Uber stellt Obama-Berater für Imagekampagne an
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Ubers ständiger Kampf mit Taxiunternehmen und Politik ist nicht gerade gut für’s Image. Das milliardenschwere Fahrdienst-Startup hat deshalb Obamas Ex-Berater David Plouffe als neuen Campaign Manager eingestellt. Der Kampf gegen das „asshole named Taxi“ kann weiter gehen.

Uber Verbote sind schlecht für’s Image

Ubers letzte Personalentscheidung sieht fast schon nach einer Verzweiflungstat aus. Seit Monaten kämpft das Statup dafür, dass es endlich uneingeschränkt seine Fahrer auf die Straße schicken darf. Mal wird es von den Städten verboten, dann wieder erlaubt, dann wieder verboten. Vor allem außerhalb der USA scheint sich der Fahrdienst in einer gesetzlichen Grauzone zu befinden. Auch deutsche Städte wie Hamburg und Berlin haben schon versucht, Uber zu verbieten.

Uber als Konkurrenz für Taxi-Unternehmen

Auch den Taxifahrern ist Uber ein Dorn im Auge. Der Fahrdienst bietet seine Fahrten zu viel günstigeren Preisen an, als es ein offizielles Taxiunternehmen je tun könnte, was daran liegt, dass die Fahrer häufig Privatpersonen sind und sie auf die teure Taxi-Ausstattung in den Autos verzichten können. Taxi-Fahrer fürchten um ihr Geschäft und gingen schon vermehrt gegen Uber auf die Straße.

Erfolgreichstes Tech-Startup mit Imageproblemen

Der ständige Kampf gegen Gesetzgebung, Politik und Taxifahrer kratzt am Image des Taxi-Dienstleisters. Dabei könnte alles so schön sein: Uber ist zur Zeit eines der erfolgreichsten Startups überhaupt. Sein Wert wird auf auf über 18 Milliarden geschätzt und das Unternehmen operiert bereits in 170 Städten weltweit. Über die Uber App kann man sich einen Fahrer zu seinem aktuellen Standort rufen und sich über Uberpool sogar Fahrten teilen. Die Fahrer sind professionelle Dienstleister oder auch Privatpersonen.

David Plouffe – von Obama zu Uber

Um dem Imageverlust ein Ende zu bereiten, stellt Uber jetzt einen Profi ein, der dem Ruf des Unternehmens endlich wieder einen Aufschwung verleihen soll. David Plouffe hat schon in der Präsidentschaftswahl 2008 das Campaign Management für Obama übernommen, das ja bekanntlich sehr erfolgreich für den amerikanischen Präsidenten endete. Noch bis zum letzten Jahr war Plouffe Senior Advisor im weißen Haus und im September wird er dann der neue SVP of Policy and Strategy bei Uber.

Uber-Konflikt schon längst politisch

Our roots are technology, not politics, writing code and rolling out transportation systems. The result is that not enough people here in America and around the world know our story, our mission, and the positive impact we’re having. Uber has been in a campaign but hasn’t been running one. That is changing now.

So kündigt Uber den Strategiewechsel in seinem Blog an. CEO Kalanick holt sich ganz bewusst mit Plouffe ein Schwergewicht der politischen Kampagnenplanung Board, denn durch die ständigen Auseinandersetzungen mit Städten und Legislatur ist der Konflikt längst zu einem politischen geworden. Genau hier will Ubers CEO Kalanick ansetzen und hofft mit Plouffe auf ausreichend Einfluss und Kontakte, um das Taxi-Projekt endlich zum Laufen zu bringen.

Kalanick hetzt gegen Taxi-Lobby

Kalanick zeigt sich kampfeslustig. In einem Interview mit re/code sagte er:

You’re changing the way cities work, and that’s fundamentally a third rail. We’re in a political campaign, and the candidate is Uber and the opponent is an asshole named Taxi.

Den verhassten Gegner namens Taxi-Lobby beschreibt er folgendemaßen:

Nobody likes him, he’s not a nice character, but he’s so woven into the political machinery and fabric that a lot of people owe him favors. […] We have to bring out the truth about how dark and dangerous and evil the taxi side is.

Plouffe startet Image-/Wahlkampagne für Uber

Wir dürfen also gespannt sein, welche Mittel Plouffe auffährt um Ubers Image auf die Sprünge zu helfen. Er selbst ist sogar der Meinung, dass sein neuer Job bei Uber vergleichbar mit seiner damaligen Rolle als Obamas Kampagnenführer sei. Er sagte dem Polit-Magazin Politico:

We’ll be trying to change the point of view of established politicians, and there’s a lot of resistance coming from people who want to protect the status quo.

Mit dem Strategen Plouffe an seiner Seite und einem ausgeklügelten Kampagnenplan, versucht Kalanick jetzt also die Taxi-Lobby zu vernichten und die Konsumenten auf seine Seite zu ziehen. Uber fährt langsam schwerere Geschütze auf und kämpft unerbittlich weiter für seine Revolution des Personentransports.

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