Steve Ballmers Optimismus für Windows 8 [Update Ballmer falsch zitiert – doch nicht ganz so optimistisch]
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Microsofts CEO Steve Ballmer hat im koreanischen Seoul einen Vortrag gehalten, in dem er über die große Bedeutung von Windows 8 für das Unternehmen redete. Das neue Betriebssystem sei nicht nur die

Microsofts CEO Steve Ballmer hat im koreanischen Seoul einen Vortrag gehalten, in dem er über die große Bedeutung von Windows 8 für das Unternehmen redete. Das neue Betriebssystem sei nicht nur die bedeutsamste Windows-Version, sondern sogar eine Art Reinkarnation. Laut Ballmers Schätzungen werden schon im nächsten Jahr 400 bis 500 Millionen Nutzer Windows 8 auf ihrem PC oder Tablet verwenden.

[Update:] Laut Microsoft ist Ballmer mit seinen optimistisch hohen Schätzungen falsch zitiert worden. In Wahrheit erwarte man nicht 400 bis 500 Millionen verkaufte Windows-8-Geräte. Stattdessen habe Ballmer erklärt, dass derzeit knapp 500 Millionen Windows-7-Lizenzen im Umlauf sind – all diese könnten theoretisch auf Windows 8 aktualisiert werden. Woher der Zitierfehler kommt? TheNextWeb vermutet den Ursprung in dem Amerikaner Ballmer, der auf einer koreanischen Veranstaltung spricht und von einer französischen Presseagentur in englischer Sprache zitiert wird. Ein typischer Fall von babylonischer Sprachverwirrung.

Bild: The Verge
Bild: The Verge

Dass Ballmer Microsoft-Produkte aus vollem Herzen lobt, ist nichts Neues. Analystenhäuser schätzen den potentiellen Erfolg von Windows 8 jedoch nicht ganz so optimistisch ein. Gartner beispielsweise prognostiziert Microsoft-Tablets bis 2015 einen Marktanteil von lediglich 12 Prozent – verglichen mit den 60 Prozent Anteil des iPads wirkt das nur wenig konkurrenzfähig. Allgemein sind sich Marktanalysten darüber einig, dass sich Windows 8 schlechter verkaufen wird als der direkte Vorgänger Windows 7.

Die Verbreitung des aktuellen Betriebssystems soll übrigens ebenfalls steigen, so Ballmer. Noch 2012 werde man die Marke von 350 Millionen verkauften Geräten knacken. Derzeit ist Windows 7 auf dem besten Wege, Windows XP von seinem Thron als das am weitesten verbreitete Betriebssystem zu stoßen.

Bild: ZDNet
Bild: ZDNet

Ob Steve Ballmer am Erfolg von Windows 8 – wenn er denn eintreten sollte – noch teilhaben darf, steht allerdings in den Sternen. Immerhin wurde er erst kürzlich von Forbes zum schlechtesten CEO aller großen amerikanischen Firmen gekürt. Ballmer habe Microsoft aus dem fast grenzenlosen Wachstum heraus geführt und seit seinem dortigen Einstieg so gut wie keine Innovationen geschaffen. Deshalb empfiehlt Forbes-Autor Hartung:

Mr. Ballmer should not be allowed to take such incredible risks with investor money and employee jobs. Best he be retired to enjoy his fortune rather than deprive investors and employees of building theirs.

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