Update: Mozillas Shumway soll Flash ablösen. Wird das was?
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Im Mozilla-Projekt „Shumway“ will man eine JavaScript-Implementierung für die native Unterstützung des SWF-Formats in Browsern etablieren. Damit soll sich das Shockwave Flash Format unabhängig von nativen

Im Mozilla-Projekt „Shumway“ will man eine JavaScript-Implementierung für die native Unterstützung des SWF-Formats in Browsern etablieren. Damit soll sich das Shockwave Flash Format unabhängig von nativen Adobe-Bibliotheken rendern lassen. Das ist für all diejenigen interessant, deren Geräte den Flash Player nicht unterstützen, oder die sich aus Sicherheitsbedenken heraus bewusst gegen das Adobe-Tool entschieden haben.

Jetzt könnte man schnell einwenden: „Das kann Chrome doch schon lange!“ Aber ein Blick hinter die Kulissen offenbart, dass Googles Browser zwar augenscheinlich nativen Flash Support bietet, der jedoch nach wie vor auf Adobes Bibliothek angewiesen ist. Seit 2010 setzt man im Chrome Browser für den Flash Player lediglich auf ein neues API statt auf das herkömmliche Plug-in-System. Damit werden immerhin automatische Updates via Chrome gewährleistet.

Zum Ausprobieren der Flash-Alternative hat Mozilla bereits ein Shumway Plug-in für seinen Beta-Browser zur Verfügung gestellt. Damit lassen sich SWF-Demos auf ActionScript-Basis der Versionen 1 bis 3 testen. Wer sich traut, darf gerne auch einen Blick in den Code des Open Source Projektes werfen. Erste Instruktionen zur Beteiligung findet Ihr (bald ausführlicher) im Wiki.

Update: Warum „Shumway“? Und wie stehen die Chancen des Projekts?

Zum Namen kursiert aktuell die Theorie, dass „Shumway“ als Nachfolger von „Gordon“ gesehen werden könnte, was „Flash“ schon im Jahr 2010 hätte ablösen sollen (aber mangels Teilnahme gestorben ist). Daraus ergeben sich die Namenskombinationen der Comicfiguren „Flash Gordon“ (der „weltbekannte Polospieler“, Wikipedia) und „Gordon Shumway“, besser bekannt als „Alf“. Damit sorgt Shumway, also das Mozilla Projekt, für reichlich Trivia, und raubt zudem potenziellen Nachfolgern den Spielraum für neue Namen. Mal sehen, ob es sich wirklich langfristig durchsetzen kann.

Denn die aktuelle Diskussion im Ycombinator räumt dem Projekt nur geringe Überlebenschancen ein. Hauptrisiken sehen die User hierbei darin, dass Mozilla nicht mit dem Entwicklungsfortschritt von Adobe schritthalten kann, dass die Performance nicht an Flash herankommt oder dass alte Browser weiterhin nicht SWF abspielen können werden. Wenn dies mit Shumway wieder nicht gelingt (es gab noch mehr Projekte neben Gordon), dann muss man sich wohl nach anderen Lösungen umsehen. Bonsai (früher bekannt als Bikeshed) etwa packt das Problem bei der Wurzel an: Mit Tools wie diesem sollen sich in absehbarer Zukunft komplette Flash-Anwendungen ohne viel Aufhebens in gleichwertige HTML5-Pendants umwandeln lassen.

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