmen und die Residenzpflicht bei der privaten Vermietung einführen. So könnte HomeAway auch andernorts blockiert werden. 

Aufmacherbild: row houses in a large city via Shutterstock / Urheberrecht: Brian Goodman

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