Neue Technik und neues Denken - UX-Design im Wandel

Nicht nur drüber reden – Trends im UX-Design 2018
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2018 wird das Jahr der Sprachassistenten. Was schon letztes Jahr an Fahrt gewann, ist in diesem nirgendwo mehr wegzudenken. Aber das ist nicht alles. Wir haben uns ein wenig umgesehen und hinter die Kulissen des UX-Designs geschaut. Dabei geht es nicht nur um neue Technik, sondern auch um neues Denken. Und zwar bis in die obersten Entscheidungsebenen.

Schon längt sind die Grenzen zwischen Realität und Virtualität nicht nur verschwommen, sondern komplett verschwunden. Was mit Smartphones noch einen eher zögerlichen Anfang nahm, ist heute bei Wearables und VR-Brillen angekommen und wir können uns sicher sein, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren nicht verlangsamen wird. Aber was bedeutet das eigentlich für diejenigen, die für die Interaktion zwischen Mensch und Maschine zuständig sind, die UX-Designer? Wir haben uns umgeschaut und fünf Trends für das Jahr 2018 ausgemacht, die Design, Programmierung und unser aller Leben entscheidend beeinflussen werden.

1. Content is king – dieses Mal wirklich.

Den Satz „Content is king“ kennt wohl jeder. Aber was Bill Gates schon 1996 wusste, wird 2018 noch wichtiger. Wir leben im Informationszeitalter. Und damit in einer Welt, die sich immer schneller um uns herum bewegt, in der Eindrücke immer schneller auf uns einprasseln. Wer hier seine Inhalte platzieren will, muss ihnen Raum geben. Whitespace wird wichtiger, das Ego der Designer muss dafür zurückstecken: Minimalismus lautet das Zauberwort. Die besondere Herausforderung wird es sein, unter diesen Bedingungen den eigenen Content und eigene Produkte, ob nun Bild, Text oder Ton, sinnvoll zu platzieren. Darum wird auch das Storytelling, das Erzählen von Geschichten, an Bedeutung gewinnen. Das Internet ist erwachsen geworden und braucht keine Bilderbücher mehr, es ist jetzt ein Roman. Und wer die beste Geschichte erzählt hat die besten Chancen.

2. Du bist gemeint!

Dass eine gute Geschichte Geschmackssache ist, dürfte jedem klar sein. Beim UX-Design ist es nicht anders. Menschen sind Individuen und genauso individuell wie wir sollte auch das Erlebnis sein, das Apps, Websiten und Programme ihren Nutzern bieten. Ob Alter, Geschlecht oder Herkunft, es gibt diverse Faktoren, die beeinflussen, was wir mögen und was nicht. Schon längst verfügen die meisten Unternehmen über diese Daten von ihren Nutzern, jetzt wird es Zeit, etwas daraus zu machen. Nehmen wir ein einfaches Beispiel für die Farbgebung einer Website. Wer in einer Großstadt lebt, mag vielleicht lieber einen blauen Hintergrund und helle Schrift, weil es ihn an den freien Himmel erinnert, den es hier nicht so oft zu sehen gibt, wer auf dem Land lebt, möchte eventuell grauen Hintergrund und orangene Schrift, da das so sehr nach der aufregenden nächtlichen Großstadt aussieht. Bei vielen älteren Menschen sind die Augen nicht mehr so gut, die Schrift sollte automatisch größer angezeigt werden. Nicht zu vergessen: Inklusion. Emojis gibt es inzwischen mit diversen Hautfarben, für gleichgeschlechtliche Partnerschaften und für Alleinerziehende. Nur wer die Individualität seiner Nutzer ernst nimmt, kann ihnen das Gefühl geben, ernst genommen zu werden.

3. Schau dich um, während du mit mir redest

Alexa, Siri oder Cortana: Unsere Devices sind gesprächig geworden. Nicht nur über Lautsprecher, auch Kopfhörer gibt es inzwischen mit Assistenten. Dem muss auch das UX-Design gerecht werden. Wir werden viel weniger zur Maus oder Tastatur greifen. Sogar Bildschirme verlieren zunehmend an Bedeutung. Inhalte und Produkte werden nicht mehr in eine graue, weiße oder schwarze Kiste gesperrt, sie werden uns umgeben und wir werden zunehmend mit ihnen interagieren können, oft ganz ohne grafisches User-Interface im bekannten Sinn. Auch darauf sollten sich Programmierer und Designer einstellen. Die klassisch-grafische Schnittstelle mit einem Bildschirm als Interaktionsmedium zwischen User und Inhalt fällt bei sprachbasierten Inhalten und Interaktionen weg. Erhalten bleiben wird diese Schnittstelle zwar im Bereich der Virtual- und Augmented-Reality. Aber sie wird sich grundlegend verändern. Die Projektion von Inhalten in unseren Alltag hinein bedeutet vollkommen neue Anforderungen. Natürlich hängt viel davon ab, wie sich die Hardware entwickelt und welche weiteren Möglichkeiten sich in Zukunft ergeben. Es schadet sicher nicht, sich genau darüber bereits jetzt ausführlich Gedanken zu machen.

4. Alles ist Eins

Welche Erfahrung User mit einem Unternehmen machen, bezieht sich nicht nur auf ein Betriebssystem oder auf ein Angebot oder einen Inhalt. Alles ist verbunden und umso wichtiger ist es, dass auf allen Kanälen ein einheitliches Bild abgeliefert wird. Und damit sind nicht nur verschiedene Plattformen und Dienste gemeint, sondern auch die Unternehmenskultur und sogar die Persönlichkeit eines Unternehmens, die nach außen dargestellt wird.

Das Verhalten von Chatbots oder die Stimme der Sprachausgabe sind Teil dieser Persönlichkeit. Ein Hersteller von Arbeitskleidung sollte seinem Chatbot lieber eine gewisse Hands-On-Mentalität einpflanzen. Für Kosmetika wird diese weniger wichtig sein. Noch bedeutender, als das was und wie sie es sagen, ist, was Unternehmen tun. Frei nach dem Motto „tue Gutes und rede darüber“ wird Aktivismus auf Unternehmensseite immer wichtiger. Dieser sollte natürlich zu den Services und Produkten des Anbieters passen. Schwierig kann es werden, wenn Unternehmen politisch Stellung beziehen. Das kann zwar Kunden begeistern, aber genauso andere verprellen.

5. Re-Design doing Design

Neben vielen inhaltlichen Neuerungen, die durch technologischen Wandel entstehen, verändert sich auch der Prozess des Designens, die Designer Experience sozusagen. Tools bieten heute die Möglichkeit, Projekte in Echtzeit gemeinsam zu erarbeiten. Niemand werkelt mehr im stillen Kämmerlein vor sich hin – oder sollte es zumindest nicht mehr. Das bietet nicht nur bei der Arbeitsteilung große Vorteile, auch können so Ideen viel besser zusammenfließen und Synergieeffekte genutzt werden. Am besten klappt das, wenn ein Team die Trends repräsentiert, welche im Bereich UX ebenfalls an Bedeutung gewinnen. Sprich es braucht auch in der Designabteilung Diversität, einen Sinn für Unternehmenskultur und direkte Interaktion mit der Zielgruppe.

Die Trends im UX-Design zeugen von den ständigen Veränderungen, denen die Interaktion mit Kunden und Usern unterliegt. Für Programmierer bedeuten diese Veränderungen neue Arbeitsweisen und mehr Verantwortung, aber auch neue Chancen. Wichtig ist, sich der Veränderungen und Chancen bewusst zu sein, um sie rechtzeitig nutzen zu können.

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