Besserer Support für Unterstützungstechnologien in Microsoft Edge

Accessibility in Windows 10 und Microsoft Edge
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Schon seit Windows 98 nutzt Microsoft das Microsoft-Active-Accessibility-API (MSAA-API), um Buttons, Menüs, Texte und anderen On-Screen-Content für Unterstützungstechnologien auszudrücken; zudem arbeitet das Software-Unternehmen kontinuierlich an der Integration von Accessibility als Kernbereich des Software-Designs. Auch mit seinem neuen Browser Microsoft Edge will Microsoft dabei einen großen Schritt nach vorne machen und den Support für Unterstützungstechnologien deutlich verbessern.

So wurden in Microsoft Edge bereits umfangreiche Architekturänderungen vorgenommen, die zwar im Vergleich mit dem Internet Explorer zwar bei einigen Experiences für Regressionen sorgen, langfristig aber den Weg zu einer zugänglicheren Web-Experience für alle User bereiten sollen. In einem Blogpost im Edge-Entwicklerblog hat Cynthia C. Shelly nun die bereits zur Verfügung stehenden Änderungen in Edge vorgestellt und gibt Empfehlungen für Nutzer von Windows 10, die sich auf Software für Third-Party-Unterstützungstechnologien verlassen.

MSAA, UIA und neue Accessibility-Features in Microsoft Edge

Nicht nur das MSAA-API wurde von Microsoft entwickelt, um für eine bessere Accessibility in den Microsoft Browsern zu sorgen, auch das UI-Automation-API (UIA) stammt aus dem Hause Microsoft und wurde mit Windows Vista eingeführt. Es wurde vor allem mit dem Ziel entwickelt, mehr Informationen über das UI sowie strukturierte Dokumente abzubilden und die Performance zu verbessern; gleichzeitig sollte es aber auch eine ganze Reihe von potenziell unzuverlässigen und nicht-operablen Techniken für die Nutzung von Unterstützungstechnologien ersetzen.

Während UIA allerdings MSAA bereits vor zehn Jahren als API ablösen sollte, verließ sich der Internet Explorer jedoch weiterhin auf das MSAA-API; zahlreiche Bugs und Performance-Probleme waren die Folge. Kein Wunder also, dass das Entwicklerteam schon lange eine Lösung für die native UIA-Implementierung finden wollte. Microsoft Edge bietet dafür nun endlich das passende Grundgerüst, die gleichzeitig mit der Neugestaltung des DOM und dem kompletten Re-Write des Browser-Interfaces Hand in Hand geht.

Dazu sagt Shelly:

The change to UIA is our largest investment in browser accessibility ever, and it lays the foundation for a more inclusive web experience for users who depend on assistive technology in Windows 10.

Doch nicht nur im Browser sollen User von den Änderungen profitieren können, sie wirken sich auch auf die gesamte Windows-10-Plattform aus. Viele der Verbesserungen lassen sich bereits mit Narrator in Windows 10 ansehen. Dabei arbeitet Narrator mit UIA in Microsoft Edge, um komplexere Rollen, States und Properties abbilden und so strukturierte und interaktive Dokumente besser abbilden zu können. Zu den neuen Accessibility-Features in Edge zählen zum Beispiel:

  • ARIA-Rollen wie none, article, definition oder navigation
  • ARIA-Properties wie aria-atomic, aria-autocomplete oder aria-label
  • Darstellung von HTML-Headings über role und property
  • Unbestimmte HTML-Checkbox
  • Leseverbesserung für Narrator-Table und –Listen
  • UIA-Implementierung in HTML5-form-Elementen

Backlog für die Zukunft

Noch ist Microsoft Edge laut Shelly noch nicht dort angekommen, wo das Entwicklerteam mit dem neuen Browser im Bereich Accessibility ankommen will. So sollen bereits in den kommenden Monaten einige neue Accessibility-Features in Edge Einzug halten, etwa ein verbesserter Tastatur- und Narrator-Support in den wichtigsten UI-Elementen wie etwa der Adresszeile, den Einstellungen, den Favoriten oder den Downloads. Auch für PDFs sollen Verbesserungen vorgenommen werden; ebenso soll die Flash-Accessibility sowie das ARIA- und HTML-Mapping zu UIA verbessert werden.

Dazu kommt eine umfangreiche Liste an langfristigen Verbesserungen, bei denen etwa die Verbesserung der Core Accessibility API Mappings 1.1 und HTML Accessibility API Mappings 1.0 ganz oben auf der Prioritätsliste stehen. Die vollständige Liste steht im oben genannten Blogpost zur Verfügung.

Nutzung von Unterstützungstechnologien unter Windows 10

Viele User von Unterstützungstechnologien verlassen sich auf Third-Party-Screenreader. Um den Herstellern solcher Technologien den Übergang zu UIA zu erleichtern, arbeitet Microsoft schon seit einiger Zeit mit ihnen zusammen, sodass der User von einer besseren User Experience profitieren kann. Derzeit sind allerdings noch nicht alle Third-Party-Unterstützungstechnologien vollständig mit Microsoft Edge kompatibel. Dazu erklärt Shelly:

As we continue to work with assistive technology providers and evolve UIA in Windows 10, we expect Microsoft Edge to close the gap with Internet Explorer, and third party assistve technologies to begin providing UIA support on par with Narrator in the coming months.

Es liegt also noch einige Arbeit vor dem Microsoft-Team, allerdings ist man bereits auf einem guten Weg, für eine bessere Accessibility in Microsoft Edge und Windows 10 zu sorgen – und damit die User Experience für zahlreiche Nutzer zu verbessern.

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Aufmacherbild: Accessible Approachable Access Enter Available Concept von Shutterstock / Urheberrecht: Rawpixel

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