Warum gibt es den "Browser War"?
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Gestern wurde in Reddit die Frage gestellt, was der Sinn hinter dem „Browser War“ ist und warum Microsoft, Google und andere so viel Wert darauf legen, dass die Leute ihre kostenlosen Browser benutzen.

Gestern wurde in Reddit die Frage gestellt, was der Sinn hinter dem „Browser War“ ist und warum Microsoft, Google und andere so viel Wert darauf legen, dass die Leute ihre kostenlosen Browser benutzen. Etliche tausend Redditors haben das Thema in Windeseile auf die Frontpage gevotet und ein Web Entwickler hat die Frage mit einem historischen Abriss beantwortet:

„Der Ursprung des Browser Krieges“, so sagt der Redditor aurisor, „liegt bei Microsoft.“ Der Gedanke von Microsoft ist, eine Software-Welt zu erschaffen und sie für immer selbst zu besitzen. Diese verschlossene Haltung geriet irgendwann in Konflikt mit der offenen Welt der Web-Entwickler. Doch die eigenen Implementationen von MS stellten sich als Fehlerhaft heraus, sodass Microsoft oft eigene Standards zu etablieren versuchte. Und da Microsoft-Entwickler angehalten waren, um diese Bugs herum zu arbeiten, war es nicht mehr möglich, derlei Websites und Dienste mit anderen Mitteln als den angepassten Internet Explorern zu verwenden. Dieses so genannte Vendor Lock-in erklärt, warum heute noch Internet Explorer 6 existiert.

Firefox hingegen ist ein offenes Projekt, was sich aus der kommerziellen Mutter Netscape abgespalten hat. Es war als Gegenentwurf zu Microsofts Monopol gedacht. Firefox lief dem Internet Explorer in Sachen Standard-Implementierung und Feature-Support schnell davon. Lediglich die Oberfläche des Browsers war weniger aufgeräumt, was Anwendern noch missfiel. Dies lag allerdings daran, dass hinter Firefox kein gewinnorientiertes Unternehmen, sondern eine zersplitterte Gruppe von Hobby-Entwicklern stand.

Den Ansehens-Bonus verlor Microsoft, als die Firma den Browser so tief in das Windows-Betriebssystem integriert hatte, dass selbst die Fenster des Dateimanagers von IE gerendert wurden. Damit verlor der Software-Riese das Vertrauen der Kunden in den Internet Explorer und sie begannen, sich verstärkt nach Alternativen umzusehen.

Mit Opera trat ein weiterer Mitstreiter auf das Browser-Parkett. Anders als bei Mozilla blieb der Quellcode verschlossen. Hier lag das Hauptaugenmerk auf einer polierten Oberfläche. Doch der bahnbrechende Erfolg blieb aus.

Googles Motivation, sich mit Chrome am Browser-Krieg zu beteiligen, kann in zwei Gedanken begründet liegen: Zum einen fand Google über die Webkit-Engine einen Weg, sich mehr in der Erstellung von Web-Standards einzubringen und diese praktisch umzusetzen. Zum anderen wäre der Sieg des Chrome Browsers im Browser Krieg nützlich, ließe sich damit der Internet Explorer so weit an den Rand drängen, dass Web-Entwickler die Entwicklung für Microsofts Sonder-Regelungen geflissentlich übergehen könnten.

Der Post-Autor schließt damit, dass die offenen Standards sich durchgesetzt haben und seit dem Internet Explorer 9 (der viele MS-fremde Standards übernommen hat) auch Microsoft gezeigt hat, dass man dies in Redmond hinnimmt. Und dadurch, dass Chrome sich bei den Techies so sehr einschmeichelt (mit seinen Developer Tools, der Erweiterbarkeit, etc.) nimmt er Firefox viel Kundschaft weg und entzieht auch potenziellen Mozilla-Entwicklern die Motivation, dem Projekt zu neuer Blüte zu verhelfen. Opera hingegen mischt sich nicht großartig in den Krieg ein und ist auch dann zufrieden, wenn sie nicht die Browser-Welt erobern. Im Gegenteil: Aus den Kreisen der Opera-Entwickler kommen Vorschläge zur Schlichtung einiger Streitpunkte der Browser-Vendors.

Was denkt Ihr? Wenn es tatsächlich Googles Plan war, den Internet Explorer zu verdrängen, wird dieser aufgehen? Und wird sich ein Ende der Vendor-Streitigkeiten abzeichnen? Welche Wege müssen die Browser-Hersteller noch beschreiten, damit Entwicklern endlich ein paar Steine aus dem Weg geräumt werden?

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