Alles Google – oder doch nicht?
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„Dieses Internet, das setzt sich doch nicht durch!“. Was heute nur noch scherzhaft ausgesprochen wird, war vor vielen Jahren durchaus noch eine ernstgemeinte Position. Diese Sichtweise kann zwar sicherlich inzwischen als widerlegt betrachtet werden; das eine Internet, das sich durchgesetzt hat, gibt es allerdings immer noch nicht.

Vom „klassischen“ Internet ging es weiter zum Web 2.0 und nun zum Internet of Things. Und die Entwicklung ist keineswegs abgeschlossen! Diese Meinung vertritt auch Dries Buytaert, Entwickler und Projektleiter des Drupal Open Source CMS, und macht sich Gedanken darüber, wie die Zukunft des Internets wohl aussehen wird.

Neu, neuer, am neusten

Das Netz und die Art wie wir es nutzen unterliegen nämlich einem stetigen Wandel. Als Apple das erste iPhone vorstellte, war die Skepsis groß; genau so erging es dem iPad und – ganz aktuell – der Apple Watch. Trotzdem trägt heute nicht nur fast jeder ein Smartphone mit sich herum, sondern auch die Sprachsteuerung technischer Geräte gehört längst nicht mehr zu den Zukunftsvisionen. Nur das vom Film „Zurück in die Zukunft“ für das Jahr 2015 prophezeite Hoverboard gibt es immer noch nicht. Schade!

Google – der Fels in der Brandung

Manches bleibt jedoch bei allen Veränderungen an Internet und Geräten immer gleich. Nach etwas zu googeln ist inzwischen untrennbar mit dem allgemeinen Verständnis vom Web verwoben, es gehört zum Alltag. Dem trug auch der Duden schon 2004 Rechnung, indem er den Begriff aufnahm und damit noch einmal die Bedeutung des Suchens fürs Internet unterstrich.

Stürmische Zeiten?

Aber wird das immer so bleiben? Dries Buytaert glaubt nicht daran. Die Zukunft des Webs sieht er in einem Internet, das zum Nutzer kommt – weg vom suchen, hin zur automatischen Belieferung mit den gerade benötigten, relevanten Informationen. Ein „Push“, kein „pull“ mehr, ganz im Stile der Facebook-Pinwand, die es unnötig macht einzeln auf den Seiten der Freunde nachzusehen was diese zuletzt gepostet haben.

Skepsis und Bequemlichkeit

Ein solches Internet dürfte erst einmal dieselbe Ablehnung erfahren wie sie auch dem ersten iPhone entgegen gebracht wurde (oder dem gesamten Web an sich). Das aktive Suchen nach Information ist dem Nutzer in den letzten Jahren in Fleisch und Blut übergegangen, während Systeme, die dies unnötig machen, fremd wirken. Aber ist es nicht die Natur des Internets, seine Nutzer immer wieder mit Neuem zu konfrontieren?

Schlussendlich hat die von Buytaert erdachte Zukunft des Internets nämlich auch so manchen Vorteil. Statt von Hand durch viele Onlineshops zu klicken, bekommt der Nutzer eine auf ihn zugeschnittene Auswahl angezeigt; statt nach Hotels suchen zu müssen wenn der Flug verpasst wurde, meldet sich das Smartphone von selbst mit Preisangaben und Wegbeschreibungen. Ein Internet, das genau weiß was der Nutzer gerade möchte und ihm entgegen kommt – einfach nur unheimlich oder unheimlich bequem?

Eine solche Veränderung des Internets hat jedenfalls das Potential, unser komplettes Verständnis des Webs zu verändern. Ob sie sich durchsetzen wird? Nun, sprechen wir in 10 Jahren noch einmal darüber …

Aufmacherbild: Projecting The Future via Shutterstock / Urheberrecht: solarseven 

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