Psychologische Prinzipien erfolgreicher Gestaltung

Buchtipp: Wie Design wirkt
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Psychologen und Informatiker haben im Allgemeinen keine besonders gute Meinung voneinander. Dieses Werk möchte psychologische Effekte und Theorien vorstellen, um Grafikern und Entwicklern bei der Erzeugung wirksamer Designs zu helfen.

Nach einer Kurzbesprechung des Spannungsfelds zwischen Design und Psychologie beginnt der Autor seine Besprechungen mit einer Abhandlung über das Wirken von Eindrücken im Allgemeinen. Schon hier zeigt sich der tiefe Erfahrungsschatz – die Vorstellung des Takete-Maluma-Experiments von Wolfgang Köhler ist mit Sicherheit nicht alltäglich.

Kapitel zwei setzt diesen Trend insofern nahtlos fort, als dass sich der Autor mit der spezifischen Wirkung von Bildern auseinandersetzt. Grau hinterlegte Kästen stellen die im Fließtext vorgestellten Konzepte kurz zusammengefasst nochmals vor. Erfolgreiche Werbungen und Designs interagieren mit Personen auf emotionaler Ebene: Das dritte Kapitel des Werks geht auf die Gefühlswelt der Betrachter ein. Kapitel vier unterstützt diese Sichtweise mit Überlegungen zum Funktionieren des Wahrnehmungsapparats als Ganzes – interessant ist das nicht nur für das Design von Werbung, sondern auch für Benutzerinterfaces im Allgemeinen.

Aspekte der Wahrnehmungspsychologie monetisieren

Cover Wie Design wirktDer zweite Teil des Werks wendet sich dann der Frage zu, wie die verschiedenen Aspekte der Wahrnehmungspsychologie monetisiert werden können. Kapitel fünf und sechs geben eine kompakte Einführung in Farbenlehre: Von besonderem Interesse ist eine Auflistung von Farben und den damit assoziierten Gedankengängen. Kapitel sieben beschäftigt sich mit Formenlehre: Wer mit grundlegenden Strukturen wie Quadrat, Dreieck und Kreis umgehen kann, kann seine Designs anhand psychologischer Grundprinzipien ausrichten. Kapitel acht breitet die Thematik in Richtung Perspektive aus: Wer Personen von unten oder von oben fotografiert, verändert die Wirkung der Bilder.

Zu guter Letzt findet sich noch ein Kapitel, das Stilmittel und schriftbasierte Designs vorstellt. Auch wenn jedes Design anders ist: Es gibt einige Verfahren, die bei der Findung von Ideen erprobt und hilfreich sind. Das vor dem Quellen- und Literaturverzeichnis platzierte zehnte Kapitel nimmt sich die Vorstellung dieser Prozesse vor – und auch hier gilt, dass sie auch außerhalb der Arbeit an Grafiken hilfreich sind.

Aufbau und Fazit

Der didaktische Aufbau von „Wie Design wirkt” sorgt dafür, dass das Buch auch nebenbei gelesen werden kann – am Ende jedes Kapitels findet sich eine Zusammenfassung, die Wichtiges hervorhebt. Der Autor versieht sein Werk mit Unmengen von Farbgrafiken, die die Prinzipien im praktischen Einsatz zeigen. Zudem gibt es eine Vielzahl von Verweisen auf weiterführende Literatur – es ist eines jener Werke, die einen zum Kauf weiterer Bücher animieren. Ob der hohen Druckqualität gilt, dass ein Printexemplar dem E-Book vorzuziehen ist, denn auf Papier macht der Text einfach mehr Freude.

Wer schon immer Freude an Social Engineering und Co. hatte, wird dieses Buch lieben: Themen wie Gestalttheorie nehmen im klassischen hobbypsychologischen Diskurs viel zu wenig Raum ein. Das Werk taugt zudem als Geschenk für Freunde und Kollegen.

Autoren: Monika Heimann, Michael Schütz
Titel: Wie Design wirkt
Untertitel: Psychologische Prinzipien erfolgreicher Gestaltung
Seiten: 632
Preis: 39,90 Euro
Verlag: Rheinwerk Verlag GmbH
Jahr: 2016
Sprache: deutsch
ISBN: 978-3-8362-3858-8

 

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