Mozilla und Epic entfalten ungeahnte Grafikpower im Firefox

Unreal Engine 4 im Browser
Kommentare

Den Videospielern unter uns dürfte die Unreal Engine ein Begriff sein – einige der erfolgreichsten Spiele der letzten Jahre setzten auf die Spiele-Engine aus dem Hause Epic Games. Die Liste der Studios, bei denen sie verwendet wurde, liest sich wie ein Who-is-who der Industrie, und auch die Vielfalt der Plattformen kann sich sehen lassen. Mit der Unreal Engine 4 könnte eine weitere hinzu kommen: der Browser. Den entsprechenden Grundstein dafür haben Mozilla und Epic jetzt gelegt.

Mozilla und Epic haben mit der Unreal Engine 4 im Firefox eindrucksvoll gezeigt, wozu mit Emscripten crosskompilierter C- und C++-Code fähig ist.

Bereits vor etwas über einem Jahr hatten Mozilla und Epic mit Hilfe von asm.js Epic Citadel – und damit die Unreal Engine 3 – ins Web gebracht. Bereits diese Demo war seinerzeit mehr als beeindruckend:

Ein paar Monate später hatte NomNom Games die Technologie umgesetzt und mit Monster Madness das erste kommerzielle Unreal-Engine-3-Spiel im Web umgesetzt. Das könnte den Startschuss für vollkommen neue Spielerlebnisse im Web bedeuten.

Jetzt sind Mozilla und Epic aber noch einen Schritt weiter gegangen und haben die neue Version der Engine ins Web portiert. Im direkten Vergleich zur Situation vor ca. einem Jahr fallen zwei Sachen auf: Zum einen ist das Ergebnis noch beeindruckender, zum anderen konnte man die Performance noch einmal deutlich erhöhen. Konnte man damals ca. 40 Prozent der nativen Geschwindigkeit erreichen, ist man heute bei 67 Prozent. Bei Mozilla ist man sich aber sicher, dass man noch bessere Werte erreichen wird.

Mit Emscripten in neue Sphären

Die Unreal Engine 4 ist darauf ausgelegt, die nächste Generation von Spielen anzutreiben. Dabei ist sie nicht nur auf PCs oder Konsolen beschränkt, sondern soll auch Mobile und das Web bedienen können. Eigens dafür hat Epic die Engine so erweitert, dass es Passagen gibt, die speziell auf die Crosskompilierung durch asm.js ausgelegt sind.

asm.js ist dabei ein von Mozilla initiiertes Projekt, das eine Brücke zwischen JavaScript als Sprache und ihrer Verwendung als Zielplattform für andere Sprachen schlagen soll. Wer sich über weitere Hintergründe in diesem Bereich interessiert, dem sei Jakob Westhoffs Artikel JavaScript als Plattform ans Herz gelegt, in dem auch auf technische Details eingegangen wird.

Brendan Eich, CTO bei Mozilla, blickt indes zusammen mit Tim Sweeny, dem Gründer von Epic Games, freudig in die Zukunft:

We were blown away by what this Mozilla-pioneered technology achieved with Unreal Engine 3 on the Web, so we had no hesitation in working with Mozilla to port Unreal Engine 4. We believe the Web has a crucial part to play in the future of game development and deployment, and Mozilla has proven it is the catalyst to make this happen.

Die Freude dürfte durchaus begründet sein: Einer Prognose von statista zufolge wird im Jahr 2014 ein weltweiter Umsatz von 30,5 Milliarden US-Dollar in der Videospielbranche erwartet. Und auch Browsergames brauchen sich nicht zu verstecken – laut BIU/GFK hatte man alleine in Deutschland im letzten Jahr 348 Millionen Euro umsetzen können – und das nur mit Abonnementgebühren und Zusatzinhalten.

Interessant wird es, ab kommenden Montagt, den 17. März, die Game Developers Conference im Moscone Center im Auge zu behalten. Dort wir Mozilla zusammen mit Epic Games in der Ausstellung Rede und Antwort stehen. Außerdem werden weitere Aspekte der Technologie vorgestellt.

Man stelle sich jetzt also vor, welchen Boost vor allem die Browsergames-Branche durch die Bereitstellung der Unreal Engine im Browser erhalten könnte.

Die Spielernaturen in uns erfreut diese Aussicht ungemein.

Aufmacherbild: Abstract lighting backgrounds with anamorph lens flare von Shutterstock / Urheberrecht: Ase

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -