Startup Interview

Startup VOOLA stellt FinTech Suchmaschine vor
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Voola schickt sich an, das Google für Finanzprodukte zu werden. Das FinTech Startup mit Sitz in Köln hat am 25. März sein Produkt gelauncht und ist somit ein Newbie auf dem Markt. In einem Interview gewährt uns der Gründer Thomas Müller einen Blick hinter die Kulissen von VOOLA.

Erklären Sie uns doch bitte das Prinzip von VOOLA, wie funktioniert Ihre Idee?

VOOLA ist die erste Suchmaschine für Finanzprodukte in Deutschland. Anleger können bei uns zum Beispiel nach ihrer Renditeerwartung, Risikopräferenz oder einem konkreten Anlagehorizont suchen. Anstelle von aufwendigen Suchfiltern und jede Menge Unterseiten, suchen Anleger bei VOOLA schnell und einfach aus nur einem einzigen Suchbalken. Anleger können außerdem nach in Echtzeit berechneten Kennzahlen suchen und damit sehr genau aus der eigenen Anlagevorstellung heraus ein Finanzprodukt finden und handeln.

Was macht voola besonders, wer sind Ihre Mitbewerber und was unterscheidet VOOLA vom Rest?

Die klassischen Finanzportale nutzen eine sogenannte Volltextsuche, um die in Deutschland am Markt gehandelten über 1.000.000 Finanzprodukte zu durchsuchen. Daher macht es nur Sinn, ein bis maximal zwei Suchbegriffe in den jeweiligen Suchfeldern anzugeben. Bei VOOLA kann der Anleger die Finanzprodukte über eine Vielzahl von Ausstattungsmerkmalen aus einem einzigen Suchbalken finden. Man kann bei VOOLA zum Beispiel seine Renditeerwartung mit einer bestimmten Aktie und seinem entsprechenden Anlagehorizont in beliebiger Reihenfolge miteinander kombinieren. Nehmen wir einmal an, Sie möchten 12% Rendite auf Siemens, dann geben Sie das genau so ein und erhalten auf Basis von Kennzahlen in Echtzeit passende Finanzprodukte, mit denen Sie diese Renditeerwartung in einer bestimmten Laufzeit erzielen können. Mit VOOLA können Anleger somit erstmals den sehr umfangreichen Markt von Finanzprodukten so durchsuchen, wie sie es ansonsten im Web bereits gewohnt sind.
Nachdem wir uns zum Start mit strukturierten Finanzprodukten die komplizierteste Assetklasse ausgesucht haben, (über 1.000.000 Produkte bei bis zu 40 Ausstattungsmerkmalen pro Produkt) sehen wir nun weiteren Anlageklassen entgegen. Die Technik von VOOLA unter der Haube ist dafür auf jeden Fall bestens gerüstet.

Auf welcher Entwicklungsstufe befinden Sie sich gerade?

Nach einer einjährigen geschlossenen Testphase sind wir am 25. März mit unserer Suchmaschine live gegangen. Bereits in der Testphase hatten sowohl Privatanleger als auch Bankberater und institutionelle Investoren Zugang zu VOOLA und haben uns ihr wertvolles Feedback gegeben. Nun ist VOOLA offen und kostenlos für jeden Anleger verfügbar. Wir sehen bereits jetzt, dass die neuen Suchmöglichkeiten die durch VOOLA enstehen, sehr gut angenommen werden – und das über alle Geräte hinweg. Mobil geht es meist um Hebelprodukte und kurzfristigere Investments. Vom Desktop-PC scheinen eher langfristige Anlagen gesucht und gehandelt zu werden. Wir setzen daher seit Beginn auf responsives Design, um den heutigen Anforderungen an mobile Nutzung gerecht zu werden. Gleichzeitig entwickeln wir den Suchalgorithmus weiter und passen diesen auf die Bedürfnisse der Anleger an. Aktuell beschäftigen wir uns zudem mit der Anbindung weiterer Banken und Assetklassen.

Was sind die Grundpfeiler von VOOLA, wie verdienen Sie Geld?

Das Geschäftsmodell von VOOLA ist primär auf B2B ausgerichtet. Wir bieten Banken die Möglichkeit, ihre Finanzprodukte sehr nah an den Suchanfragen der handelsaffinen Anleger zu positionieren. Durch den starken Kontextbezug zur Suche des Anlegers sind die Anzeigen sehr relevant und stören nicht. Wir markieren diese Anzeigen aber natürlich auch entsprechend, um transparent zu sein.
Ein weiterer Pfeiler in unserem Geschäftsmodell ist die Lizenzierung der Suchtechnologie an Emittenten, Direktbanken, Broker und andere Finanzdienstleistungsunternehmen wie Finanzportale. Diese haben die Möglichkeit, die Suchtechnologie in ihre eigenen Angebote zu integrieren und Anlegern schneller passendere Wertpapiere anzuzeigen oder zu empfehlen.

Wie ist die Idee von VOOLA entstanden und was haben die Gründer vorher gemacht?

Martin Donath und ich haben bereits bei wer-kennt-wen.de zusammengearbeitet. Martin hat sich dort mit sehr großen Datenmengen beschäftigt, während ich mich auf Quality Assurance spezialisiert habe. Roman Przibylla, der aus dem Finanzbereich kommt, kenne ich bereits vom Studium.
Nach einigen gemeinsamen Nächten mit Brainstormings und unzähligen Mockups sind wir ziemlich schnell zu dem Entschluss gekommen, dass die Suche nach dem passenden Wertpapier das größte Problem für Anleger darstellt. So entstand die Idee zu VOOLA, einer Suchmaschine für Finanzprodukte mit dem Fokus auf Geschwindigkeit und Nutzerfreundlichkeit.
Nachdem wir Fabian Jager und Patrick Ohler, die Gründer von wer-kennt-wen.de, für unsere Idee als Advisors gewinnen konnten, haben wir Anfang 2013 die voola GmbH gegründet. Nach mehr als zwei Jahren intensiver Technologie-Entwicklung und einer Testphase im vergangenen Jahr ist VOOLA seit März diesen Jahres für jeden kostenfrei zugänglich.

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