Tessel: JavaScript auf der Hardware
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Dass die JavaScript-Welt förmlich aus den Nähten geplatzt ist, dürfte jedem Web-Entwickler in den vergangenen Jahren aufgefallen sein. Nur dass wir irgendwann Roboter mit dieser eigenwilligen Sprache

Dass die JavaScript-Welt förmlich aus den Nähten geplatzt ist, dürfte jedem Web-Entwickler in den vergangenen Jahren aufgefallen sein. Nur dass wir irgendwann Roboter mit dieser eigenwilligen Sprache programmieren würden, hätte sich selbst JS-Urvater Brendan Eich nicht erträumt. Genau das ist jetzt aber mit Tessel geschehen. Die kleine Platine könnte schon bald Teil des Open-Hardware-Trends werden, der mit Raspberry Pi und Arduino berühmte Vertreter hat.

Tessel wurde von einer Gruppe von Studenten am Olin College in Massachusetts entwickelt. Die kleine, erweiterbare Platine wird über W-Lan oder Micro-USB mit Instruktionen versorgt, die komplett in JavaScript geschrieben werden können. Web-Entwickler können damit auf ihre gewohnte Entwicklungsumgebung zurückgreifen. Der Paketaustausch mit der Open Source Welt oder den Kollegen erfolgt komplett über den Node Package Manager. Die Geräte lassen sich via Node.js direkt miteinander verschalten.

Im anstehenden Launch sollen diverse Sensoren für Tessel erscheinen. Accelerometer, Thermometer, Bluetooth oder RFID ertasten die Umwelt; Servos, Relays oder Lautsprecher interagieren mit ihr. Eine Gruppe von Tessels bezeichnen die Entwickler als Tesselation – ein Begriff aus der Mathematik, der eine lückenlose Bedeckung einer Fläche durch gleichförmige Elemente bezeichnet. Damit machen die Entwickler der Tessel-Arbeitsgruppe „Technical Machine“ deutlich, dass insbesondere Sensornetzwerke mit den batteriebetriebenen Tessels ermöglicht werden sollen. Ein komplett neues Beschäftigungsfeld also für JS-erfahrene Web-Entwickler.

Als Hardware kommt ein 180 MHz getakteter ARM Cortex M3 zum Einsatz. 32 Megabytes SDRAM und 32 Megabytes Flash-Speicher müssen für die Anwendungen reichen. Schnittstellen sind eine Wifi-Antenne und ein Micro-USB-Anschluss, wobei letzterer ausfällt, wenn man ihn für die Stromversorgung verwendet. Prototypen werden an der 16-Pin-IO-Bank gemacht. Kontrolliert wird das Gerät beim Launch (bisher kein Datum) mit Apps für Android oder iPhone. Doch bis dahin kann man sich lediglich für Beta-Tests bewerben.

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