Von einem ungewöhnlichen Bündnis, Netzneutralität in Amerika und Emscripten
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In den Random Web-Bits geht es heute um ein ungewöhnliches Bündnis, das mit einen offenen Brief an EU-Institutionen für die Ersetzung von Google Analytics wirbt, um die möglicherweise in Gefahr geratene

In den Random Web-Bits geht es heute um ein ungewöhnliches Bündnis, das mit einen offenen Brief an EU-Institutionen für die Ersetzung von Google Analytics wirbt, um die möglicherweise in Gefahr geratene (oder auch nicht?) Netzneutralität im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sowie um ein neues LLVM-Backend für Emscripten.

Liebe EU!

Die EU hat sich zur Förderung der EU-Wirtschaft verpflichtet. Das ist gut. Leider nutzen 92,5 Prozent der europäischen Institutionen Google Analytics. Das ist blöd. Daher hat sich eine ungewöhnliche Allianz gebildet und fordert in einem offenen Brief an die EU, dass man eben jenes Analytics durch eine der europäischen – und zumeist datenschutztechnisch betrachtet weniger problematischen – Lösungen ersetzt. Unterzeichner des Briefs sind die Köpfe von Webtrekk, Gemius und Odoscope; genannt werden aber auch zahlreiche andere, wie beispielsweise Piwik, Econda oder Etracker. Wir sind gespannt zu sehen, ob darauf von offizieller Seite eine Reaktion folgen wird.

Netzneutralität in Gefahr? (… oder auch nicht)

Die Federal Communications Commission (FCC) hat eine Änderung bestehender Telekommunikationsregelungen angekündigt, die dramatische Auswirkungen auf die Netzneutralität in den USA haben könnte. Wie die New York Times berichtet, soll es Plänen der US-Aufsichtsbehörde zufolge Internet Service Providern bald ermöglicht werden, Web-Inhalte gegen Bezahlung bevorzugt zu behandeln. Damit könnten US-Konzerne gegen Zahlung eines Aufpreises ihre Dienste auf der letzten Meile schneller zum Kunden übertragen. Auch das Herausrechnen von Datenvolumen bestimmter Internetdienste könnte diese Regelung nach sich ziehen – eine klare Beeinträchtigung der Netzneutralität, die besagt, dass alle im Netz übertragenen Inhalte gleich behandelt werden sollten.

Von den Regeländerungen und den damit entstehenden Überholspuren dürften vor allem Anbieter von Streaming-Dienste profitieren, darunter beispielsweise Netflix, HBO oder Disney. Die Gefahr besteht darin, dass in den USA künftig ein Zwei-Klassen-Internet entstehen könnte, in dem die Datenpakete zahlungskräftiger Anbietern (und deren Partnern) von den Providern bevorzugt behandelt werden – eine kaum überwindbare Hürde und Benachteiligung von Startups, gemeinnützigen Organisationen und dem Otto-Normalinternetverbraucher. In einer Stellungnahme hat die FCC betont, dass die Regeländerungen keine Diskriminierung bestimmter Inhalte zur Folge habe. Konkrete Details zu den neuen Regelungen sind noch nicht bekannt, erst am 15. Mai sollen sie veröffentlicht werden. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Emscripten jetzt mit fastcomp

Emscripten ist ein Projekt, mit dem sich C/C++-Code in JavaScript transpilieren lässt. Unter anderem wurden damit die Unreal Engine 4 und die Unity Engine 4 in den Browser gebracht. Der Beweis, dass es sich dabei also um ein ziemlich mächtiges Tool handelt, ist als bereits erbracht. Jetzt aber ist fastcomp, ein neues LLVM-Backend, in das Projekt eingeflossen – und es steht in dem Ruf, noch einmal deutlich schneller als der alte Compiler zu sein.

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