Tipps für Touch-freundliche Desktopanwendungen
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Die Grenzen zwischen Notebook, Tablet und Smartphone verschwimmen heutzutage immer mehr. Deshalb beschränkt sich die Touch-Bedienung schon lange nicht mehr nur auf Apps, sondern gewinnt auch zunehmend

Die Grenzen zwischen Notebook, Tablet und Smartphone verschwimmen heutzutage immer mehr. Deshalb beschränkt sich die Touch-Bedienung schon lange nicht mehr nur auf Apps, sondern gewinnt auch zunehmend auf dem Desktop an Bedeutung. Dementsprechend müssen inzwischen auch Desktopanwendungen auf die User-Eingabe per Touch ausgerichtet werden. Wie das funktioniert, hat Jörg Neumann (Acando GmbH/thinktecture) in seiner Session „Single Window Applications: Desktop-Apps für Touch optimieren“ auf der BASTA! Spring 2014 erklärt.

Obwohl sich Windows Store Apps und Desktopanwendungen einander immer mehr annähern, dürfen sie trotzdem nicht auf die gleiche Weise angegangen werden, denn beide Formen haben eine von Grund auf verschiedene Philosophie. Desktopanwendungen sind wie Werkzeugkisten. Sie bieten viele Funktionen, die dem Nutzer jederzeit zur Verfügung stehen. Für die eigentlichen Daten ist hier jedoch nicht besonders viel Platz vorhanden, etwa drei Viertel der Gesamtoberfläche wird von den Steuerelementen eingenommen. Apps wiederum konzentrieren sich auf die Abbildung konkreter Prozesse, die davon abweichenden Funktionalitäten sind auf ein Minimum reduziert.

Um Desktopanwendungen für die Bedienung per Touch zu optimieren, müssen diese gestalterisch ein wenig den Windows Store Apps angeglichen werden. Somit ist der Touch-Support nicht ausschließlich ein technisches Thema, sondern eben hauptsächlich ein gestalterisches. Den größten Einfluss haben hier Aspekte wie Aufbau, Größe, Abstände, Navigation, Eingabeformen und User-Response. Und in Hinblick auf diese Aspekte hielt Neumann einige Tipps für die Konferenzbesucher bereit, darunter:

  • Wählen Sie eine ausreichend große Schrift. Ist die Schrift zu klein, wird die Navigation erschwert.
  • Konzentrieren Sie sich auf wenige, große Ziele. Minimum ist eine Größe von 23 mal 23 Pixeln.
  • Die Abstände zwischen einzelnen Elementen dürfen nicht zu klein sein, denn das würde zur falschen Selektion führen.
  • Verwenden Sie Standardgesten. Der Benutzer sollte immer genau wissen, was er tun muss.
  • Slider erleichtern die Eingabe.
  • Verabschieden Sie sich von Hover-Effekten. Diese funktionieren mit Touch ganz einfach nicht.
  • Geben Sie dem Nutzer direktes Feedback auf alles, was er tut.
  • Platzieren Sie häufig verwendete Commands wie etwa den Knopf zum Abspeichern nicht neben destruktiven wie dem Knopf zum Löschen des Inhalts. Werden diese Commands versehentlich verwechselt, führt das zu hoher Frustration.

Haben Sie all diese Tipps befolgt und wollen Sie das fertige Ergebnis nun einem ersten Test unterziehen, können Sie dazu den Windows Simulator verwenden. Er ist eigentlich zum Testen von Windows Store Apps gedacht, funktioniert aber auch für Desktopanwendungen. Unter Windows 7 können Sie Multi-Touch-Funktionen beispielsweise mit dem Surface SDK 2.0 und seinem eingebauten Input-Simulator testen. Das SDK wird jedoch mit Versionen nach Visual Studio 2010 nicht mehr voll unterstützt. Alternativ bietet sich Multi-Touch Vista an, ein Open-Source-Projekt, das einen virtuellen Gerätetreiber installiert.

Aufmacherbild: finger touching screen on tablet-pc von Shutterstock / Urheberrecht: Mihai Simonia

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