Die dunkle Seite der Macht

CIA investiert in Big-Data-Firma Palantir
Kommentare

Palantir gilt als eines der erfolgreichsten Start-ups aus dem Silicon Valley. Doch Informationen über das Unternehmen findet man im Web kaum ‑ es gibt sich selbst gerne als Mysterium. In einer neuen Finanzierungsrunde hat die CIA die Firma mit einer Investition unterstützt.

Das Softwareunternehmen Palantir entwickelt Sicherheits- und Finanzsoftware, vor allem für Behörden und Banken. Um aus einer Vielzahl von Quellen schnell verschiedene Arten von Daten zu analysieren, nutzt es künstliche Intelligenz in Kombination mit natürlicher Sprache.

Lange Zeit war die CIA der einzige Kunde der Software. So wendete der Investmentarm des Geheimdienstes, In-Q-Tel, bereits in der Gründungsphase des Start-ups (2004) zwei Millionen Dollar auf. Mittlerweile gehören auch die NSA, das FBI sowie J.P. Morgan zu den Klienten von Palantir: Sie erhoffen sich, Angriffe auf die Sicherheit ihrer Systeme und Betrugsversuche identifizieren zu können.

Palantir zwischen Idealismus und Realität

Die Firmengründer wollten mit ihrer Software die Welt besser und sicherer machen. Das heißt, gleichzeitig den Terrorismus bekämpfen und die Bürgerrechte bewahren. So findet man auch auf der Website von Palantir folgendes Credo:

With good data and the right technology, people and institutions today can still solve hard problems and change the world for the better.

Dieser Idealismus bekam spätestens 2010 einen Dämpfer, als durch „Anonymous“ bekannt wurde, dass die Firma daran mitarbeitete, eine Strategie gegen WikiLeaks zu entwickeln.

Seitdem stellt sich auch vermehrt die Frage, ob das Analysetool nicht auch zur Ausspähung und Massenüberwachung genutzt wird. So nutzen laut US-Behörden die Software, um DNA-Samples oder potenzielle Bombeneinsatzmuster zu identifizieren. Außerdem wird Palantirs Software laut Andrea Rungg aktiv vom US-Militär dazu eingesetzt, um Terroristen zu lokalisieren und zu töten.

Drittgrößtes Start-up mit mächtigem Investor

Da aber Softwarekompetenz immer mehr gefragt ist, war es auch kein Problem für Palantir, in einer neuen Finanzierungsrunde 500 Millionen Dollar einzunehmen. Damit steigt der Wert des Unternehmens auf 20 Milliarden Dollar, das somit auf Platz drei der wertvollsten Start-ups nach Uber (50 Mrd. Dollar) und Airbnb (24 Mrd. Dollar) klettert.

Einer der größten Investoren ist – wie bereits oben genannt – weiterhin die CIA, was wahrscheinlich auch keine schlechte Entscheidung ist: Investiere in die Firma, die du dir selbst zunutze machst und die deine Ziele vorantreibt. Oder, wie es Samuel Reading, ein ehemaliger Marine, ausdrückt:

It’s the combination of every analytical tool you could ever dream of. You will know every single bad guy in your area.

Palantir Technologies Inc. – Eine Entmystifizierung

  • Gegründet 2004 von Alex Karp, Peter Thiel (PayPal- und Facebook-Investor), Joe Lonsdale, Nathan Gettings und Stephen Cohen
  • Hauptprodukte: Palantir Gotham (Security Software) und Palantir Metropolis (Finanzsoftware)
  • Einnahmen 2014: 1 Milliarde Dollar
  • Hat in der letzten Finanzierungsrunde Ende 2014 bereits rund 400 Millionen Dollar gesammelt
  • Der Name stammt aus „Der Herr der Ringe” und bedeutet „die weithin Sehenden“

Aufmacherbild: Big brother, spy, video surveillance von Shutterstock / Urheberrecht:Fireofheart

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -