Inside a user’s brain

User Experience – 5 einfache Prinzipien für gutes Produktdesign
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Um die User Experience von Produkten möglichst nutzerfreundlich zu gestalten, finden sich im Web allerhand nützliche Tipps. Der UX-Designer Clark Wimberly hat die zahllosen Ratschläge auf fünf komprimiert: Übersichtlichkeit, Klarheit, Bekanntheit, das Vertrauen in und die Begeisterung durch das Produkt. In einem Blogpost beschreibt er, warum gerade diese Punkte so essentiell sind.

User Experience umschreibt im Allgemeinen alle Aspekte der Erfahrungen eines Nutzers bei der Interaktion mit einem Produkt. Oder wie Clark Wimberly es in „5 Simple UX Principles to Guide your Product Design“ spezieller ausdrückt:

It’s my job to be inside a user’s brain. I need to look at design from the mindspace of a user (actually, lots of users) and squash potential problems or confusion.

Die 5 UX-Prinzipien für Produktdesign

Von dieser Nutzerperspektive ausgehend sind laut Wimberly fünf UX-Prinzipien abzuleiten:

  1. Übersichtlichkeit (Digestibility)
    Ein gutes Design sollte auf den ersten Blick deutlich machen, worum es geht. Am besten ist es natürlich, wenn der User intuitiv versteht, was zu tun ist. Dabei hilft ein schlichtes Design, das die Hierarchien übersichtlich wiedergibt und die gängigen Auswahlmöglichkeiten hervorhebt.
  2. Klarheit (Clarity)
    Gutes Design ist ehrlich. Es ist nicht nur wichtig, eine deutliche Sprache zu wählen, sondern auch den Nutzen klar herauszustellen. Hierzu gehört auch die Nennung des Preises. Denn kaum ein User wird auf „Jetzt-kaufen“ klicken, wenn ihm nicht klar ist, wofür er welchen Preis bezahlt. Im Grunde sollte man sich einfach an die folgende Regel halten: „Explain things like you’d want them explained to you. Make things as clear as you can.”
  3. Vertrauen (Trust)
    Gutem Design vertraut man. Bevor der User dazu aufgefordert wird, eine Aktion auszuführen, muss erklärt werden, warum diese genau jetzt nötig ist. Ehrlich und deutlich in den Erklärungen zu sein, schafft mit jedem Schritt Vertrauen.
  4. Bekanntheit (Familiarity)
    Innovatives Design ist großartig – aber Design, das dem User bekannt ist, ist besser. Es ist wichtig, dass das Produkt auf verschiedenen Plattformen identisch aussieht. Dazu muss das Konzept auf den unterschiedlichen Devices getestet werden, um jedem User ein einheitliches Erlebnis zu bieten.
  5. Begeisterung (Delight)
    Eine gute Idee reicht nicht mehr aus, sondern ihre Umsetzung muss stimmen. Je einfacher ein komplexes Problem umgesetzt wird, umso zufriedener wird der User bei der Nutzung. Die ultimative Begeisterung wird ausgelöst, wenn der User vergisst, dass es sich bei dem Produkt um ein Produkt handelt – eben weil es so nützlich ist.

Weitere Faktoren für gutes UX-Design

Schaut man sich im Web um, lassen sich Wimberlys fünf Punkte noch um einige spezifische Details ergänzen. So schreibt etwa Jordan Julien in „Fundamental Principles of Great UX Design | How to Deliver Great UX Design”, dass die wichtigsten Prinzipien des UX-Designs „be contextual, be human, be findable, be easy, be simple“ lauten. Das heißt, dass das Produkt stets kontextbezogen, informativ und leicht zu finden sowie leicht zu bedienen sein muss. Zudem sollte das Produkt für die User transparent und vertrauenswürdig sein. Auch Ablenkungen und lange Ladezeiten wie auch eine hohe Arbeitsbelastung des Users vermeidet man besser.

Während Jim Nieters wie Wimberly Wert auf „delight“ legt, ist er gleichzeitig einer der wenigen Experten, die sich im oben genannten Artikel mit dem technischen Aspekt der User Experience beschäftigen. So behandelt die „system performance“ die Frage, wie schnell die User Interface antwortet, wenn ein User mit dem Produkt interagiert. Reagiert die UI zu langsam, nimmt auch die Begeisterung des Nutzers ab.

Ebenfalls im selben Artikel beruft sich Leo Frishberg auf den römischen Architekten Vitruv, der bereits im 1. Jh. v. Chr. Kriterien für die UX „festgelegt“ hat. Venustras (Freude), Firmitas (Zuverlässigkeit) und Utilitas (Nutzen) dienten ihm als Grundlage beim Bau von Gebäuden.

Vinay Raghu ergänzt in seinem Artikel „15 Steps To Better Usability (and Happier Users)“ die Diskussion um weitere Punkte, die für eine gute UX unverzichtbar sind. So nennt er zum Beispiel brauchbare Schriftgrößen, intelligente Anleitungen, Fehlermeldungen, mit denen der User auch etwas anfangen kann oder Formularfelder, bei denen man bei der Eingabe nicht zwischen dem normalen und dem numerischen Keypad umschalten muss.

User-Identifikation als Grundlage für gute UX

68 Prozent der User, die einen Nutzungsprozess abbrechen, tun das, weil sie überzeugt sind, dass man sich nicht für ihre User Experience interessiert. Voraussetzung bei allen genannten Punkten ist es also, sich in den User hineinzuversetzen. Der Nutzer muss das Gefühl bekommen, dass sich hier jemand wirklich Gedanken um ihn gemacht hat!

 

Aufmacherbild: Young business man getting stressed Foto via Shutterstock / Urheberrecht: Vlue

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