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Versicherungsvermittlung: Startup-Interview mit Community Life
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Das Startup Community Life betreut eine Online-Community, in der sich Verbraucher gegenseitig über Lebensversicherungen informieren und austauschen können. Dr. Claudia Lang und Stefan Keck haben die Community Life gegründet und erklären die Geschäftsidee des Startups.

WebMagazin: Erklären Sie uns doch bitte das Prinzip von Community Life, wie funktioniert Ihre Idee?

Wir wollen Versicherungen so anbieten, wie es bei vielen anderen Waren längst üblich ist. Die Kunden informieren sich im Internet, treffen ihre Entscheidung selbstständig und schließen Verträge online ab. Auf www.communitylife.de können Kunden Versicherungen online recherchieren, abschließen und selbstbestimmt verwalten.

WebMagazin: Was macht Community Life besonders, wer sind Ihre Mitbewerber und was unterscheidet Community Life vom Rest?

Unser Informations-, Kauf- und Verwaltungsprozess, einschließlich Gesundheitsprüfung, funktioniert komplett online. Wir können beim Großteil der Kunden unmittelbar über Annahme und individuelle Preise entscheiden. Das bedeutet: Unsere Kunden können sofort online eine Police abschließen. Soweit uns bekannt ist, sind wir in der Berufsunfähigkeitsversicherung der einzige Anbieter am Markt und in der Risikolebensversicherung einer von ganz wenigen, bei denen das derart möglich ist.
Üblicherweise werben Versicherer mit einem sogenannten Nettobeitrag. Später können sie diesen auf einen weitaus höheren Bruttowert anheben. Bei unseren Produkten dagegen gibt es einen Festpreis. Die regelmäßige Rate steht von Beginn an fest – ohne böse Überraschungen.

In der Versicherungsbranche ist das gefürchtete Fachchinesisch sehr verbreitet. Unser Vertragstext dagegen ist so einfach formuliert, dass auch Nicht-Fachleute sich problemlos informieren und ohne Finanzberater entscheiden können. Die Faustregel dabei: Kein Satz soll länger sein als 15 Wörter, sonst wird es unnötig kompliziert. Wer dennoch Fragen hat, kann unsere ausgebildeten Versicherungsexperten über E-Mail, Chat oder Telefon erreichen.

WebMagazin: Auf welcher Entwicklungsstufe befinden Sie sich gerade?

Wir sind im Februar 2015 gestartet und bieten momentan zwei Versicherungen an: eine Berufsunfähigkeits- sowie eine Risikolebensversicherung. Nach einer Startphase soll die Community selbst am Service und an den Produkten mitentwickeln können.

WebMagazin: Was sind die Grundpfeiler von Community Life, wie verdienen Sie Geld?

Alles, was wir anbieten, hat dasselbe Ziel: den größtmöglichen Nutzen für die Versicherungsnehmer. Wir finanzieren uns aus einem Teil der laufenden Versicherungsbeiträge und sind an den langfristigen Risikogewinnen des Versicherers beteiligt. Aber wir verzichten vollständig auf die sonst übliche einmalige Abschlussprovision – wir können also nur verdienen, wenn die Kunden langfristig zufrieden mit uns sind und dabei bleiben.

Stefan Keck, Gründer und Geschäftsführer von Community Life ©communitylife

Stefan Keck, Gründer und Geschäftsführer von Community Life ©communitylife

WebMagazin: Wie ist die Idee von Community Life entstanden und was haben die Gründer vorher gemacht?

Weil die Zeit reif ist für die Idee. Wir waren jeweils mehr als 20 Jahre in der Versicherungsbranche tätig. Zu unserem Job gehörte es schon immer, zu wissen, was Kunden erwarten. Wir wissen, dass sich heute viele Kunden online informieren und online kaufen möchten. Und der Vorteil bei einem Start auf der grünen Wiese ist, als neu gegründetes Unternehmen müssen wir keine Kompromisse machen zwischen den Interessen der digital versierten Kunden und einer alten Infrastruktur. Wir können alle Abläufe ganz neu denken.

Dr. Claudia Lang (55) war zuletzt als Vorstandsmitglied der Canada Life Europe für die Bereiche Recht und Entwicklung verantwortlich und Stefan Keck (54) leitete dort als Direktor Vertrieb den gesamten Maklervertrieb für das Deutschlandgeschäft.

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