Tipps für eine gute Roadmap
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Für fast jedes Produkt existiert eine Roadmap – doch die meisten davon sind nicht gut gemacht. Eine gute Roadmap unterscheidet sich nämlich grundlegend von einer reinen Feature-Wunschliste, sagt Scott Sehlhorst.

Statt genaue Vorgaben zu machen, was in einem halben Jahr oder noch später zu tun ist, bewegt sich eine Roadmap auf einer höheren Ebene und befasst sich mit der Frage, warum ein Feature für ein Produkt notwendig ist. Das macht gute Roadmaps unheimlich flexibel und lässt zu, dass sie sich jeder Veränderung am Produkt problemlos anpassen.

Weitgehende Flexibilität

Umfangreiche Produkte werden oft jahrelang immer weiter entwickelt. Um über diesen Zeitraum hinweg nicht den Überblick zu verlieren, bedarf es einer guten Planung. Es muss jederzeit klar sein, wohin die Entwicklung geht und was als nächstes zu tun ist. Diese Ansprüche erfüllt nun sicherlich erst einmal auch eine reine To-Do-Liste, die nur vorgibt, welche Features bis wann umzusetzen sind. Auch Feature-Sets bietet hier einen guten Ausgangspunkt, verliert sich jedoch ebenfalls schnell in detaillierten Vorstellungen des Produkts. Je konkreter die Vorgaben sind, desto schneller werden sie allerdings auch hinfällig. Wer weiß schon, welche Social-Media-Kanäle in einem Jahr besonders populär sein werden!

Eine Roadmap arbeitet darum bei noch weit entfernten Features auf einer abstrakteren Ebene. Sie gibt nicht konkret vor, was irgendwann zu tun ist. Stattdessen geht es um die Fragen, welche Probleme zu lösen sind, an wen sich etwas richten soll und in welchem Kontext eine Funktion relevant sein wird. Wenn also bis zur Integration der Social-Media-Features neue Plattformen an Bedeutung gewonnen haben, muss der Plan nicht angepasst werden – die Roadmap lässt dem Team die Freiheit, dies unmittelbar aufzugreifen.

Strategie statt Wünschen

Der zentrale Aspekt ist dabei, dass nur konkretisiert wird, was auch zeitnah umgesetzt werden soll. Eine konkrete Auseinandersetzung mit Features, die erst in vielen Monaten angegangen werden, findet nicht statt. Dadurch wird Zeit gespart, weil nichts geplant wird, was am Ende eh einer vorherigen Veränderung am Produkt zum Opfer fällt. Die Roadmap orientiert sich an einer strategischen Richtung, nicht konkreten Wünschen.

Eine gute Roadmap ist insofern weitaus mehr als eine bloße Auflistung von Features. Sie behält die Strategie und Zielsetzung hinter einem Produkt im Blick und ermöglicht sowohl die notwendige Flexibilität, um auch Richtungsänderungen gerecht zu werden, als auch einen strategischen Blick auf die Entwicklung. Zwar steckt hinter einer solchen Roadmap mehr Arbeit als in einer reinen Liste mit gewünschten Features, schlussendlich lohnt sich der Aufwand aber. Ein besseres Tool zur Kontrolle der Entwicklung eines Produkts als eine gute Roadmap ist nämlich schwer zu finden.

Aufmacherbild: road map with Pin Pointers 3d rendering image via Shutterstock.com / Urheberrecht: hkeita

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