Interview mit Florian Rappl

TypeScript: Der "JavaScript-Killer" auf dem Prüfstand
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Microsoft hat Ende 2012 mit seiner JavaScript-Erweiterungssprache TypeScript Furore gemacht. Wie hat sich TypeScript seither weiterentwickelt? Wofür eignet sich TypeScript besonders, wofür nicht? Wird sich die Sprache als allgemeine Webtechnologie etablieren? WebTechCon/IPC-Sprecher Florian Rappl gibt eine Einschätzung.

„TypeScript wird sich als ein Tool für JavaScript in großen Projekten durchsetzen“

Hallo Florian. Auf der WebTechCon/IPC stellst du TypeScript vor, die JavaScript-Erweiterung von Microsoft.  Kannst du kurz einige Eckdaten der Sprache aufzählen?

Florian Rappl: TypeScript ist ein Superset von JavaScript, d.h. dass vorhandener JavaScript Code sofort mit TypeScript verarbeitet werden kann. TypeScript erweitert JavaScript um Typannotationen und sorgt nebenbei noch für einige weitere Features, die in den meisten JavaScript-Implementierungen fehlen. Alle ECMAScript-3-kompatiblen Systeme können mit TypeScript angesprochen werden. Die Sprache richtet sich v.a. an JavaScript und .NET Entwickler, wobei sich auch Programmierer anderer Sprachen sehr schnell zurechtfinden. Für welche Einsatzzwecke ist TypeScript prädestiniert?

Florian Rappl: Vor allem in größeren Projekten verliert man schnell den Überblick. Hier sind strukturiertere Sprachen gegenüber JavaScript deutlich im Vorteil. Durch die Typannotationen ist es TypeScript jedoch möglich, mehr über den Code zu erfahren und die Entwickler vorab über Probleme zu informieren. So können auch größere Projekte problemlos refactored und gemanaged werden. TypeScript versteht Module und beherrscht Definitionen. Dies erleichtert die Verwendung von Bibliotheken, ohne ein Studium der API vorauszusetzen. Und wo würdest du eher JavaScript statt TypeScript einsetzen?

Florian Rappl: Für kleinere Projekte, die nur wenige Codezeilen ohne größeren Wartungsaufwand enthalten, ist es unwahrscheinlich, dass TypeScript seine Vorteile ausspielen kann. Hier ist man im Regelfall schneller mit purem JavaScript. Sobald es sinnvoll wäre, Typen zu definieren, bessere Codevervollständigung zu haben oder Code refactored werden muss, ist TypeScript die Sprache der Wahl.

Microsoft hat TypeScript Ende 2012 vorgestellt. Wie hat sich die Sprache seither weiterentwickelt?

Florian Rappl: Microsoft war von Anfang an sehr offen, was die Entwicklung von TypeScript angeht. So wurde eine Seite mit einem Online-Editor eingerichtet, auf der man die Sprache kennenlernen konnte. Außerdem wurde der Quellcode öffentlich zugänglich gemacht. Die Entwicklung in den letzten zwei Jahren ist sehr schnell und in gewohnt professioneller Art und Weise abgelaufen. Auch die Community hat sich sehr positiv entwickelt. So gibt es für alle wichtigen JavaScript-Bibliotheken Dateien, die TypeScript mit API-Informationen versorgen.

WebTech Conference 2014Die WebTechCon findet parallel zur International PHP Conference vom 26. bis 29.Oktober in München statt. Die Konferenz beleuchtet technische und methodische Konzepte, die für den Erfolg im Web heute von Bedeutung sind: Responsive Webesign, HTML5, JavaScript, agile Vorgehensweisen, Continuous Delivery, DevOps und vieles mehr. Bis zum Donnerstag, 28. August gelten noch die Spartarife in der Early-Bird-Frühbucher-Aktion. Alle Infos unter www.webtechcon.de.

Wie ist deine Erfahrung: Wird TypeScript derzeit auch außerhalb der Microsoft-Welt eingesetzt? Siehst du Chancen, dass es sich langfristig als allgemein akzeptierte Webtechnologie etabliert?

Florian Rappl: Ich denke schon, dass sich TypeScript als ein Tool für JavaScript in großen Projekten durchsetzen wird. In Unternehmen wird man die Vorteile sicherlich schneller erkennen. Eine zentrale Frage ist das Tooling. Natürlich ist die Unterstützung im Visual Studio einwandfrei. Wie sieht es aber in anderen IDEs oder Plattformen aus? Letztlich muss jeder Entwickler selbst entscheiden, ob ihm das Angebot zusagt. Du sprichst auf der WTC auch über Gulp. Worum geht es in Deinem Talk?

Florian Rappl: Gulp ist ein innovatives Buildsystem. Obwohl die Idee nicht gänzlich neu ist, ein spezielles Buildsystem für Web-Projekte aufzubauen, macht Gulp vieles richtig, was andere falsch oder nur halbherzig umgesetzt haben. Der Vortrag wird eine Einführung geben, die versucht, Gulp von ähnlichen Systemen abzugrenzen.

Vielen Dank für dieses Interview.

Florian Rappl is an independent IT consultant working in the areas of client / server programming, High Performance Computing and web development. He is an expert in C/C++, C# and JavaScript and gives lectures on OOP with C#, WebApplications with HTML5, CSS3 and JavaScript and Software Design Patterns. Florian is one of the most acknowledged authors of the CodeProject community and has been able to win several coding contests. He is regularly giving talks at conferences or for companies. Besides his work as an IT consultant Florian is busy finishing his PhD in theoretical physics. Florian’s IPC/WTC-Sessions: TypeScript In the recent years JavaScript went from a language for adding small front-end capabilities to the center-piece of every webproject and beyond. Now many projects face the reality of undeterminism during compile-time. This prevents JavaScript projects from scaling as well for big projects as statically typed languages. TypeScript offers a way around this problem by introducing annotations that can optionally be used in any JavaScript code. Another advantage is that TypeScript generates JavaScript again, which can target various ECMAScript standards. In the end we can finally use ECMAScript 6 constructs without worrying about feature adoption. The main focus of this talk will be placed around the important question: Why (and when) is writing TypeScript so much better than just writing plain JavaScript? Gulp There are many interesting technologies that have been published on top of node.js. Some of these technologies try to simplify the (front-end) build process. The times where we used makefiles in combination with specialized tools for each task seem to be over. A great tool for creating an automated build can be found with Gulp. Gulp improves how we develop websites by automating common tasks. These tasks can be as trivial as compiling preprocessed CSS, minifying JavaScript or reloading the browser. But with Gulp we could also automate hard tasks like comparing our design in various browsers by taking screenshots. The main advantage of using Gulp instead of e.g., Grunt, is efficiency. Not only is the build process much faster using Gulp, the configuration files are usually smaller and easier to read. In this talk we will introduce Gulp’s stream concept, as well as the most important plugins.

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