Grundlagen | Technologien | Validierung | Auswertung

Buchtipp: XML
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XML ist eine Technologie, die sich die meisten Entwickler nebenbei aneignen. Weniger bekannt ist, dass es im XML-Umfeld eine ganze Familie von Diensten gibt, die in der Praxis wertvolle Zeit sparen. Ein bei mitp erschienenes Buch möchte hier Klarheit schaffen.

Da die Arbeit normalerweise mit dem Erzeugen einer XML-Datei mit Pico beginnt, wählt das Buch eine etwas andere Herangehensweise: Das erste Kapitel stellt einen XML-Editor vor und erklärt die verschiedenen Elemente. Wer noch nicht wusste, was eine Entität ist oder wozu ein Header erforderlich ist, wird aufgeklärt. Kapitel 3 geht auf die Möglichkeiten der Validierung ein: Nicht alles, was im Editor wie Ressourcen-HTML aussieht, ist in der Praxis auch ein legitimes Dokument. Schon an dieser Stelle zeigt sich die Flexibilität des Werks: Der Autor geht auf verschiedene Systeme ein, die zum Beschreiben der Schemata bereitstehen. Ist ein XML-Dokument als valide erkannt, so hat man davon nicht viel. Das vierte Kapitel stellt die XPath-Syntax vor: eine Abfragesprache, mit der Sie Queries gegen XML-Dokumente ausführen können. Was auf den ersten Blick wie eine akademische Selbstbeschäftigung klingt, erweist sich in der Praxis als sehr wertvoll: Denken Sie daran, dass Sie XML-Files wie eine Datenbank auslesen können.

Die Besprechung von XPath ist kein Selbstzweck: Der Abfragestandard kommt auch in einer Vielzahl weiterer Prozesse zum Einsatz, die in den Kapiteln 5 und & im Detail besprochen werden. Kapitel 5 geht dabei auf XSL ein, während sich Kapitel 6 mit dem artverwandten XQuery auseinandersetzt. Es handelt sich dabei im Prinzip um Systeme, mit denen sich im XML vorliegende Inhalte transformieren lassen – das ist sinnvoll, wenn Sie mit verschiedenen Beschreibungsformaten oder ähnlichen Datenformaten arbeiten und Parser und Co. nicht von Hand realisieren wollen. Auch wenn man XML-Dateien im Allgemeinen als Files kennt, die Ressourcen beschreiben, kann das Format wesentlich mehr. Insbesondere ist die Möglichkeit zu erwähnen, XML-Elemente in XML-Datenbanken zu speichern. Kapitel 7 demonstriert die Vorgehensweisen anhand einiger Beispiele, darunter auch Systeme aus dem Hause Oracle.

Kapitel 8 setzt sich mit dem XML-Automatisierer XProc auseinander, während Kapitel 9 sich mit Möglichkeiten zum automatisierten Testen von XML-Daten befasst. Kapitel 10 geht auf die Nutzung von XML als Datenaustauschformat ein. Im folgenden Kapitel 11 wird die Arbeit mit sogenannten Formatting Objects im Detail beschrieben. Am Ende des Werks findet sich sodann noch ein Appendix, der in humoristischer Weise Anti-Patterns bei der Arbeit mit XML-basierten Systemen vorstellt. XML ist mit Sicherheit kein kompaktes Buch. Der Autor nutzt die vom mitp-Verlag gestellten 700 Seiten aus, um eine Vielzahl unterschiedlicher Themen anzusprechen – lobenswerterweise schreckt er auch nicht davor zurück, längere Listings abzudrucken. Dank der reichlichen Bebilderung bleibt das Werk trotzdem leicht lesbar: Wer es überfliegt, lernt trotzdem einiges.

Fazit: Wenn Sie sich mit XML auseinandersetzen und sich schon einmal gefragt haben, ob es hier nicht mehr gibt, so ist dieses Werk das Buch Ihrer Wahl. Der Autor gibt auf fast 700 Seiten einen umfangreichen Einblick in das XML-Ökosystem.

Autor(en): Wilfried Grupe
Titel: XML
Untertitel: Grundlagen | Technologien | Validierung | Auswertung
Seiten: 680
Preis: 29,99
Verlag: mitp Fachbuchverlag für IT, Business und Fotografie
Jahr: 1. Auflage 2018
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-958-45754-6
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1 Kommentar auf "Buchtipp: XML"

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Simba
Gast

Wow, schon gedacht endlich wiedermal ein aktuelles Buch zu XML.
Leider war es ein Reinfall: Völlig wirrer und nicht nachvollziehbarer Aufbau. Trotz sauberem Inhaltsverzeichnis sind Themen schlussendlich durchmischt. Zusätzlich sind die meisten Themen nicht wirklich sachlich aufgearbeitet. Einfach etwas Beispiel-Code ohne Angaben mit welchen Bibliotheken gearbeitet wird reicht nicht für ein Sach-B.

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