Können Technologien wie React CSS beim Styling verdrängen?

CSS und die Frage nach der Relevanz in der modernen Webentwicklung
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Über Sinn und Unsinn neuer Frameworks oder Tools wird ja gerne mal munter im Internet diskutiert. Das ist auch kein Wunder, immerhin vergeht heutzutage kaum eine mehr oder minder lange Zeitspanne, in der nicht „the next big thing“ gefeiert und als Lösung aller Entwicklungsprobleme angepriesen wird. Da sind auch Diskussionen über Themen wie die Relevanz von CSS keine Seltenheit. Allerdings ist dabei die Frage: lohnt sich eine solche Debatte überhaupt?

Fakt ist nämlich: an der Nutzung von CSS führt in der Webentwicklung (fast) kein Weg vorbei. Dazu erfreut sich die Community auch einer regen Beteiligung und immer neue CSS-Features werden in die modernen Browser implementiert, um das Erstellen von auffälligen und ansehnlichen Websites zu vereinfachen und zu verbessern. Für viele Webentwickler mutet das Hinterfragen der Relevanz von CSS darum seltsam an, doch nichtsdestotrotz tauchen von Zeit zu Zeit immer mal wieder Beiträge im Internet auf, die genau diese ausgiebig diskutieren. Grundsätzlich spricht da auch nichts gegen, denn ein solcher Austausch ist, wie Michael Palermo sagt:

healthy for the community to challenge how things are done so that there is opportunity for improvement.

Und weil es um die Verbesserung der Möglichkeiten im Bereich Webentwicklung geht, ist das Grund genug, sich einmal genauer mit dem Thema auseinanderzusetzen und die Argumente unter die Lupe zu nehmen, die für beziehungsweise gegen die Nutzung von CSS sprechen.

React: der neue Stern am Styling-Himmel?

Um eins vorweg zu nehmen: Es geht bei der Debatte um das Für und Wider von CSS nicht darum, das Styling komplett abzuschaffen, sondern vor allem darum, wie es umgesetzt wird. Zu den Hauptproblemen von CSS, die zum Beispiel Chris Coyier in seinem Artikel The Debate Around „Do We Even Need CSS Anymore?“ anspricht, zählt vor allem, dass in CSS Selektoren gegen alles im DOM verglichen werden und das nur mithilfe bestimmter Benennungsstrategien umgangen werden kann.

Ebenso wird nur selten nicht mehr benötigter Code in der eigenen CSS-Datei gelöscht, sondern lieber neuer Code hinzugefügt, der unweigerlich dazu führt, dass die CSS-Datei immer größer wird und letztendlich sogar die Performance beeinträchtigen kann. Auch die fehlende Dynamik in CSS wird oft kritisiert – und dass, obwohl sowieso meist mit Preprozessoren gearbeitet wird, die für zusätzliche Funktionalität sorgen.

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Doch was ist die Alternative? Coyier sieht dabei vor allem Inline Styles als Lösung – und zwar indem Styles mithilfe von JavaScript auf ein Element angewandt werden. In diesem Zusammenhang wird meist React als neuer Stern am Styling-Himmel gehandelt. Zu den Kernkonzepten der von Facebook entwickelten JavaScript-Libray zählt der Virtual DOM, mit dem das genutzte HTML direkt im JavaScript erstellt wird. Das bietet einige Vorteile, etwa dass direkt – und ausschließlich – in JavaScript gearbeitet und die CSS-Kaskade größtenteils aufgelöst wird.

Doch nur weil ein solcher Vorgang einige Vorteile bietet, heißt das noch lange nicht, dass die Idee auch in der Community Anklang findet. So ist es wenig überraschend, dass es zahlreiche Argumente gegen solch eine Umstellung gibt – und die somit für die Nutzung und bestehende Relevanz von CSS sprechen.

Die größten Vorteile von CSS

CSS ist derzeit noch die tonangebende Wahl für das Styling mit Webtechnologien – und glaubt man Michael Palermo wird sich daran auch so schnell nichts ändern. So ist CSS überall: immer mehr CSS-Features werden von modernen Browsern unterstützt, und auch beim Erstellen von Mobile Apps spielt CSS eine wichtige Rolle.

Zudem gibt es unzählige Bücher, Videos, Artikel und Websites, die sich mit Best Practices für die Nutzung oder den besten Frameworks und Tools für die Arbeit mit CSS auseinandersetzen und so auch Anfängern im Bereich Webentwicklung einen leichten Einstieg in die Materie bieten.

Genauso gilt CSS grundsätzlich als schnell – und zwar sowohl was das leichte Ändern von Code angeht als auch was die Ladezeiten der HTML-Seiten betrifft. Auch, dass sich mit CSS Websites relativ leicht Responsive gestalten lassen, ist ein großer Vorteil. Ebenso nennt Palermo die Tatsache, dass CSS die „Separation of Concerns“ ermöglicht als Argument für die Relevanz von CSS:

CSS is a complementary language to HTML, enabling style definitions to be maintained separately from the markup. Cleaner markup is easiert to read and maintain, and is typically easier to crawl by search.

CSS: relevant ja oder nein?

Jeder Webentwickler hat seine eigenen Vorlieben, was die Wahl der bevorzugten Technologien angeht. So ist es wenig verwunderlich, dass es keine definite Antwort darauf gibt, ob der Einsatz anderer Technologien anstelle von CSS zum Styling sinnvoll ist oder nicht. Fakt ist jedoch: CSS ist dabei der Status Quo, und, so sagt Palermo

has a history, an active presence, and a continued future in web development.

Aufmacherbild: Well-balanced of stones on the top of boulder von Shutterstock / Urheberrecht: Anatoli Styf

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