Die Browser-Statistik für November 2015

Chrome wächst weiter, Firefox muss kämpfen
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Chrome führt seinen kometenhaften Aufstieg fort, der mittlerweile vor einem knappen halben Jahr begann. Während sich für Internet Explorer, Safari und Opera kaum etwas ändert, hat Firefox mit einem starken Rückgang zu kämpfen.

Wie auch in den Monaten zuvor gewinnt Chrome in den StatCounter-Analysen weiter an Marktanteil: Waren es im November zwar nur 0,5 Prozent Zuwachs, konnte Googles Browser im vergangenen Jahr insgesamt seine Nutzerbasis um 12,7 Prozent ausbauen. Interessanterweise schert StatCounter in seinen Zahlen Internet Explorer und Edge über einen Kamm – die Browser haben ein Plus von 0,08 Prozent auf 15,46 Prozent zu verzeichnen – liefert dafür aber keine Erklärung. Apples Safari (ein Plus von 0,24 Prozent auf 9,37 Prozent) und Opera (ein Minus von 0,02 auf 1,81 Prozent) verblieben auf einem ähnlichen Level im Vergleich zum Vormonat. Bleibt also ein Verlierer …

Firefox muss starken Rückgang verkraften

Einen der größten Marktanteilsverluste seiner Geschichte muss derzeit Firefox hinnehmen: Waren es im Oktober noch 15,53 Prozent Marktanteil, sind es im November nur noch 14,72 Prozent. Das bedeutet zugleich, dass einer von zwanzig Usern zu einem anderen Browser gewechselt ist. Allerdings gibt es dafür auf den ersten Blick keinen ausschlaggebenden Grund.

Browser-Statistik November 2015

Top 5 Desktop- & Tablet-Browser von 12/2014–11/2015. © StatCounter

Firefox bleibt zum einen der einzige Mainstream-Open-Source-Browser, der keinem kommerziellen Gedanken verpflichtet ist. So kann die Applikation theoretisch jede Richtung einschlagen, die die beste fürs Web ist. Zum anderen hat Mozilla mit Firefox einen Browser geschaffen, der über eine gute Performance verfügt und auch weniger Ressourcen benötigt als Chrome. Außerdem gibt es eingebaute Developer Tools und unzählige Extensions, die für eine tiefe Browser-Integration sorgen.

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Goodbye Firefox?

Warum also kehren so viele Nutzer Firefox den Rücken? Internet Explorer/Edge sind die Standardbrowser für Windows. Safari ist Standard für Mac OS und iOS. Chrome wird in Chrome OS eingesetzt und jedes Mal angepriesen, sobald ein Google-Service genutzt wird. Firefox hingegen wird nur für das relativ wenig genutzte Firefox OS und Linux-Distributionen verwendet. Mozillas Browser muss also zuerst einige Hürden überwinden: Bietet ein vorinstallierter Browser eine bessere oder stabilere Umgebung, stellt sich die Frage nach einer Alternative nicht. Zudem bietet auch Chrome mittlerweile für Entwickler ansprechende Developer Tools. Auch ist Firefox für nicht-technische Webnutzer selten eine Überlegung wert, da die Entwickler-Vorteile für sie nicht wichtig sind.

Jedoch müssen wir uns laut Craig Buckler ‑ der die Browser-Trends analysiert und interpretiert hat ‑ keine Sorgen um Mozillas Browser machen:

Firefox isn’t going anywhere.

Es existiert eine große Fanbasis und auch wenn der Marktanteil schwindet, verfügt die Organisation über ausreichend Rücklagen. Immerhin ist Firefox der vorrangige Grund für den Erfolg von Mozilla: Ohne Firefox gäbe es das Mozilla Developer Network nicht.

In Deutschland sieht die Situation übrigens etwas anders aus: Hierzulande steht Firefox mit einem Marktanteil von 35,9 Prozent an erster Position, gefolgt von Chrome (31,27 Prozent) und Internet Explorer (15,05 Prozent). Allerdings hat auch hier Firefox mit einem Rückgang von rund drei Prozent zu kämpfen, während Chrome im Vergleich zum Oktober knapp zwei Prozentpunkte zulegen konnte.

Mobile-Nutzung rückläufig

Im November war die Mobile-Nutzung im Vergleich zum Vormonat leicht rückläufig: Insgesamt fiel die Nutzung um 1,5 Prozent und macht nun 39,67 Prozent der gesamten Webaktivität aus. Allerdings ist davon auszugehen, dass sich die Werte im Dezember mit dem Weihnachstgeschäft wieder erholen werden.

Auch bei der Mobile-Nutzung dominiert Chrome mit einem Marktanteil von 37,42 Prozent, Android hingegen muss einen Verlust von 1,03 Prozent hinnehmen. Auf Platz zwei findet sich Safari für iPhone mit 17,94 Prozent und auf Rang drei logiert der UC Browser mit 16,94 Prozent Marktanteil. Spannend ist zudem, dass Chrome und Safari die USA, Europa und Australien dominieren, während Opera und der UC Browser unglaublich erfolgreich in Asien und Afrika sind.

Aufmacherbild: Fighting foxes von Shutterstock / Urheberrecht: Pim Leijen

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