Twitter will Microsofts PhotoDNA gegen Kinderpornografie nutzen
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Mit der Integration von Microsofts Technologie PhotoDNA will nun auch Twitter der Verbreitung von Kinderpornografie über den Kurznachrichtendienst Einhalt gebieten. Noch in diesem Jahr könnte einem Bericht

Mit der Integration von Microsofts Technologie PhotoDNA will nun auch Twitter der Verbreitung von Kinderpornografie über den Kurznachrichtendienst Einhalt gebieten. Noch in diesem Jahr könnte einem Bericht der englischen Tageszeitung The Guardian zufolge die Software im Microblogging-Dienst zum Einsatz kommen, die Bilder automatisch auf verbotene Inhalte überprüft.

Bei mehreren Millionen Bildern, die wöchentlich über Twitter in die Welt gezwitschert werden, fehlte dem Unternehmen bisher eine Möglichkeit, das Versenden von Tweets mit illegalen Inhalten zu unterbinden. Nun will Twitter mit der Einführung von Microsofts PhotoDNA noch in diesem Jahr für mehr Sicherheit sorgen. Neben den Microsoft-Diensten Bing und Skydrive nutzt auch Facebook die Technologie bereits seit zwei Jahren, die aus dem Binärcode dem Bild eine Nummer (Hash) zuordnet und die biometrischen Daten und Informationen auslesen kann. Über diese Daten werden die Fotos dann mit bekannten kinderpornografischen Bildern abgeglichen. Dabei soll die Technologie auch dann funktionieren, wenn Bilder in ihrer Größe oder Proportionen verändert wurden. Alleine 2011 wurde so die erschreckende Zahl von 17,3 Millionen illegalen Abbildungen erkannt und aussortiert.

Microsoft hatte die Technologie 2009 gemeinsam mit dem Dartmouth College entwickelt und an das National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC) in den USA gespendet, wodurch auch andere Anbieter Zugriff auf das Programm erhielten. Facebook nutzt die Foto-DNA-Erkennung seit 2011 und Twitters Sicherheitschef Del Harvey sprach nun von einem wichtigen Projekt in der Unternehmensgeschichte, bei der auch Twitter das Programm implementieren wolle. Dabei handle es sich um einen Bereich, bei dem es nicht um Wettbewerb, sondern um Zusammenarbeit ginge und er hoffe, dass noch weitere Anbieter auf diese Technologie setzen werden. Auch Google nutzt seit 2008 eine Software, die Bilder ebenfalls über eine Hash identifiziert und mit PhotoDNA kompatibel ist.

Durch PhotoDNA wird verhindert, dass kinderpornografische Inhalte im Internet nach einem Löschen durch Behörden nicht einfach über andere Server wieder eingespeist werden können. Um jedoch wirklich effektiv zu sein, müssen noch wesentlich mehr Unternehmen als bisher dieses oder ähnliche Programme nutzen.

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