AI soll Texte genauso gut wie ein Mensch verstehen können

DeepText: Facebooks neue künstliche Intelligenz
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Geschriebene Sprache ist die vorherrschende Kommunikationsform auf Facebook. Texte richtig zu verstehen und in Kontext zu setzen, ist deshalb eine der wichtigsten Aufgaben innerhalb des sozialen Netzwerks. Nur so können relevante Inhalte angezeigt bzw. unerwünschter Content gefiltert werden. Jetzt hat Facebook eine neue künstliche Intelligenz entwickelt und eine mutige Behauptung aufgestellt: DeepText soll den Kontext von Texten genauso gut wie ein durchschnittlicher menschlicher Leser verstehen können.

Bei DeepText handelt es sich um eine auf Deep Learning basierte Textverständnis-Engine. Sie nutzt verschiedene Deep-Neural-Netzwerk-Architekturen, darunter beispielsweise „convolutional“ und „recurrent“ neurale Netze. DeepText kann sowohl auf Wort- als auch auf Buchstabenebene lernen. Zum Modell-Training setzt Facebook FbLearner Flow und Torch ein. Dank dieser Maßnahmen soll DeepText den Kontext von Geschriebenem mindestens genauso gut wie ein Mensch erfassen können.

DeepText versteht nicht nur Text, sondern auch Kontext

DeepText könne in einer menschenähnlichen Genauigkeit den textuellen Inhalt von mehreren tausend Posts pro Sekunde verstehen, so Facebook. Zudem verstehe die Engine nicht nur Englisch, sondern beherrsche mehr als 20 Sprachen.

Aber keine Angst: Die Textverständnis-Engine DeepText wurde (angeblich) nicht dafür entwickelt, Nachrichten mitzulesen und Nutzer somit auszuspionieren. Laut Facebook soll DeepText lediglich verstehen, welche Related Posts oder Dienste für den jeweiligen Nutzer sinnvoll sind. Und wie macht die Engine das? Richtig, übers permanente Mitlesen…

Allerdings hat DeepText noch Probleme mit Slang und Begriffsklärung bei nicht eindeutigen Wörtern. Mit diesem Thema schlagen sich derzeit aber noch alle AI-Unternehmen herum.

DeepText im Facebook Messenger

Im Messenger wurde die Textverständnis-Engine bereits für „intent extraction“ eingesetzt. Das bedeutet so viel wie den Unterschied zwischen Nachrichten, die zwar ähnlich klingen, aber sehr unterschiedliche Bedeutungen haben, herauszufinden. Schreibt man beispielsweise „I need a ride“, sollte DeepText verstehen, dass der Nutzer auf der Suche nach einem Taxi ist. Bei der Eingabe von „I just came out of the taxi“ sollte klar sein, dass dieses Bedürfnis zur Zeit befriedigt ist.

For example, someone could write a post that says, “I would like to sell my old bike for $200, anyone interested?” DeepText would be able to detect that the post is about selling something, extract the meaningful information such as the object being sold and its price, and prompt the seller to use existing tools that make these transactions easier through Facebook.

Laut Facebook macht diese Funktion DeepText bislang einzigartig. Einen ersten Eindruck vermittelt ein kurzes Video im Facebook-Code-Blog.

Zudem kann DeepText möglicherweise Einsatz beim Durchsuchen von Kommentaren auf Hate Speech finden. Facebook hat erst diese Woche gemeinsam mit anderen IT-Unternehmen einem mit der EU-Kommission ausgearbeiteten Verhaltenskodex gegen Onlinehetze zugestimmt.

Facebook arbeitet bereits an einer weiteren Verbesserung von DeepText. In Zukunft soll die Engine auch in der Lage sein, den Inhalt von Fotos und Videos zu verstehen und mit Text in Zusammenhang zu bringen. Ausführliche Informationen zu DeepText bietet der zugehörige Blogpost im Facebook-Code-Blog.

Aufmacherbild: AI hand reaches towards a human hand as a spark of understanding technology reaches across to humanity von Shutterstock / Urheberrecht: John Williams RUS

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