Uber sammelt Milliarden ein – Taxifahrer protestieren
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Uber – ein 2010 gegründetes Startup aus Silicon Valley – ist eines der wertvollsten Startups aller Zeiten und wird nach einer Finanzierungsspritze von satten 1,2 Milliarden Dollar mit 17 Milliarden Dollar bewertet, wie Uber am 6. Juni stolz im unternehmenseigenen Blog mitteilte:

We have some exciting news to share this morning. We have just closed a financing round with some of the leading investors in the world, raising $1.2B of primary capital at a $17B pre-money valuation.

Limousinen-App statt nerviger Anrufe und Wartezeiten

Eine einfache wie geniale Idee einer schnell bedienbaren Limousinen- und Taxi-App verhalf dem Unternehmen zu diesem bahnbrechenden Erfolg. Uber bietet dabei selbstständigen Unternehmern eine Plattform an, um Kunden ihre Transportdienste anzubieten. Dabei tritt das Startup aus San Francisco als Vermittler auf.

Uber & Co – Existenzängste bei Taxifahrern 

Jeder, der sich eines vergleichbaren Online-Taxi-Angebots bedient, bedroht gleichzeitig die Existenz der „analogen“ Taxifahrer, die in langen Schlangen auf ihre Kunden warten. Aus diesem Grund tun sich nun besorgte Taxifahrer zusammen, um am heutigen Mittwoch beim weltweiten Aktionstag gegen „Schwarzkonkurrenten“ zu demonstrieren, wie der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband e. V. (BZP) in einer Presseerklärung mitteilt.

Michael Müller, der Präsident des BZP, sieht den Rechtsbruch von Uber und Co. nicht darin, dass die Online-Dienste das Internet zu Fahrtenvermittlung nutzen, sondern darin, dass die Fahrten durch nichtberechtigte Konkurrenten – private Fahrer ohne Zulassung – durchgeführt werden. Müller werde sich mit allen Mitteln gegen die ungesetzliche Konkurrenz wehren, so seine offizielle Ankündigung:

„Private Fahrer haben nun mal keine Zulassung auf dem Taximarkt – und sie zahlen in der Regel keine Steuern auf diese Fahrten, sind oft nicht für die Beförderung versichert, unterziehen sich keinen regelmäßigen Gesundheitschecks und legen oftmals keine Prüfungen über ihre Ausbildung und den technischen Zustand des Autos ab. Uber vermittelt gezielt an illegale Anbieter, das ist ein Missbrauch. Die Taxi- und Mietwagenunternehmen in Deutschland dagegen vermitteln ihren Fahrgästen legale Dienstleistungen nach den genannten Kriterien.“

Auch in Berlin wird es Proteste geben. Bis zu 1000 Taxis werden an einer Sternfahrt vom Flughafen Tegel, vom Bahnhof Südkreuz und vom Hauptbahnhof zum Olympischen Platz teilnehmen, wo um 13:00 Uhr die Kundgebung beginnt.

Rechtliche Schranken der Expansion

Momentan bietet Uber seinen Limousinen-Dienst in 128 Städten in 37 Ländern an. Nach der üppigen Finanzierungsrunde – wobei die Investoren nicht genannt werden – steht der weiteren Expansion nichts im Wege. Außer natürlich die Gesetzgebung, die das Unternehmen immer wieder in seine Schranken weist. Mitte April konnte ein Taxi-Unternehmer eine Einstweilige Verfügung gegen Uber erzielen. Immer wieder gibt es rechtliche Streitigkeiten mit Behörden und Taxi-Diensten, die gegen Uber unzählige Klagen einreichen. In Brüssel wurde die Taxi-App gleich verboten. 

Loyale Kunden sind Ubers wichtigste Fürsprecher

Doch solange die Kunden hinter Uber stehen und die Nachfrage bestehen bleibt, lohnt sich der Kampf um die Legalisierung des Angebotes durchaus, wie Emil Michael, der Vertriebschef des Limousinen-Service gegenüber Focus erklärte. Die loyalen Kunden und Fahrer wären die wichtigsten Fürsprecher des Unternehmens in Rechtsstreitigkeiten.

 

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