Athena: Neues CMS der Huffington Post schmeißt PHP raus
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Acht Jahre lang hat die US-amerikanische News-Seite Huffington Post (HP) ihr Content Management System auf Basis von PHP, MySQL und JavaScript aufgebaut. Doch auf Serverseite steht nun mit dem Nachfolger

Acht Jahre lang hat die US-amerikanische News-Seite Huffington Post (HP) ihr Content Management System auf Basis von PHP, MySQL und JavaScript aufgebaut. Doch auf Serverseite steht nun mit dem Nachfolger namens „Athena“ ein Paradigmenwechsel an. Auf Basis der JVM-Sprache Scala und dem darum gestrickten Play!-Framework sollen die von Facebook erfundenen Hacks zum Skalieren von PHP obsolet werden und gleichzeitig die Qualität des Codes steigen. „Scala enforces humanistic coding by default“, heißt es dazu in der Ankündigung.

Als Datenbank wird man anstatt auf das RDBMS MySQL auf den Dokumentspeicher MongoDB setzen. Mit ihm sei man für die ständig wechselnden Ansprüche an die Speicherstruktur besser gewappnet. Die unterschiedlichen Content-Typen wechseln im Laufe der Zeit zu oft, sodass man sich nie wirklich auf eine bestimmte Form von Datensatz festlegen könne und wolle. MongoDB ist für genau solche Szenarien konzipiert und setzt damit den HP-Redakteuren keine Grenzen, welche oder wie viele Daten sie ihren Artikeln anhängen wollen.

Auf Client-Seite wird das JavaScript bald von AngularJS strukturiert. Das Framework kümmert sich um die Trennung der Aufgaben (Model, View, Whatever), sodass Entwickler es leichter haben. Und seine Hauptaufgabe ist der Datenaustausch zwischen User und Server, womit sowohl HP-Lesern als auch -Redakteuren neue Interaktionsformen mit der Website geboten werden könnten. Ein erstes Anwendungsbeispiel wird uns mit der Echtzeit-Zusammenarbeit gezeigt:

Wie „Echtzeit-Zusammenarbeit“ bereits nahe legt, handelt es sich dabei um ein System, mit dem mehrere Redakteure zugleich am selben Text arbeiten können und live die Änderungen des jeweils anderen sehen. Dies erspart den Umweg über Google Docs, das stets für Formatierungs-Aufwand sorgt. Auf Entwicklerseite fällt für all diese Logik kaum noch Arbeit an, da sie schon von den Machern der Frameworks erledigt wurde. Das Team um den Projekt-Lead Kailuo Wang muss sich prinzipiell nur noch um das Setup und das Layout kümmern.

Was denkt Ihr? Setzt die Huffington Post ein Zeichen gegen PHP als taugliche Grundlage für dynamsiche Websites? Habt Ihr schon mit Scala gearbeitet und seid ins Grübeln geraten? Wang jedenfalls bezeichnet sich selbst auf GitHub nicht als PHP-Experten und auch seine Beiträge beschränken sich mehrheitlich auf Java und C#. Von ihm wird also nie ein Impuls zu Wartung einer acht Jahre alten PHP Codebase ausgegangen sein.

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