Weiblich, jung, digital – Frauen und Startups 2014
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Gründer begeben sich mit neuen Geschäftsideen auf unbekanntes Terrain: während die Vision und die Ziele klar definiert sind, ist der Weg dorthin oft mit Stolperfallen gepflastert. Umwege, Abkürzungen und Schleichwege führen manchmal schneller ans Ziel als das verbissene Festhalten an den ursprünglichen Plan A. 

Digitaler Wandel bringt weibliche Tech-Vorbilder

Ein mühsamer Weg, der viel persönliche Stärke erfordert – egal ob Mann oder Frau. Die Dichotomisierung der Geschlechterrollen im 19. Jahrhundert steckt uns hierzulande noch spürbar in den Knochen und wird an die nächsten Generationen weitergegeben: „Jungs spielen Fußball und Computerspiele – Mädchen tanzen Ballett und spielen mit Puppen“.

Eine neue Generation an Frauen in der IT-Startup-Szene durchbricht diese Muster und dient Mädchen, die in einer digitalisierten Welt aufwachsen, als Vorbild.

Sind Frauen erfolglos?

Eine aktuelle Studie der Münchener Hochschule für Medien und Kommunikation Macromedia über Frauen in der deutschen Startup-Szene hat interessante Erkenntnisse zu Tage gebracht. Von den Gründerinnen verzeichnen nur 28 Prozent Gewinne. Knapp ein Drittel ist in der Lage mit den Einnahmen des eigenen Startups die Fixkosten zu decken.

Top-Gründerinnen

Die Studie unterscheidet zwischen „Gründerinnen“ und „Top-Gründerinnen“. Als Top-Gründerin werden in der Studie, die von der HypoVereinsbank in Auftrag gegeben wurde, Frauen bezeichnet, die mit ihrem Unternehmen den Durchbruch bereits erlebt haben, Gewinne verzeichnen und laufende Ausgaben und Lebenshaltungskosten decken können. Jede Zehnte Gründerin wird zu den sogenannten Top-Gründerinnen gezählt.

85 Prozent der Frauen gründen alleine

Startup-Frauen sind Einzelkämpferinnen – zu diesem Schluss kommen die Macher der Gründerinnen-Studie 2014. 85 Prozent der Befragten gründeten ihr Unternehmen alleine, rund 19 Prozent haben Mitarbeiter.

61 Prozent nutzen keine Fördermittel

Der Staat fördert Unternehmensgründer. Die Beantragung der Gelder ist oft umständlich und mit einem großen bürokratischen Aufwand verbunden. Die Startup-Studie hat ergeben, dass 61 Prozent aller Gründerinnen keine öffentlichen Gelder in Anspruch nehmen. 43 Prozent aller Gründerinnen, die keine öffentlichen Fördermittel beantragen, verfügen über eigene finanzielle Mittel.

12 Prozent aller Gründerinnen, die keine öffentlichen Mittel beziehen, gaben in der Studie an, dass sie nicht wussten, dass „so etwas existiert“. 

Frestyl – Frauenpower aus Italien

Ein gelungenes Beispiel ist Frestyl, eine Live-Music-Discovery-App, die die Berliner Startup-Szene im vergangenen Jahr kräftig aufgemischt hat. Das Startup besteht aus drei Frauen: Jung, dynamisch, sympathisch – weiblich. Die Medien lieben das!

„Wenn es um das harte Business geht, sind Investoren konservativ“

Auf einem Pressefoto sieht man die Italienerinnen Emanuela, Johanna und Arianna, wie sie lässig auf Sitzsäcken posieren. Vor ein Paar Monaten haben wir uns mit Emanuela Tumolo in ihren Büroräumen bei hub:raum über die Startup-Szene unterhalten – auch über Vorurteile gegenüber Frauen in der Startup-Szene. Damals saßen wir bei einem Kaffee in der Kantine des Gebäudes. Da verriet uns Emanuela: 

Wenn es um das harte Business geht, sind die Investoren konservativ. Sie fragen oft, wer die App denn eigentlich programmiert und man merkt, dass sie im ersten Moment irritiert sind, wenn sie erfahren, dass wir natürlich auch das Programmieren beherrschen. 

Emanuelas Blick ging während sie das sagte nachdenklich auf den verglasten Innenhof des modernen Bürokomplexes, in dem vier Männer in Anzug und Kravatte standen und rauchten. Wenn es ums harte Business und ums Geld geht, scheinen die Uhren wohl auch in Berlin noch langsamer zu ticken als es viele wahrhaben wollen.

Interessiert ihr euch fürIT-Startups und die mobile Revolution? Dann sei euch die MobileTech Conference 2014  ans Herz gelegt, die vom 2. bis 3. September 2014 im nhow Hotel in Berlin stattfindet. Wer sich bis zum 31. Juli für die Konferenz anmeldet, bekommt ein Android-Tablet kostenfrei und profitiert zusätzlich von Frühbucherpreisen. Hier geht es zur Anmeldung.

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