Thanks – ist der Amen-Nachfolger nur eine weitere Empfehlungsplattform?
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Im Spätsommer 2011 war das Berliner Startup und seine gleichnamige App Amen der „hot shit“ – und zwar nicht nur in der deutschen, sondern in der internationalen Startup-Szene. Ein riesen Hype wurde um Amen gemacht, Stars wie Ashton Kutcher investierten in das Unternehmen von CEO Felix Petersen, zu dessen Team unter anderem auch Florian Weber gehörte, der zuvor maßgeblich an der Entwicklung von Twitter beteiligt gewesen war.

Das Amen-Prinzip war simpel: Nutzer konnten Aussagen treffen wie „Die Pizza bei Da Enrico ist die beste überhaupt!“ Freunde konnten mit einem „Amen“ Zustimmung oder mit einem „Hell no“ Ablehung ausdrücken. So entstand eine Datenmenge, die vor allem einen großen Bezug auf Locations aufwies. Doch trotz attraktivem Konzept – so richtig konnte die Meinungsplattform-App nie durchstarten. Und dann wurde es ruhiger um Amen. Requiescat in pace und Amen?

Von wegen, denn laut Techcrunch war Amen-Gründer Felix Petersen alle andere als untätig. Eine neue App namens „Thanks“ soll jetzt aus der via Amen angehäuften Datenmenge Kapital schlagen. Noch sei das Projekt in einer privaten Betaphase, doch Techcrunch hat einen Link zu einer öffentlichen Website veröffentlicht: https://getamen.com/ios_builds/latest

Thanks Beta

Auch Ashton Kutcher betätigt sich via Twitter als Promoter der Beta-App und hat einen Link zu einer Thanks-Frage veröffentlicht:

In einem Kurz-Tutorial, das nach dem Öffnen angezeigt wird, heißt es:

Thanks gives you the best movies, shows, and books, the best things to do and places to go according to your friends and experts. Start exploring the best.

Ein Konzept, das einem mehr als nur bekannt vorkommt. Yelp? Quype? Foursquare? Denn auf den ersten Blick scheint Thanks nicht mehr zu sein als bereits bekannte Empfehlungsplattformen, die Restaurants, Filme, Musik oder ähnliches anzeigt, alles auf Basis der gesammelten „der, die oder das Beste“-Daten von Amen (laut Techcrunch sind durch Amen vier Millionen „Beste“-Listen entstanden).

Thanks screenshot
Thanks Nearby

Auf den zweiten Blick ergibt sich aber ein interessanter Twist. Loggt man sich ein, lassen sich eigene Fragen stellen und Fragen von anderen beantworten. Und hier wird es interessant. Ein gewisses Maß Vertrauen in die Amen-Community vorausgesetzt, kann man so beispielsweise das beste Kino in Berlin, das beste Sushi in Kiel oder die beste Buchhandlung in Castrop-Rauxel erfragen.

Es wird sich jedoch zeigen müssen, ob man mit diesem Konzept gegen andere Empfehlungsplattformen anstinken kann. Ein Pfund mit dem die Macher Wuchern können ist sicher die Tatsache, dass User vom Start weg Zugriff auf einen großen Datenbestand haben. Wir werden die Entwicklung von Thanks weiter beobachten.

Bildquellen: Screenshots aus der App „Thanks“ sowie von https://getamen.com/ios_builds/latest

 

 

 

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