Tieffliegende Tropenfrüchte

Was bringt Windows Phone 7.5
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Mangos werden eigentlich im Sommer verzehrt. Anscheinend plante man bei Microsoft, Windows Phone 7.5 noch im Spätsommer diesen Jahres auszuliefern. Wie schon bei Nodo gibt es aber auch hier Verzögerungen. Das Endgeräte-Rollout beginnt frühestens im September. Die Entwicklungsumgebung ist allerdings bereits verfügbar – Zeit für einen kleinen Überblick.

Joe Belfiore, Corporate Vice President des Windows-Phone-Teams, betont für Mango drei „Angelpunkte“, in die die für den Endanwender sichtbaren Verbesserungen katalogisiert werden können:

  1. Web experience beyond the browser
  2. Smarter approach to apps
  3. Communication features that make it easier to connect with people that matter

Web-Wumms

Punkt 1 klingt zunächst ähnlich paradox wie die Erlebnisse eines in einem Weinkeller gefangenen Psychoanalytikers, aber es geht hier primär darum, dass der in Mango integrierte Browser die gleiche, von IE9 am PC bekannte Engine verwendet.

Zusätzlich gibt es zwei – Local Scout und Bing Vision genannte – Funktionen. Bing Vision ist eine Art OCR (Optical Character Recognition) auf Steroiden. Fotografiert man beispielsweise ein Buch, kann man es – sofern es in der Kindle-App verfügbar ist – dort gleich kaufen. Local Scout ist ein Frontalangriff auf Reiseguides: Startet man die Anwendung in einer fremden Stadt, wird man – Internet vorausgesetzt – über in der Nähe befindliche Sehenswürdigkeiten, Lokalitäten und Shops informiert.

Apps mit Hirn

Windows Mobile 6 war für seine Multitaskingfähigkeiten bekannt. Während einige Leute ( so wie ich) keine Probleme damit hatten, mit 10 Anwendungen gleichzeitig herumzujonglieren, hatten andere Anwender weniger Freude daran und beklagten sich über mangelnde Performance.

Das war einer der Gründe, weshalb Multitasking in Windows Phone 7 schließlich deaktiviert wurde. Das an sich nützliche Feature ist nun mit Mango wieder da. Drückt man bei einem Mango-betriebenen Smartphone lang auf die Zurück-Taste, kommt man in eine an das PlayBook erinnernde „Taskmanager-Ansicht“. Diese listet alle fünf „laufenden“ Anwendungen auf. Man kann dann problemlos zwischen ihnen hin- und herwechseln.

Hinter Belfiores „Smarter Live Tiles“ verbirgt sich eine kleine Verbesserung – die so genannten Tiles auf dem Homescreen können nun dynamischer auf Änderungen in der Umgebung des Benutzers reagieren.

Soziale Neuerungen

Windows Phone 7 wurde von Anfang an als soziale Kommunikationslösung beworben. Mango bringt – logischerweise – auch in diesem Bereich massive Verbesserungen mit. Beispielsweise kann man nun mehrere private E-Mail-Konten in einer „gemeinsamen Inbox“ zusammenfassen. Viel-E-Mailer werden sich zusätzlich über die Thread-Funktion freuen. Diese fasst Konversationen über E-Mail, Twitter, Facebook und andere – fast wie der alte Treo – in einer Baumstruktur zusammen.

Ran an die IDE

Kurz gesagt: Mango bringt für Endanwender viele Neuerungen, und es ist davon auszugehen, dass das überarbeitete Betriebssystem auch auf neuen Geräte zu finden sein wird. Beispielsweise zeigt die österreichische Tageszeitung „Die Presse“ Fotos eines bis dato nicht am Markt erhältlichen Asus-Geräts. Für Entwickler gibt es einige interessante Zusatzfunktionen, die in Abbildung 1 aufgeschlüsselt sind. Wir werden uns in diesem Artikel mit einigen von ihnen näher befassen.

Abb. 1: Roulette mit Mango-Features (Bildquelle: Microsoft)
Abb. 1: Roulette mit Mango-Features (Bildquelle: Microsoft)

Informationen zu den neuen Klassen findet man in einer sehr übersichtlich gehaltenen MSDN-Seite. Derartiges hätte sich der Autor schon zu Zeiten von Windows Mobile gewünscht.

Auch an der geografischen Front gibt es mit Mango einige Neuigkeiten. Statt 16 werden nun 35 Länder unterstützt (Abb. 2). Leider fehlen ausgerechnet ein paar bekannte Steueroasen wie Panama und die Slowakei.

Abb. 2: Mango unterstützt mehr Länder
Abb. 2: Mango unterstützt mehr Länder
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