Was macht ein Open Source-Projekt erfolgreich
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Open-Source-Softwareprojekte haben ganz spezielle Anforderungen an die Teamzusammenarbeit. Um welche Anforderungen es sich dabei handelt, erfahren Sie im nachfolgenden Artikel.

Open-Source-Projekte sind so erfolgreich, wie ihre Fähigkeit eine Community im Web aufzubauen. Plattformen auf denen Open-Source-Projekte gehostet werden, wie SourceForge.net, waren erfolgreich, lange bevor es den Begriff „Web 2.0“ gab. Es sind die Prototypen für alle Collaboration-Plattformen. Damit in einem Open-Source-Projekt Community-Mitglieder aus aller Welt reibungslos in einem virtuellen Team gemeinsam Software erstellen können, werden hohe Anforderungen an die verwendete Software gestellt. Sie muss die gesamte Kommunikation des Projekts verwalten. Außerdem wird hier Sourcecode abgelegt. Mithilfe eines Konfigurationsmanagementtools werden lauffähige Versionen erzeugt. Es ist also ein Community-Verwaltungstool und ein Application-Lifecycle-Managementtool gleichermaßen.

Es gibt verschiedene Portale im Internet, auf denen es möglich ist, ein Open-Source-Projekt zu beherbergen. Diese Portale betreiben Collaboration-Plattformsoftware und bieten viel Service kostenlos an. Hier ist es möglich, sein Open-Source-Projekt kostenlos zu hosten und eine Community aufzubauen. Beispiele hierfür sind:

  • SourceForge.net
  • codeplex.com
  • code.google.com
  • Codehaus.org
  • developer.berlios.de
Community

Erfolgreiche Open-Source-Projekte haben eine funktionierende Community. Die Selbstorganisation muss organisiert werden. Da es hier keine Telefonhotline gibt und die Core-Programmierer dafür nicht zur Verfügung stehen, gilt hier das Help-Yourself-Prinzip. Die ursprünglich verwendeten Mailinglisten haben sich als Falle erwiesen, wenn Projekte einen gewissen Grad an Bekanntheit erreicht haben. Fragen an die Community pauschal über E-Mail-Listen wird allzu oft mit „no Response“ beantwortet, weil sich niemand zuständig fühlt. Wenn eine Person schlicht die falsche Frage gestellt hat, dann wird sie als so genannter „Looser“ abgestempelt. Darauf haben die „Hacker“ einfach keine Lust und keine Zeit.

Diese Problematik löst man in modernen Collaborations-Plattformen einfach mit der Einführung einer Wiki-Kommunikation. Hier braucht sich niemand fürchten, dumm dazustehen, wenn er eine ungewünschte Frage stellt. Zuerst einmal kann man sich selbst helfen, weil es in dem Wiki garantiert eine gute Einstiegsseite gibt. Das beantwortet die meisten Fragen für Neulinge. Für Details wird dann gezielt das Kommentarfeld dieser Seite genutzt. Da hier nicht im Broadcast-Verfahren eine E-Mail-Flut ausgelöst wird, sondern per Benachrichtigung genau das Community-Mitglied informiert wird, das sich zuständig fühlt, ist die Chance auf eine qualifizierte Antwort recht hoch.

Entwicklung

Programmierer im Open-Source-Umfeld benutzen gerne Entwicklungsumgebungen (IDE), die als Open Source verfügbar sind, wie Eclipse oder NetBeans. Diese IDE’s verfügen über Plug-ins, wie Subclipse für Subversion oder Mylin, die den Client nahtlos an die Collaboration-Plattform anbinden.

Builds, Tests

Auf einer Collaboration-Plattform für Open-Source-Projekte sind automatische Builds und Tests auf Dauer unverzichtbar. Open-Source-Tools aus der Apache Foundation, wie Ant und Maven mit all ihren Open Source Plug-ins, lassen sich für automatische Builds konfigurieren und können von den meisten Collaboration-Plattformen gestartet werden. Diese stoßen dann wiederum die Testläufe an.

Sourcecode-Archiv

Damit ein Open-Source-Projekt seinem Namen gerecht wird, muss der Sourcecode öffentlich über das Internet zu verwalten sein. Die Programmierer eines solchen Projekts nennen sich auch Committer. Dieser Ausdruck stammt daher, dass ein solcher Entwickler die Zugriffsrechte hat, auf das Sourcecode-Archiv zu schreiben, also einen Commit abzusetzen. Gängige Software hierzu, z. B. Subversion für die Verwaltung von Sourcecode, ist selbst auch Open Source.

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