Neuer Browser verspricht mehr Sicherheit

Brave veröffentlicht 1.0 Version des neuen Webbrowsers
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Der Brave Browser soll dank standardmäßig blockierten Werbeinhalten und Cookies ein schnelles und sicheres Surfen ermöglichen. Nutzer können relevante Werbung zulassen und durch Ansehen Tokens verdienen, die sie an ihre favorisierten Seiten verteilen können.

Der 2016 erstmals vom Team um den JavaScript-Gründer Brendan Eich vorgestellte Brave Browser blockiert Werbung und Malware auf Webseiten standardmäßig. Nun wurde die Version 1.0 veröffentlicht. Neben schnelleren Ladezeiten verspricht der quelloffene Browser darüber hinaus, Tracking zu verhindern und so für eine verbesserte Privatsphäre zu sorgen.

Brave: Der Browser-Rebell

Bereits bei der ersten Ankündigung von Brave im Jahr 2016 standen das Projekt und auch Brendan Eich in der Kritik. Die geplante Funktion, Werbung zu blockieren und durch individualisierte Anzeigen ersetzen zu können, machte das junge Projekt zur Zielschreibe der großen amerikanischen Tageszeitungen. Diese argumentierten, Brave wäre nichts anderes als eine Plattform, die Inhalte stehlen und unter eigenem Namen veröffentlichen würde. Eichs ausführliche Antwort auf diese Anklagen zeigt deutlich die verschiedenen Auffassungen, wie mit Nutzerdaten im Internet umgegangen werden soll. Während Brave dem Tracking des Benutzerverhaltens einen Riegel vorschieben möchte, ist dies von Unternehmensseite unverzichtbar für personalisierte Werbeanzeigen quer durch das Web.

Brave soll JavaScript-Anwendungen und Werbeinhalte von Drittanbietern verhindern können, welche Webseiten regelmäßig verlangsamen. Der neue Browser basiert auf Chromium, besitzt einen integrierten AdBlocker und HTTPS. Cookies werden standardmäßig blockiert, Autoplay wird verhindert und im privaten Modus surfen Nutzer automatisch mit Tor.

Das Brave-Reward-Programm

Auch Eich und seinen Kollegen ist bewusst, dass es ganz ohne Online-Werbung heute nicht mehr geht – viele kostenlose Angebote sind auf die Einnahmen angewiesen. Aus diesem Grund können Nutzer einzelne Webseiten auf eine Liste von vertrauenswürdigen Anbietern setzen. Das Konzept ist bereits von anderen Adblockern bekannt. Als Novum führt der Brave Browser ein eigenes System ein. Mit diesem können User für sie relevante Werbung ansehen und dafür je nach Dauer eine bestimmte Anzahl von sogenannten Basic Attention Tokens (BAT) erhalten. Diese basieren auf der Ethereum-Blockchain und ermöglichen es dem Nutzer, Tokens an seine favorisierten Seiten zu vergeben. Auf diese Weise gibt der Besucher einer Seite eine Art Trinkgeld (Tipping), wenn ihm oder ihr die Inhalte zugesagt haben. So soll sichergestellt werden, dass das Surfen im Netz nicht zu einem Slalomlauf zwischen unzähligen uninteressanten Werbeanzeigen wird. Die erhaltenen Tokens können letztendlich in jede gewünschten Währung umgerechnet werden.

Brave wagt sich mit diesen Neuerungen auf bis jetzt relativ ungewohntes Terrain. Zwischen Erfolg und Misserfolg wird u.a. auch die Teilname der Webseiten-Anbieter entscheiden, die sich für das Reward-Programm registrieren müssen. Ein Ansporn dazu könnte sein, dass Urheber nun direkt für ihre Inhalte bezahlt werden und das Zielpublikum sich aktiv für relevante Anzeigen entscheiden kann. Die Entwicklung bleibt zu beobachten.

Weitere Informationen zum Brave Browser, dem Reward System und eine Download-Möglichkeit finden sich auf der offiziellen Webseite.

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