Project Oxford um neues Emotionserkennungs-Tool erweitert

Neues Microsoft-Tool erkennt Emotionen anhand von Fotos
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Im Rahmen seines Cloud-Dienstes „Project Oxford“ stellt Microsoft jetzt ein neues Face-API zu Verfügung. Dabei handelt es sich um eine neue Emotionserkennungslösung, die dazu in der Lage sein soll, Gefühle von auf Fotos abgebildeten Menschen zu erkennen.

Das neue API wurde vom Microsoft-Research-Team entwickelt und basiert auf Machine-Learning- und Artificial-Intelligence-Technologien. Aktuell steht die Software in der Betaversion bereit und kann von Entwicklern zum Experimentieren genutzt und in eigene Anwendungen eingebaut werden. Bis zu acht Emotionen nach den Kriterien Wut, Angst, Verachtung, Ekel, Freude, Neutralität, Traurigkeit und Überraschung kann das neue Tool auf einer Skala von 0 bis 1 basierend auf dem Gesichtsausdruck eines Nutzers erkennen und auswerten. Noch ist die Technologie nicht ganz ausgereift, weshalb die Ergebnisse nach Angaben Microsofts nicht immer ganz akkurat sind. Dennoch können sie sich schon jetzt sehen lassen, wer sich selbst einen Eindruck verschaffen will kann das Ganze auf der Projekt-Seite ausprobieren.

Anwendungsszenarien

Zukünftig soll das Tool eine Reihe von Anwendungsgebieten abdecken und so etwa in der Verbraucherindustrie und in der Marktforschung zur Anwendung kommen. Welches Potenzial das Tool birgt, hat Allison Linn, Senior Writer beim Research-Team, im Microsoft-Blog vorgestellt. Beispielsweise könnte das Tool angewendet werden, um die Reaktionen von Verbrauchern auf bestimmte Produkt-Angebote nachzuvollziehen. Alternativ könnte es auch in Kameras integriert oder aber dazu eingesetzt werden, Fotos nach den darauf abgebildeten Emotionen zu ordnen oder zu durchsuchen.

Was zunächst harmlos klingt bringt allerdings auch einen gewissen Beigeschmack mit sich. Maschinen werden augenscheinlich immer besser darin, Emotionen von Menschen zu erkennen und damit auch zu enttarnen. Spinnt man die Fantasien etwas weiter, wäre für die Zukunft beispielsweise auch denkbar, dass Computersysteme hinter Überwachungskameras den Gesichtsausdruck von Personen daraufhin auswerten, ob sie etwas Böses im Schilde führen. Das Problem hierbei ist allerdings, dass auch für Programmierer nicht immer ganz klar sein dürfte, wie die Einschätzung der Maschine eigentlich zu Stande gekommen ist.

Project Oxford: Weitere Tools kommen Ende des Jahres

Das neue API ist im Zuge der Entwicklungen an Project Oxford entstanden. Dabei handelt es sich um ein Set von auf maschinellem Lernen basierenden REST APIs und SDKs, mit denen es möglich sein soll, Anwendungen mit intelligenten Funktionen, wie zum Beispiel Sprach-, Bild- und Gesichtserkennung, auszustatten. Damit will Microsoft Entwickler beim Bau von intelligenten Apps unterstützen, die auf hochmodernen, lernfähigen Technologien basieren. Mehr Details dazu gibt´s im nachfolgenden Video.

Neben der Emotionserkennungssoftware will Microsoft bis zum Ende des Jahres noch eine Reihe weiterer Tools veröffentlichen, die für einen limitierten Zeitraum kostenlos zur Verfügung stehen sollen, darunter ein neues Speaker-Recognition- und Video-Tool. Nähere Infos dazu finden Interessierte auf der Microsoft-Project-Oxford-Website.

Aufmacherbild: © Microsoft

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