UberPool, LiftLine und gefährdete Taxifahrer-Existenzen
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Uber stellte am vergangenen Mittwoch seinen neuen Carsharing-Dienst namens UberPool vor. Auch das Transport-Startup Lyft, das erst kürzlich nach New York expandierte, launchte am gleichen Tag eine Sammeltaxi-Funktion für seine Kunden. Beide Unternehmen begründen den neuen Service mit Förderung der nachhaltigen Mobilität. Weniger Autos, weniger Staus, weniger Abgase – die Welt wird es uns danken. Sogar das soziale Miteinander soll durch Carsharing mit Fremden unterstützt werden und die Fahrtkosten werden gesenkt. Oder geht es doch nur um die Aufpolierung des Images der Beförderungs-Startups, die immer wieder wegen rechtlicher Beschwerden in die Schlagzeilen geraten und die Taxi-Fahrer zur Weißglut treiben?

Uber – das wertvollste Startup der Welt

Uber und Lyft sind hip, innovativ und erhalten satte Finanzierungsspritzen. Trotz all der rechtlicher Schranken und Existenzängste der Taxifahrer setzen Investoren weiterhin auf die Limousinen-App Uber, die sicherlich auf einem sehr wichtigen Fundament steht – dem der loyalen Kunden. Anfang Juni avancierte Uber zu einem der wertvollsten Startups aller Zeiten und erhielt eine beeindruckende Finanzierungsspritze in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar. Noch nie floss so viel Geld auf einmal in ein Startup. Mittlerweile wird das Unternehmen mit 18,2 Milliarden Dollar bewertet und führt die Liste der Top 10 Startups der Welt vor Airbnb und Dropbox an.

Nur sein Image muss Uber genauso wie Lyft noch fleißig pflegen. Durch den neuen Service wollen Uber und Lyft scheinbar nicht nur die User überzeugen – diese nutzen jetzt schon lieber die schlichte App, um sich so nervige Anrufe und Wartezeiten zu ersparen. Die Dienste brauchen viel mehr öffentliche Unterstützer, die sie durch die effiziente Kombination aus Taxi-Fahrten und Mitfahrgelegenheit überzeugen wollen.

Uber launcht UberPool

Dank dem neuen UberPool Service können Passagiere, die gleichzeitig in die gleiche Richtung fahren wollen, ein Uber-Fahrzeug teilen und so Kosten sparen und der Umwelt was Gutes tun, beziehungsweise etwas weniger schaden. Anders als bei herkömmlichen Mitfahrgelegenheiten, muss die Fahrt nicht frühzeitig gebucht werden. Die App vergleicht automatisch die Angaben verschiedener User. Ergeben sich Matches, bekommt der Fahrer eine Benachrichtigung und sammelt die Mitfahrer auf dem Weg ein. UberPool durchläuft gerade in San Fransisco die Beta-Phase und wird unteranderem auch von Google-Mitarbeitern fleißig getestet. Am 15. August soll die Beta-Phase auf andere Regionen ausgeweitet werden.

Lyft launcht LyftLine

Der von Lyft gelaunchte LyftLine-Dienst funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie UberPool. Auch hier werden Passagiere mit dem gleichen Fahrziel unterwegs eingesammelt, um Spritkosten zu sparen und den Straßenverkehr zu entlasten. Lyft verspricht den Nutzern des neuen Angebotes ein Kostenersparnis von bis zu 60 Prozent, während UberPool mit 40 Prozent Preisnachlass wirbt.

Uber und Co. gefährden die Existenz der Taxifahrer

Ob die Carsharing-Dienste von Uber und Lyft in der Umsetzung tatsächlich so fortschrittlich sein werden, wie gerade angegeben wird, wird sich in der laufenden Testphase zeugen. Der Umwelt wird die Reduzierung des Fahrzeugaufkommens sicherlich nicht schaden. Doch was ist mit dem Taxigewerbe? Laut eigenen Angaben kostet ein Uber-Taxt bereits jetzt im Durschnitt 40 Prozent weniger als ein Fahrer aus herkömmlichen Taxt-Unternehmen. Dank des neuen Carsharing-Modells von Uber und Lyft wird die Nutzung der App-Dienste für die User noch günstiger. Während also UberPool und LyftLine zur Kostenreduzierung beitragen, dürfen Taxifahrer weiterhin um ihre Existenz bangen. 

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