TYPO3-Mitglieder stimmen zum Split von Neos und der TYPO3 Association ab
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Als vor gut einem Monat die anstehende Trennung von Neos von der TYPO3 Association bekannt wurde, kam diese Nachricht für viele zunächst überraschend – für viele aber auch mehr als erwartet. Immerhin wurde das ursprüngliche Ziel, mit Neos einen Nachfolger für TYPO3 CMS zu entwickeln, schnell zu den Akten gelegt und Neos sowie das zugrundeliegende Framework Flow stattdessen in die TYPO3-Produktfamilie integriert.

Dabei ist es nur natürlich, dass sich beide Projekte in unterschiedliche Richtungen entwickelt haben und verschiedene Schwerpunkte setzen. Dazu kommt auch ein gewisses Maß an Rivalität und Emotionalität in beiden Communities, die den Split als eine notwendige Konsequenz forderte. Trotzdem bereits früh die Trennung vom Neos-Projekt und der TYPO3 Association bekannt gegeben wurde, blieben zunächst viele Fragen offen – etwa, was mit dem verbleibenden Budget für dieses Jahr passieren soll.

Darüber sollen nun die TYPO3-Mitglieder mithilfe einer Abstimmung entscheiden, die noch bis zum 30. Juni läuft. Doch nicht nur das Budget steht im Fokus des Votings, auch eine mögliche Lizenzänderung des Flow-Frameworks soll diskutiert werden – ein Schritt, der, so erklärt Lorenz Ulrich in einem Blogpost, sowohl neue Möglichkeiten bieten, als auch einige Risiken bergen könnte.

Abstimmung entscheidet über Budget und Flow-Lizenz

Nicht nur Ulrich ist davon überzeugt, dass die Trennung von Neos und TYPO3 CMS ein trauriger, wenn auch notwendiger Schritt ist. Auch Robert Lemke erklärte in einem Interview zum Split, dass beide Produkte sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt haben und man dem Rechnung tragen müsse. Neos ist eben nicht das, was es ursprünglich werden wollte: ein Nachfolger von TYPO3 CMS, der alles besser macht.

Stattdessen liegt der Fokus auf anderen Konzepten und bringt viele Funktionalitäten Out-of-the-Box mit, die sich in TYPO3 CMS vielleicht nicht so leicht umsetzen ließen. Gleichzeitig  hat auch Flow einige Inspiration für das Content-Management-System der TYPO3 Association geliefert und für Funktionalitäten gesorgt, die man mittlerweile nicht mehr missen möchte.

Trotzdem beide Produkte voneinander inspiriert sind und so voneinander profitieren können, gab es immer wieder emotionale Diskussion zwischen beiden Communities. Umso spannender dürfte darum der Ausgang der Mitglieder-Abstimmung werden. Insgesamt stehen drei Punkte zur Abstimmung, die sowohl den Umgang mit dem verbleibenden Jahresbudget als auch die Änderung der Lizenz für Flow umfassen.

So könnte die Lizenz von Flow von GPL zu MIT geändert werden und dadurch die Nutzung von Flow in geschützter Software ermöglichen – für viele ein Schritt, der nach Kommerzialisierung schreit und neue Spannungen hervorrufen könnte.

Ulrich erklärt in seinem Blogpost daher, dass die Mitglieder ihre Stimmabgabe gut überdenken sollten und nicht auf der persönlichen Gefühlslage basieren sollten:

When you take your decision, do it wisely and not just based on fear and anger. Do it having in mind the fact that both products and communities wouldn’t be as great as they are today if it were not for all the people involved, all the concepts and ideas discussed, tested, sometimes discarded and sometimes implemented.

Die Abstimmung der TYPO3-Mitglieder ist noch bis zum 30.Juni offen. Mehr Informationen dazu finden sich in der entsprechenden Ankündigung auf der TYPO3-Website, dort sind auch alle drei Abstimmungspunkte noch einmal detailliert erklärt.

Aufmacherbild: vote, sketch von Shutterstock / Urheberrecht: Haryadi CH

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