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Teil 4: Das sind die neuen Funktionen von Magento 1.7
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Um bislang die Möglichkeiten der Web Services nutzen zu können, musste man sich mit dem Magento-Core-SOAP-API begnügen. Darüber konnte man beispielsweise Aufträge von Kunden in das System einlesen. Diese Möglichkeiten werden in Magento 1.7 konsequent weitergeführt.

Die neueste Version unterstützt nun neben SOAP endlich REST bzw. bringt ein REST-API mit. Folgende Funktionen lassen sich derzeit mittels dieses API umsetzen:

  • Einfache Produkte können erstellt, abgerufen, aktualisiert und gelöscht werden.
  • Das Abrufen von Bestellungen ist möglich.
  • Die Kundendaten lassen sich erstellen, abrufen, aktualisieren und löschen.

Laut Magento sollen diese Funktionen allerdings nur der Anfang sein, weitere werden folgen. Zentrale Anlaufstelle für die REST-Funktionen ist im Admin-Bereich SYSTEM/WEB DIENSTE. Über REST Roles muss zunächst eine Rolle definiert werden. Standardmäßig gibt es bereits die beiden Rollen Costumer und Guest. Den definierten Rollen lassen sich Attribute zuweisen. Letztendlich bestimmt man hierüber, worauf die REST-Benutzer (Rollen) zugreifen können. Für die Authentifizierung verwendet Magento das OAuth 1.0a protocol. Das REST-API von Magento akzeptiert XML und JSON als Response-Formate. Ein anschauliches Beispiel zur REST-Funktionalität hat Ashley Schroder in seinem Blog veröffentlicht.

Basispreise für Kundengruppen

Oft ordnet man seine Kunden in bestimmte Kundengruppen ein und weist diesen Gruppen unterschiedliche Preise zu. In der 1.7er-Version können für diese Gruppen Basispreise definiert werden. So etwas ließ sich zwar bereits in früheren Magento-Versionen umsetzen, dort gingen die speziellen Gruppenpreise im Frontend aber optisch unter. Dieses Problem gehört der Vergangenheit an. Apropos Preise: Für Produkte können nun auch Aktionspreise definiert werden. Diese lassen sich zusätzlich zu den Basispreisen bestimmen.

Überprüfung der UID

Für den B2B-Bereich ist die Überprüfung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer essenziell wichtig. Und eben eine solche Überprüfung der vom Kunden eingegebenen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ist nun verfügbar. Außerdem lassen sich die Kunden nach dieser Überprüfung automatisch in spezielle Kundengruppen einordnen. Diese Funktion muss allerdings explizit über SYSTEM | KONFIGURATION | KUNDENKONFIGURATION | BENUTZERKONTO ANLEGEN OPTIONEN aktiviert werden. Dort stellt man die Option Enable Automatic Assignment to Customer Group auf Ja. Daraufhin werden weitere Optionen angezeigt, mit denen sich die Konfiguration noch detaillierter einstellen lassen. Über Standardgruppe wird beispielsweise bestimmt, zu welchen Gruppen die Kunden üblicherweise gehören. Mittels der weiteren Optionsfelder lassen sich die Kunden mit einer gültigen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer anderen Gruppen zuweisen. Dabei ist sogar eine Unterscheidung nach Regionen/Ländern möglich. Denkbar wäre also ein Shop, in dem verschiedene Benutzergruppen definiert sind:

  • Einzelhändler aus Deutschland
  • Einzelhändler aus der Schweiz
  • Einzelhändler aus der EU
  • Normale Endkunden

Durch die richtige Konfiguration lassen sich die Kunden anhand der eingegebenen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer vollautomatisch in die passenden Gruppen einordnen. Für die Überprüfung der angegebenen Nummern wird auf das MwSt-Informationsaustauschsystem der EU zurückgegriffen. Die Eingabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer kann während der Benutzerregistrierung oder später im Benutzer-Account erfolgen.

Weitere Neuerungen

In Magento 1.7 haben weitere Neuerungen Einzug gehalten, die allemal eine kurze Betrachtung verdienen. Verbessert zeigt sich die Layered-Navigation. Diese wurde um einen Satz Algorithmen ergänzt. Dadurch können beispielsweise verschiedene Preisgruppen nach Größen definiert und von den Kunden letztendlich gesucht werden. Interessant ist auch die Möglichkeit zur Definition unterschiedlicher Preise für die jeweiligen Kundengruppen. So lassen sich für Groß- und Einzelhändler völlig andere Preisstrukturen aufbauen. Auf dem Gebiet der Rechtssicherheit hat sich ebenfalls etwas getan. Magento reagiert damit auf die bestehenden Datenschutzrichtlinien der EU, nach denen Kunden über den Einsatz von Cookies informiert werden müssen. Sobald diese Funktion aktiviert ist, wird im oberen Bereich des Shops ein Cookie-Hinweis angezeigt, der vom Kunden akzeptiert werden muss, damit er weiterhin auf den Shop zugreifen kann (Abb. 4).

Abb. 4: Magento weist auf den Einsatz von Cookies hin

Abb. 4: Magento weist auf den Einsatz von Cookies hin

Verbessert zeigt sich auch das integrierte CMS. So lässt sich jetzt beispielsweise der Hierarchiebaum einfacher aufbauen und kopieren. Dennoch muss eines festgehalten werden: Magento ist nach wie vor ein Shop-System. Hinsichtlich der Leistungsfähigkeit des CMS, hinkt es echten Content-Management-Systemen naturgemäß meilenwert hinterher. Wer tatsächlich ein richtiges CMS in Magento nutzen möchte, sollte sich TypoGento ansehen. Das ist eine elegante Möglichkeit, TYPO3 und Magento miteinander zu kombinieren.

Weiter mit: Teil 5

Alle Teile: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5

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