Brückenbauer zwischen OXID und TYPO3
Kommentare

Shopbetreiber haben es manchmal nicht leicht: Hin und wieder braucht man eine Hintergrundgeschichte zu seinen Produkten, um wirklich erfolgreich zu sein. Und mal ehrlich: Die wenigsten Shop-Systeme bieten

Shopbetreiber haben es manchmal nicht leicht: Hin und wieder braucht man eine Hintergrundgeschichte zu seinen Produkten, um wirklich erfolgreich zu sein. Und mal ehrlich: Die wenigsten Shop-Systeme bieten ein Content-Management-System, das mächtig genug ist, eine solche Geschichte zu erzählen. Und zugegeben, da draussen gibt es viele Open-Source-Systeme, die das perfektioniert haben. Zum Glück gibt es immer wieder findige Entwickler, die sich als Brückenbauer betätigen und beide Welten miteinander in Einklang bringen.

TOXID
TOXID auf OXIDprojects
Installation Guide

So geschehen beispielsweise mit dem Projekt TOXID von Joscha Krug. Damit schafft er die Verbindung zwischen dem OXID eShop und TYPO3: That way shop owners can start building a story around their brand and explain their products in greater detail. The shop’s „hard-selling“ layout will gain some softer elements to make a visit even more enjoyable.

TOXID-Illustration

Das Beste aus zwei Welten also: Auf der einen Seite das sturmerprobte CMS, mit dessen Hilfe es ein leichtes ist, Content zu verwalten, und auf der anderen Seite ein durchdachtes Shopsystem, mit dem man seine Produkte an den Kunden bringen kann. Wie das Ganze aussehen könnte, sieht man sich am Besten selbst in der Demo an.

Wir haben uns die Chance natürlich nicht entgehen lassen und Joscha selbst zu seiner Arbeit befragt. Vielleicht findet sich ja jemand, der wie wir von der Idee begeistert ist und ihn bei seinem Vorhaben unterstützen möchte.

Wie kamst du auf die Idee, TYPO3 mit OXID zu „verschmelzen“?

Joscha Krug

Joscha Krug: Wir haben lange Zeit mit TYPO3 klassische Webseiten realisiert. Als erstes E-Commerce-Projekt haben wir einen Kunden übernommen, der bereits einen solide aufgebauten OXID eShop im Einsatz hatte. Kategorien und Produkte waren sauber gepflegt, die Bilder gut, das Template – basierend auf dem klassischen OXID-Template – in einem passablen Zustand und die Warenwirtschaft einwandfrei angebunden. Die Verkäufe plätscherten jedoch so gemütlich vor sich hin.

Wie den meisten kleinen und mittleren Shops fehlten die Informationen um das Produkt; eine Story, die mehr bietet als reines „wir haben das gesuchte Produkt zum besten Preis“. Ergo: ergänzender Content.

Dieser sollte für den Besucher im Shop dargestellt werden, sodass dieser auch beim betrachten der zusätzlichen Seiten jederzeit Zugriff auf den Warenkorb, sein Konto, etc. hat.

Das Content-Modul in OXID ist dafür nicht ausgelegt und wäre hoffnungslos überfordert.

Wieso fiel deine Wahl ausgerechnet auf TYPO3?

Joscha: Die grundlegende Frage, die sich uns stellte, war: Wie ist der Content strukturiert? Hierarchisch wie in einem CMS oder sollte er eher News-Charakter wie in einem Blog haben? In unserem Fall zeigt die Antwort klar die hierarchische Struktur eines CMS.

Nun, und TYPO3 bietet einfach alles, was wir an einem Enterprise CMS schätzen.

Gib uns doch einen kurzen Einblick in die Techniken, die du für diese Bridge verwendest.

Joscha: Das TOXID-Projekt hat zwei Versionen:

Zum einen die jetzt veröffentlichte Version „cURL“, die es ermöglicht, externe Inhalte innerhalb des OXID eShop darzustellen. Hierbei lassen wir die TYPO3-Seite als XML rendern, importieren diese Daten live in OXID, passen die URLs an und platzieren die Inhalte im Template. Die fertige Seite wird also von OXID ausgeliefert. Der Vorteil: Diese Integration ist zügig zu realisieren und deckt die meisten Bedürfnisse von kleinen und mittleren Shops ab.

Zum anderen arbeiten wir mit einem Partner an einer Version, um OXID als Shopsystem in TYPO3 zu integrieren und TYPO3 als auslieferndes System zu verwenden.

Hierzu wird der Artikelstamm (Kategorien, Artikelname, Artikelnummer) in TYPO3 importiert. So lassen sich Artikel und Kategorien in gewohnter Weise als TYPO3 Content-Elemente verwalten. Alle weiteren Informationen wie Preise (kundenspeziefisch), Lagerbestand, Zugriffsberechtigung, etc. werden dann live per SOAP angefordert.

Hierdurch können wir die Power, die uns TYPO3 gibt, voll nutzen: Dynamische Bildberechnung, geschützte Inhalte durch Single-Sign-On, einfache Verwaltung im Backend für die Redakteure. Diese Version werden wir auf der OXID Commons als erste Demo präsentieren.

Könnte man damit auch Bridges zu anderen Systemen herstellen wie beispielsweise WordPress oder Joomla!?

Joscha: Ja, beide Versionen sind für den Einsatz an andere CMS geeignet. Für die cURL-Version ist das recht einfach zu realisieren, da lediglich das CMS die Inhalte als XML liefern muss und der Rest von TOXID in OXID passiert.

Die Ausgabe für WordPress ist bereits in Arbeit, für Joomla! hat sich ein Mitglied aus dem Forum gefunden.

Die Version mit dem SOAP-API ist natürlich schon anspruchsvoller, aber auch hier ist die Schnittstelle so generisch geplant, dass sie mit jedem System kombiniert werden kann.

Welche Vorteile haben Shopbetreiber aus einer engeren Verzahnung von Shop und CMS?

Joscha: Im Grunde ist es auf einen einfachen Nenner zu bringen: Der Billigste sein oder der Beste.

Etwas ausführlicher: Der Trend geht ganz klar zur Verknüpfung von Shop, CMS, Blog, Forum … Die Frage „Bin ich im Shop, auf der Website oder dem Blog des Betreibers?“ war immer eine technische und nie eine die vom Besucher wirklich verstanden wurde.

Wer erfolgreich verkaufen will muss einen Mehrwert bieten, der zum Produkt passt. Wir geben den Betreibern mit TOXID die technische Möglichkeit an die Hand, um das auf möglichst einfache Weise zu realisieren.

Welche Voraussetzungen muss der eigene Server erfüllen, um TOXID nutzen zu können?

Joscha: Für beide Fälle genügen die Anforderungen von OXID und dem jeweiligen CMS. Die Schnittstellen selbst sind genügsam.

Für die API-Variante ist es erforderlich, dass CMS und Shop unter einer Domain (gegebenenfalls mehreren Subdomains) erreichbar sind.

… und wie viel Wissen muss der Shopbetreiber mitbringen?

Joscha: Um es selbst zu installieren? Ich habe mich bemüht, TOXID-cURL möglichst ausführlich zu beschreiben und zu dokumentieren. Die ersten Rückmeldungen bestätigen, dass mir das gelungen ist (lacht).

Wir werden aber auch für TYPO3 ein Introduction-Package im eXchange anbieten – und ähnliches für WordPress.

Bei SOAP würde ich behaupten, dass Shopbetreiber an ihre Grenzen stoßen. Das wird, als Enterprice-Lösung, wohl den Profis vorbehalten bleiben.

Hand auf’s Herz: Was fehlt deiner Meinung nach bis jetzt in dem Projekt – und welche Features hast du dir für die Zukunft noch vorgenommen?

Joscha: Die Liste meiner Wünsche ist lang:

  • Fehler-Handling
  • Caching
  • Produkteinbindung auf Content-Seiten
  • Preview-Funktion
  • Konfiguration über den Adminbereich

… steht für cURL ganz oben. Bei der SOAP-Variante warten wir mal die erste stable-Version ab.

Der Funktionsumfang beider Projekte wird mit den Shops, die damit realisiert werden und deren Anforderungen, wachsen.

Ist das Projekt Open Source? Suchst du Committer?

Joscha: TOXID cURL ist Open Source und unter der MIT Licence veröffentlicht. Sie erlaubt es, das Projekt mit OXID CE, PE und EE einzusetzen.

Das Projekt steht auf der OXID Projects-Plattform im SVN und jeder ist herzlich willkommen, seine Ideen, Wünsche und Vorstellungen einzubringen.

Für die SOAP-Variante kann ich noch keine Lizenz nennen; und das liegt leider nicht vollständig in meiner Hand. Aber so viel vorne weg: Open Source ist für mich der Weg, wie gute Software entsteht. Wenn wir ein gutes Modell zur Refinanzierung finden, steht auch hier einer freien Version nichts im Wege. Wer Vorschläge hat: Nur her damit!

Joscha, vielen Dank für das Gespräch.

Joscha Krug, Gründer der Agentur marmalade.de, beschäftigt sich seit über 10 Jahren mit Marketing, Webdesign, Usability und Webentwicklung. Seit der ersten OXID Commons arbeitet er mit OXID eShop. Mit seinem Team unterstützt er Shopbetreiber bei der Erweiterung ihres Shops mit Fokus auf Story und Mehrwert für den Kunden. Die Verknüpfung von OXID mit Content-Management-Systemen wie TYPO3 ist dabei eines der zentralen technischen Hilfsmittel.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -