Fünf Tipps zum verantwortungsbewussten Umgang mit Webanimationen
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In den letzten Jahren wurden Webanimationen immer mehr zu einem festen Bestandteil bei der Gestaltung von Websites – sei es in App-ähnlichen User Interfaces oder interaktiven Print-ähnlichen Seiten.

Doch während sich die Animations-Technologie ständig weiterentwickelt hat und so immer mehr Webdesigner mit den Techniken experimentieren, gibt es mittlerweile eine Art „Animationsmissbrauch“, wo Animationen nur der Animation willen eingesetzt werden und nicht, weil sie den Content aufwerten. Rachel Nabors hat darum fünf Ratschläge zum verantwortungsbewussten Einsatz von Webanimationen zusammengefasst.

Webanimationen bewusst einsetzen

Bei vielen Websites, die Animationen einsetzen, hat man als Besucher schnell das Gefühl, dass die Animationen nur genutzt werden, weil sie beim Web-Design gerade im Trend liegen. Dabei bieten sie dem Nutzer kaum Mehrwert und sind im besten Fall nur nervend, im schlimmsten Fall können sie physisches Unwohlsein auslösen.

Darum sollten Webanimationen immer bewusst eingesetzt werden. Wer sich nicht die Zeit nehmen kann oder will, um über den richtigen Einsatz von Animationen nachzudenken und zu entscheiden, ob sie wirklich nötig sind, sollte lieber darauf verzichten, denn:

a bad animation is worse than none at all.

Gleichzeitig stellt Rachel Nabors fest, dass es einen Trend gibt, bei dem Verbindungen zwischen eigentlich verschiedenen Dingen gezogen werden – etwa zwischen Webanimationen und den von Disney-Studio-Mitarbeitern entworfenen „Zwölf Prinzipien der Animation“. Während sie zwar nützliche Tipps zum Erstellen von ansprechenden, lebendigen Animationen bieten, geben sie keinen Input dazu, wann oder wie Animationen als Teil einer umfangreichen interaktiven Web-Experience genutzt werden sollten.

Dementsprechend sollten Webdesigner im Hinterkopf behalten, dass es ständig Neues zu lernen gibt und solche Tutorials nur ein Startpunkt, nicht aber allgemeingültige Richtlinien sind, die immer an das individuelle Projekt angepasst werden müssen.

Nützlich, nötig, hübsch

Derzeit gibt es nur wenig Dokumentation darüber, was Webanimationen nützlich und nötig macht. Stattdessen wird sich vor allem auf die Ästhetik und den Charme der Animationen fokussiert, obwohl das bei der User Experience nur eine untergeordnete Rolle spielt. Tatsächlich sollten Webanimationen dazu dienen, dem User zu zeigen, wie zwei Elemente einer Seite miteinander zusammenhängen – sprich, sie soll dem User bei der Nutzung der Website helfen und nicht nur hübsch aussehen.

Dazu sagt Rachel Nabors:

Rather than animating solely for the sake of delight, we should first be able to articulate two things the animation does for the user.

Wenn das allerdings erreicht ist, spricht natürlich nichts dagegen, dem Ganzen noch ein passendes nettes Aussehen zu verleihen.

Geschwindigkeit und Ausschaltfunktion

Die Geschwindigkeit der Animation ist ebenfalls entscheidend für die User Experience. Viele User beklagen sich, dass die Animation zu langsam ist und so für unnötig lange Ladezeiten und eine allgemein schwache Seitenperformance sorgt. Eine gute Animation sollte unaufdringlich und schnell sein; beim Erstellen sollte die Dauer der Animation darum um 25 Prozent der Originalgeschwindigkeit verkürzt werden.

Wichtig ist auch, Usern die Möglichkeit zu bieten, die Animationen auf einer Website auszuschalten. Es gibt zahlreiche User, die von Webanimationen physisch krank werden; eine Ausschaltfunktion ist darum fast unumgänglich, um möglichst vielen Usern eine gute User Experience bieten zu können.

Es zeigt sich also, dass richtig eingesetzte Webanimationen ein nützliches Tool sein können, um Webcontent aufzuwerten und die Bedienung einer Website zu vereinfachen. Diese fünf Ratschläge dürften dabei helfen, den Einsatz von Animationen im nächsten Webprojekt zu überdenken und sie so auf ihren Sinn und Unsinn zu überprüfen.

Aufmacherbild: Light bulb on adhesive note Adhesive note on white background von Shutterstock / Urheberrecht: goir

Stefanie Schäfers

Autor

Stefanie Schäfers

Stefanie Schäfers studierte zunächst Anglistik in Marburg und machte anschließend ihren Masterabschluss im Bereich Creative and Cultural Industries an der Glasgow Caledonian University in Glasgow, Schottland. Seit August 2014 ist sie als Redakteurin in der Redaktion des PHP Magazins bei Software & Support Media tätig. Zuvor absolvierte sie bereits mehrere Praktika in Online-Redaktionen und Verlagen.

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