Apps auf der Überholspur, weniger Nutzung mobiler Websites
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„The app has overtaken the internet“ – das ist der Titel eines Berichts auf der Newsseite von Yahoo. Erst kürzlich erschien der neueste ComScore-Report, der die Nutzung von Smartphone-Apps in den

The app has overtaken the internet“ – das ist der Titel eines Berichts auf der Newsseite von Yahoo. Erst kürzlich erschien der neueste ComScore-Report, der die Nutzung von Smartphone-Apps in den USA unter die Lupe genommen hat. Das Ergebnis ist wenig überraschend: Konsumenten verbringen immer mehr Zeit mit der Nutzung von Apps, statt direkt im Netz zu surfen und digitale Inhalte zu konsumieren, egal, ob sie dafür den Desktop– oder den mobilen Browser bemühen.

Social-Media-Apps gewinnen bei monatlicher App-Time

Dass Medien immer mehr von mobilen Geräten aus konsumiert werden, ist nichts Neues. Laut des ComScore-Reports liegt der Anteil bei 60 Prozent, davon werden 52 Prozent mithilfe einer App betrachtet. Im Vergleich zum Vorjahr (40 Prozent) stieg der Anteil der Apps somit deutlich. Insgesamt nutzen durchschnittliche US-amerikanische Smartphone-Nutzer Apps zu 88 Prozent der Zeit, die sie ihr Smartphone aktiv verwenden.

Keine Überraschung ist auch, wie sich die monatliche App-Time der Smartphone-Nutzer aufteilt. 25 Prozent gehen an Social-Media-Dienste wie Twitter und Facebook, 16 Prozent an Spiele und acht Prozent an Radio-Apps wie Pandora. Auf den weiteren Plätzen folgen Multimedia und E-Commerce-Apps (je fünf Prozent) sowie Instant-Messaging-Services (vier Prozent).

Facebook-App ist unangefochtener Favorit

Egal in welcher Altersgruppe, die Facebook-App ist der unangefochtene Favorit der Smartphone-App-Nutzer. Nicht nur ist die Reichweite der App ungeschlagen, auch die Zeit, die Nutzer in der App verbringen steht fast außer Konkurrenz.

  • In der Altersgruppe der 18- bis 24-jährigen folgen auf den Plätzen der Radio-Dienst Pandora, Instagram, YouTube und Snapchat.
  • Bei den 25- bis 34-jährigen sieht die Verteilung ähnlich aus. Pandora ist auch hier der zweitplatzierte Dienst, dann folgen YouTube, Instagram und Netflix.
  • Für die 35- bis 54-jährigen ist Pandora ebenso wichtig, wie der Facebook Messenger, YouTube und Netflix.
  • Bei der Altersgruppe 55+ schafft es der Facebook Messenger gar auf Platz 2, gefolgt von Pandora, YouTube und Yahoo Mail.

Kaum jemand lädt regelmäßig Apps herunter

Angesichts der Tatsache, dass die US-Amerikaner so viel Zeit mit der Nutzung von Apps verbringen, würde man annehmen, dass die Download-Zahlen explodieren müssten. Die Realität zeigt aber, dass gerade mal ein Drittel aller US-amerikanischen Smartphone-Nutzer eine oder mehrere Apps pro Monat herunterladen. Im Gegensatz dazu stehen über 65 Prozent der Nutzer, die gar keine App pro Monat herunterladen.

Da stellt sich natürlich die Frage, woran die Download-Müdigkeit der US-Amerikaner liegt. Dan Frommer spekuliert, dass es nicht daran liegt, dass Apps zu teuer sind. Wie auch, sind die meisten Apps doch umsonst oder kosten nur wenige Cents.

Viel wahrscheinlicher ist, dass neue Apps schwer zu finden sind, weil die App-Stores, hier besonders Apples App Store, oft eine schlechte Suchfunktion und nur schwache Entdeckungs-Features haben.

Ebenso ist es vermutlich so, dass die Nutzer nicht so viele Apps benötigen. Dies würden übrigens auch andere Zahlen des ComScore-Reports unterstreichen, denn 42 Prozent der App-Time verbringen Nutzer in ihrer Lieblings-App.

Was heißt das für Web-Entwickler? Es scheint, als würden Apps den Gebrauch von (mobilen) Browsern übersteigen. Woran das liegt, lässt sich nur spekulieren. Ein Grund könnte sein, dass es noch nicht genug Websites gibt, die sich im mobilen Browser gut darstellen lassen, weil sie zum Beispiel auf die Betrachtung auf Desktops ausgelegt sind.

Auch die Funktionalität, die man von Smartphone-Apps gewohnt ist – zum Beispiel die Steuerung mit Touch-Gesten – ist bei vielen mobilen Websites teilweise schwer umzusetzen. Für die Nutzer heißt das ein Verzicht auf ein hohes Maß an Usability. Der Weg in den App-Store scheint für sie damit kürzer und komfortabler, als im mobilen Browserfenster mit wenig ansprechenden Websites zu hantieren.

Darum ist es umso wichtiger, dass die Entwicklung von mobilen Websites vorangetrieben und für zukünftige Web-Design-Projekte im Hinterkopf behalten wird. 

The Web, the Mobile Web and nothing but the Web

Chris Heilmann

Mobile-Web-Entwickler aufgepasst! Vom 1. bis 4. September findet in Berlin die MobileTech Conference 2014 statt, die mit mehr als 60 renommierten Mobile-Experten aufwartet – unter anderem auch mit Chris Heilmann von Mozilla. In seiner Keynote The Web, the Mobile Web and nothing but the Web zeigt er anhand von FirefoxOS, was man mit Webtechnologien im Mobile-Umfeld erreichen kann. Am Ende ist eben doch alles Web …

Aufmacherbild: Quka / Shutterstock.com

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