US Navy nutzt Kinect gegen sexuelle Gewalt
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Schon die Village People sangen von der US-Kriegsmarine als einem Ort „where you can find pleasure …and join your fellow man“, doch vor dem Hintergrund der immer wieder öffentlich gemachten Zahlen an

Schon die Village People sangen von der US-Kriegsmarine als einem Ort „where you can find pleasure …and join your fellow man“, doch vor dem Hintergrund der immer wieder öffentlich gemachten Zahlen an Missbrauchsfällen geht jede subtile Komik verloren. Allein 2012 wurden einem Bericht der New York Times zufolge 3.374 sexuelle Übergriffe in der Navy gemeldet, doch Experten schätzen, dass die Dunkelziffer mit rund 26.000 Fällen weit höher liegt. Dass es sich hierbei um ein grundlegendes Problem handelt, wird insbesondere in Hinblick auf die gemeldeten Fälle von Nötigung und Missbrauch deutlich, von denen über die Hälfte der Opfer Männer sind.

Während der amerikanische Kongress noch über Lösungen und Strafen debattiert und die Diskussionen zu eskalieren drohen, wie aktuell auch Politico berichtete, hat sich das Militär allem Anschein nach intern auf eine innovative Lösung verständigt. Mithilfe von Microsofts Kinect-Technologie soll ein sogenanntes Avatar Based Sexual Assault Prevention and Response Training den Offizieren und Soldaten helfen, sich in bestimmten Situation angemessen zu verhalten.     Auf eine ähnliche Technologie setzt das Militär bereits seit einiger Zeit, um Soldaten auf Kampfhandlungen und Konfliktlösungen in Krisengebieten vorzubereiten, wie das Demo-Video zeigt.  

  Bisher wurden allerdings kaum Details über das 83.000-Dollar-Abkommen zwischen Navy und Organic Motion bekannt und so bleibt zunächst Vieles Spekulation. Sicher ist jedoch, dass es sich nicht um vorprogrammierte Szenarien handelt, sondern dass die Avatare auf Bewegungen und Handlungen der Soldaten durch die Kinect-Technologie reagieren werden. Wie Polygon berichtet, wird dabei ein Experte das Verhalten der Soldaten beobachten, bewerten und Vorschläge zu einer angemessenen Verhaltensweise unterbreiten.

Die Avatare lassen sich in ihrer ethnischen Herkunft, dem Aussehen und dem Geschlecht den Bedürfnissen anpassen. Außerdem können sie Emotionen durch verbale und non-verbale Gesten ausdrücken und sind in der Lage, sich möglichst realitätsnah zu verhalten, um eine interaktive Wirklichkeit zu suggerieren.   Unabhängig davon, wie die Technologien zur Aufklärung genau funktionieren werden, ist klar, dass die Prävention von derartigen Übergriffen der richtige Schritt zur Lösung des Problems ist. Auch die Verhaftung des ehemaligen Air Force Officers in Charge der Präventionsprogramme, Jeffrey Krusinski, von dem Daily Mail Online berichtete, spricht in diesem Zusammenhang Bände. Ihm wird vorgeworfen, eine Frau auf einem Parkplatz sexuell belästigt zu haben. Die Frau wusste sich übrigens zu helfen und schlug den Offizier zusammen.

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