Ein neuer Versuch der Auseinandersetzung mit dem konfliktreichen PHP

Was kann PHP?
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Und ewig nährt sich die Diskussion um PHP mit der Frage, ob es nun gut oder schlecht ist. Die einen lieben es, die anderen hassen es. Tatsache ist, PHP hat mit vielen Vorurteilen zu kämpfen und das sicher nicht nur zu Unrecht. Es ist verschrien, zusammengeschustert und übermäßig kompliziert zu sein, um nur einige Unkenrufe zu nennen, gleichzeitig ist es unglaublich weit verbreitet.

Und wieder einmal macht sich einer auf, der Umstrittenheit von PHP auf den Grund zu gehen: Bruno Skvorc hat eine Art Pro-und Contra-Liste für PHP erstellt, die hilfreiche Ansätze vermitteln soll, wann PHP die richtige Wahl ist und wann ihr lieber davon Abstand nehmen solltet. Viele, so Skvorc, nutzten PHP auch dann, wenn es bessere Alternative gäbe, und hier sieht er das eigentliche Dilemma.

Die weitreichende Availability PHPs ist unschlagbar und es ist verhältnismäßig leicht zu erlenen – zumindest am Anfang. Doch scheint es Skvorc so, dass die schlechte Reputation PHPs mitunter gerade daher rührt, dass Entwickler es zu leichtfertig einsetzen.

Finger weg von PHP, wenn…

Skvorc geht mit einigen Beispielen an die Contra-Liste. Wenn man eine Command Line App bauen will, ist PHP laut Skvorc defintiv die falsche Wahl. Nicht, dass es nicht machbar wäre – ist es! Aber PHP sei einfach nicht dafür konzipiert worden, Python biete sich hingegen an. Das Gleiche gelte etwa für Apps, die ein hohes Maß an rechnerischer Funktion aufweisen müssen. Hierfür dienten funktionale Sprachen wie Scala oder Dart, die speziell darauf ausgelegt sind. PHP wird nur unter großen Mühen diese Aufgaben bewältigen und dabei wahrscheinlich trotzdem langsamer sein.

Fahrlässig sei es auch, wenn man PHP wählt, weil es auf den ersten Blick am einfachsten erscheint. Mit fortgeschrittenem Niveau wird es ebenso komplex, wenn nicht gar komplexer, als andere Sprachen.

PHP, so Skvorcs Empfehlung, eignet sich für alles was weborientiert ist und gut performen soll – Moment, PHP und performant? Dazu gleich mehr. Erst in Kombination mit falscher Verwendung werde PHP zu der schlechten Sprache, über die sich viele das Maul zerreißen.

PHP ist die richtige Wahl, wenn…

PHP erlaube schnelles Prototyping aller Arten von Applikationen und macht es möglich, sie in kürzester Zeit laufen zu lassen. Inzwischen haben Projekte wie HHVM oder Phalcon dazu beigetragen, dass PHP deutlicher performanter ist (AH!!!!) und Sprachen wie Ruby on Rails oder Python weit hinter sich lässt.

In puncto dynamische Sprachen gibt es laut Skvorc für PHP im Grunde noch keinen ebenbürtigen Konkurrenten. Das PHP Core Team arbeite darüber hinaus kontinuierlich an den Verbesserungen der Sprache. Patches und Verbesserung seien für viele zwar eher ein Zeichen für die Verwundbarkeit einer Sprache, aber dann sollte man sich ernsthaft fragen, welche Sprachen denn nicht über die Jahre weiterentwickelt, aus- und verbessert wurden.

Fazit

Wie schon so viele vor ihm versucht sich Bruno Skvorc an einer Auseinandersetzung mit PHP und den Ursachen für seinen Ruf. Dabei hat er sich eher für ein Plädoyer für PHP als Sprache entschieden, als dagegen. Den schlechten Ruf der Sprache sieht er nicht ausschließlich, aber doch zu großen Teilen, in falscher Nutzung begründet. Dieser Ansatz mag gar nicht völlig daneben liegen, doch sind die Beispiele, die er zur Untermauerung seiner These anführt spärlich, sehr oberflächlich und schon zu oft genannt worden. Ein Kommentar mit Potenzial und guten Ansätzen, aber wir hätten uns etwas mehr gewünscht.

Aufmacherbild: An warning sign isolated on white with shark symbol and words von Shutterstock / Urheberrecht: karen roach

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